12
Okt
2017

StreamOn – Details des Tarifs wettbewerbswidrig

Der Streaming-Dienst StreamOn der Telekom muss nachgebessert werden. Für Kunden, die den Tarif MagentaMobil M, L, L Plus, Premium oder Plus Premium ab dem 04.04.2017 abgeschlossen haben, hatte die Telekom seit Mai 2017 einen Vorteilhaften Streaming-Dienst an den Start gebracht. Nun hat die Bundesnetzagentur Details dieses Tarifs als wettbewerbswidrig erklärt. Dementsprechend muss der Provider jetzt ordentlich nachrüsten. Wir erklären, was genau passiert ist, was das zur Folge hat und womit wir rechnen können.

Was ist StreamOn der Telekom?

StreamOn   Details des Tarifs wettbewerbswidrigStreamOn ist ein Streaming-Tarif der Telekom, den man nach Vertragsabschluss beim Provider kostenlos hinzubuchen kann. Dabei kann man Musik und Videos von bekannten Streaminganbietern wie Spotify, Apple Music oder Netflix auch unterwegs genießen, ohne dass das im Vertrag enthaltene Datenvolumen zu verbrauchen. Das gilt allerdings nur, wenn der Vertrag ab dem 04.04.2017 zustande gekommen ist. Klingt doch eigentlich alles richtig gut, oder? Wenn es da nicht zwei Probleme gäbe, die die Bundesnetzagentur der Telekom nun angekreidet hat.

Warum ist StreamOn wettbewerbswidrig?

Im Fokus der bemängelten Details stehen im wesentlichen zwei Punkte, die die Telekom laut Bundesnetzagentur bei StreamOn nun nachbessern muss: Fehlende Gleichberechtigung zwischen den Verträgen und die Nutzung von StreamOn im Ausland.

Fehlende Gleichberechtigung bei StreamOn

Einer der beiden Punkte, die bei StreamOn bemängelt wurden ist das Thema Gleichberechtigung. Was das heißt, veranschaulicht unsere Tabelle:

Vertrag StreamOn Umfang Bildqualität
MagentaMobil
M
StreamOnMusic  –
MagentaMobil
L
StreamOnMusic
& Video
mobil-optimierte
Übertragungsgeschwindigkeit
vergleichbar mit DVD-Qualität
MagentaMobil
L Plus
StreamOnMusic
& Video
mobil-optimierte
Übertragungsgeschwindigkeit
vergleichbar mit DVD-Qualität
MagentaMobil
L Premium
StreamOnMusic
& Video
mobil-optimierte
Übertragungsgeschwindigkeit
vergleichbar mit DVD-Qualität
MagentaMobil
L Plus Premium
StreamOnMusic
& Video
mobil-optimierte
Übertragungsgeschwindigkeit
vergleichbar mit DVD-Qualität
MagentaEINS StreamOnMusic
& Video Max
maximale Übertragungsqualität
vergleichbar mit HD

Dementsprechend wird die Streamingqualität von Videos bei allen L Tarifen reduziert, sodass sie mit der Bildqualität einer DVD vergleichbar ist, während Kunden des MagentaEINS Tarifs volle HD Qualität genießen dürfen. Das ist laut Bundesnetzagentur erlaubt. Das Problem liegt allerdings darin, dass die Streamingqualität von Audiostreaming nicht von Tarif zu Tarif unterschiedlich ist. Das Gebot der Gleichbehandlung allen Datenverkehrs besagt allerdings, dass innerhalb der verschiedenen Verträge keine unterschiedlichen Streamingqualitäten in Audio und Video vorliegen dürfen.

Das heißt: Die Telekom darf also verschiedene Streamingqualitäten abhängig vom jeweiligen Vertrag anbieten. Rechtswidrig ist allerdings, dass Audio- und Videodienste dabei nicht gleich behandelt werden.

Nutzung von StreamOn im Ausland

Ein weiterer Punkt, der von der Bundesnetzagentur bemängelt wurde, ist die Nutzung des StreamOn-Dienstes im Ausland. Denn der große Vorteil, den die Telekomkunden durch StreamOn im Inland genießen können, geht im Ausland verloren. Im Inland bleibt das eigene Datenvolumen durch die Nutzung des Dienstes unberührt. Im Ausland ist das allerdings anders: Dort wird das durch StreamOn genutzte Datenvolumen vom Datenvolumen des eigenen Vertrags abgezogen.

Wie geht es jetzt mit StreamOn weiter?

Die Deutsche Telekom hat seit dem 10.10. zwei Wochen lang Zeit, auf die Anschuldigungen der Bundesnetzagentur zu reagieren und die aufgeworfenen Mängel zu beseitigen. Solle die Telekom nicht rechtzeitig oder angemessen darauf reagieren, droht das Verbot von StreamOn. Denn Paragraph 126 des Telekommunikationsgesetzes erlaubt es der Bundesnetzagentur, Dienste zu untersagen und hohe Bußgelder zu verhängen. Auch andere Anbieter wie wie Vodafone müssen sich nun auf eine genauere Prüfung gefasst machen. Denn Vodafone ging ebenfalls Ende September 2017 mit einem eigenen Tarif an den Start.

Diese Partner wären von der Einstellung von StreamOn betroffen

Sollte der Tarif der Telekom tatsächlich eingestellt werden, sind auch alle aktuellen Partner indirekt von der Schließung betroffen. Bei diesen Partnern handelt es sich mittlerweile bereits um eine stattliche Anzahl von

ABC Betroffene
Musik- und Audio-Streaming-Dienste
Betroffene
Video-Streaming-Dienste
A Amazon Prime Music
Antenne Bayern
Antenne Niedersachsen
Apple Music
atmotraxx Radio
Audible
Alugha
B BigFM BluTV
Bundesliga Live – Fussball
Bunte
C Chip.de
Couchfunk Live TV & Programm
D Deezer
E ERF Plus
ERF Pop
EntertainTV mobil
ERF Mediathek
F Flux Music FAZ.NET
Fernsehen-App mit Live TV
funk
H Harmony.FM
Hit Radio FFH
Hitradio RT1
I I Love Radio
ISN Radio
J Juke! Music Juke!
K Kultradio Kicker
Kinoflimmern
L Laut.fm
luluFM
M MSONE
Music Unlimited (Amazon) sowie
Musicalradio
MagineTV
Medienportal Sachsen-Anhalt
N Napster Netflix
NRWision
P planet radio Prime Video (Amazon)
Q Quobuz
R radio B2
Radio Bochum
Radio Brocken
Radio Duisburg
Radio Emscher-Lippe
Radio Ennepe Ruhr
Radio Essen
Radio Gong
Radio Herne
Radio K.W.
Radio Mühlheim
Radio Oberhausen
Radio Regenbogen
Radio Sauerland
Radio SAW
Radio Vest
Radioplayer.de
Rautemusik
Rock Antenne
RPR1
S Schlagerparadies
Soundcloud
Spotify
Save.TV
Sky Go
Sky Ticket
Spiegel Online
Spiegel TV
T Tech & Tonic
Tidal
TOP100 Station
Telekom Sport
TV App Live – Fernsehen TV.de
TV Bayern
TV NOW Plus
TV Programm App mit Live TV
TV Spielfilm
TV.de
V Vote.fm Vevo
W wunschradio Waipu.tv
Watch It
Welt News
Y Youtube
Z Zattoo
ZDF Mediathek
000 104.6 RTL Berlins Hitradio
107.7 Radio Hagen
89.0 RTL
2018 WM Spielplan
7TV

Fazit – StreamOn wettbewerbswidrig

Fakt ist, dass die Bundesnetzagentur Details des StreamOn-Dienstes der Telekom anhand von Gesetzeswidrigkeiten bemängeln konnte und die Telekom nun darauf reagieren muss. Es droht die Einstellung des Dienstes. Das hängt allerdings von der Reaktion der Telekom ab. Wir bleiben gespannt, wie es weitergeht und halten euch auf dem Laufenden.

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5 Kommentare zu "StreamOn – Details des Tarifs wettbewerbswidrig"

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Tobi
Gast

Wie immer lächerlich. Desto mehr Verträge man hat (MagentaEINS) desto bessere Konditionen gibt es halt. Bei einer Versicherung kräht kein Hahn nach. Wenn ich da 5 Verträge habe bekomme ich auch bessere Konditionen.
So teuer ist die Telekom auch nun wieder nicht und die ganzen Vorteile die man durch MagentaEINS hat bekommt man dann wo anders auch nicht.

Telekom Mobile M (4GB und All in) + Telekom Hybrid (LTE) zu Hause zahle ich ~65€. Ich habe auch soweit keine andere möglichkeit, da DSL hier nicht so läuft wie ich das gerne haben möchte (mit ca.700kb/s kann ich per DSL surfen) Somit LTE gezwungen. Dennoch sind die Preise (wie ich finde) in Ordnung.

Man kann von der Telekom halten was mach möchte, es ist das stabilste Netz. Bin jetzt mittlerweile seit 11 Jahren Kunde (Handy) und ich wurde nie im Stich gelassen bei Vertragsverlängerungen etc. (zwecks Verhandlungen)

Timo
Gast

Dann sollte man ein Sonderkündigungsrecht haben oder? steht ja in meinem Vertrag was er kann… und wenn die was ändern kann er das evtl nicht mehr

mrfragger
Gast

soweit ich weiß greift das Sonderkündigungsrecht nicht, da es nur eine Option ist und somit nicht fester Bestandteil des Vertrages.

Ich werde das ganze gehampel der Bundesnetzagentur und T-Mobile noch abwarten. Wenn das Thema dann durch ist und Stream on noch angeboten wird(gerne inkl. Ausland), dann werde ich ein iPhone mit Magenta L kaufen.

ThorstenW
Editor

Ich gehe mal schwer davon aus, dass die Telekom einfach das Wording ändern wird. Wenn die z.B. sagen, dass sowohl Video- als auch Musik-Streams auf max. 2 Mbit/s (z.B.) gedrosselt werden, dann ist der Forderung der Bundesnetzagentur genüge getan. cool

Ralph
Admin

Genau so waswollte ich auch schreiben…

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