
Jeder kennt die in Deutschland verfügbaren Mobilfunknetze und ebenso ihre Funklöcher, die in einigen Regionen noch groß vorhanden sind oder ganz plötzlich auftauchen, wenn man sie nicht braucht. Diese sollen durch eine Allianz der großen Mobilfunkanbieter in den nächsten Jahren der Vergangenheit angehören.
Die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica und Orange sind aktuell in Gesprächen, ein zusammengeschlossenes Satelliten-Netzwerk zu erschaffen, auf welches Smartphones ganz ohne Sendemast zugreifen können.
Eine Satelliten-Allianz macht es möglich
Aktuell befinden sich die großen Anbieter noch in Gesprächen. Allerdings ist schon ein Plan kommuniziert worden, der nach der Beratschlagung und Einigung recht schnell zur Realität werden könnte. Durch die Gründung eines Konsortiums könnten sich die Anbieter um einen Teil des europäischen 2-GHz-Satellitenspektrums bewerben.
Diese Frequenzen sind interessant, da sie sogenannte Direct-to-Device Dienste ermöglichen können. Genauer gesagt ermöglicht dies eine direkte Kommunikation zwischen dem Smartphone und einem Satelliten. Zusätzliche Sendemasten wären dann bei einem Funkloch nicht mehr nötig.

Die Technik dahinter ist für Nutzer sehr interessant
Man könnte die Technik auch Satellite-to-Mobile nennen, da Mobilfunkverbindungen zwischen beiden Parteien ermöglicht werden. So könnte angestrebt werden, dass wenn Smartphones keine Verbindung zum terrestrischen Mobilfunknetz, also 4G oder 5G, mehr aufbauen kann, dass automatisch zur Verbindung zum Satelliten umgeschaltet wird. Dadurch würden nicht nur Funklöcher gestopft, sondern wären auch Verbindungen möglich in:
- Abgelegene ländliche Regionen
- Gebirgen
- Schwer erschließbaren Gebieten
- Regionen ohne Mobilfunkmast
Je nach eingesetzter Technik sollen dabei nicht nur Notrufe oder Textnachrichten möglich werden, sondern auch ganz klassisch Sprachanrufe, sowie mobile Daten.

Telekom hat Satelliten-Mobilfunk schon angekündigt
Im März diesen Jahres hat die Deutsche Telekom die Idee schon aufgenommen und möchte in Zukunft in Zusammenarbeit mit Starlink diese Technik nach Europa bringen. Als Start wurde Anfang 2028 angegeben und dies auf mehreren Telekom-Märkten, inklusive Deutschland.
Geplant ist, dass kompatible Smartphones sich automatisch mit Starlink-Satelliten verbinden sollen, wenn das normale Netz nicht erreichbar sein sollte. Dabei soll auch der komplette Umfang, wie Sprache, Daten, Messaging und auch Videodienste, ermöglicht werden.
Vodafone baut bereits ein Satellitennetz auf
Auch der zweite große Konzern verfolgt eigene und konkrete Pläne. Zusammen mit dem US-Unternehmen AST SpaceMobile wurde die Satellite Connect Europe gegründet. Der Betrieb ist schon seit März 2026 gestartet und auch ein Betriebszentrum für das Satellitennetz soll in Deutschland entstehen.
Warum dann noch eine gemeinsame europäische Allianz?
Genau hier wird es politisch interessant, denn Europa möchte bei wichtiger Kommunikationsinfrastruktur weniger abhängig von Nicht-EU-Unternehmen sein. Da bei dieser Technologie die amerikanischen Unternehmen wie Starlink und AST SpaceMobile eine wichtige Rolle spielen, möchte die EU an einer Neuordnung der entsprechenden Satellitenfrequenzen arbeiten.
Ein Teil dieser Frequenzen soll daher gezielt europäischen Unternehmen zur Verfügung stehen. Für diesen Bereich könnten sich dann als Gemeinschaft die großen Anbieter Telekom, Vodafone, Telefonica und Orange bewerben.

Europas Antwort auf Starlink?
Nicht nur die Satellite-to-Mobile Technologie steht in Planung. Zudem möchte die Europäische Union mit IRIS² eine eigene Satelliteninfrastruktur aufbauen. Das sogenannte Multi-Orbit-System soll für Europa unter anderem eine sichere und unabhängige Kommunikationsmöglichkeit bieten.
Reuters hat in Erfahrung gebracht, dass es sich hierbei um ein geplantes Netzwerk aus rund 290 Satelliten handeln wird. Bei diesem Projekt wohnt nicht nur die Europäische Kommission, sondern auch Satellitenunternehmen, wie SES, Eutelsat und Hispasat bei. Diese erschaffenen Kapazitäten sollen dann von der Anbieter-Allianz zu einem Anteil genutzt werden können.
Also Schluss mit den Funklöchern?
Wichtig ist, dass solch ein Satelliten-Netzwerk zum Start noch kein dicht ausgebautes 4G oder 5G Netz ersetzen kann. Gerade bei den Kapazitäten, Geschwindigkeit und auch Verfügbarkeit wird es anfangs große Unterschiede geben.
Ebenso müssen auch bis dahin alle Smartphones mit der entsprechenden Technik ausgestattet sein. Es geht hier vielmehr in erster Linie darum, eine zusätzliche Netzebene zu erschaffen, die Funklöcher oder Gegenden mit grundsätzlich schlechtem Empfang ausgleichen soll. Die Telekom spricht daher schon in ihrem Projekt von einem „Überall-Netz“.
Was haltet ihr von dieser Zukunftsidee? Habt ihr viele Funklöcher und begrüßt die neue Technik? Wird das klassische Netz irgendwann komplett von Satelliten abgelöst?
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