Nach den Plänen der Europäischen Union sollen grundsätzlich ab 2035 keine Pkw mehr zugelassen werden, die CO₂ aus fossilen Kraftstoffen ausstoßen. Daher wird zunehmend immer mehr Wert auf den Umstieg auf ein E-Auto gelegt.
Doch eine Untersuchung der Technischen Universität München (TUM) sorgt jetzt allerdings für reichlich Diskussionsstoff. Die Forscher und Wissenschaftler bemängeln, dass bei den Regulierungen oftmals nur auf die Emissionen am Auspuff geschaut wird. Herstellung, Batterieproduktion, Stromversorgung und auch ein eventuelles Recycling verursachen schließlich auch CO₂.
41 Prozent weniger CO₂ als vergleichbare Verbrenner
Durch eine Auswertung der Universität kam man zu dem Ergebnis, dass E-Autos über ihren gesamten Lebenszyklus durchschnittlich 41 Prozent weniger CO₂ verursachen, als Verbrenner. Durch diese Studie wurde klar gezeigt, dass auch ein E-Auto nicht zu 100 Prozent umweltfreundlicher ist, dennoch einen guten Vorteil zum Verbrenner mit sich bringt.
Doch gerade hier ist ein kleiner, aber heftiger Streit entstanden, da die Interpretationen der Zahlen nicht für jedermann eindeutig sein werden.

19 Studien und 47 Szenarien wurden ausgewertet
Die technische Universität in München wollte es sehr genau wissen und daher wurde nicht einfach die CO₂-Bilanz vom Verbrenner ab dem Auspuff als zum Vergleich genommen. Der Forschungsverbund CirculaTUM werteten 19 bestehende Studien mit insgesamt 47 modellierten Szenarien aus. Berücksichtigt wurde neben dem kompletten Lebenszyklus eines Autos auch:
- Rohstoffgewinnung
- Produktion des Autos
- Herstellung der Batterie
- Betrieb
- Strom, bzw. Kraftstoff
- Recycling und Verwertung
Mit diesen Variablen entsteht ein deutlich umfassenderes Bild im Vergleich der Kraftfahrzeuge und eben nicht nur der reine Abgaswert aus dem Auspuff.
E-Autos deutlich klimafreundlicher, aber…
Das Ergebnis zeigt direkt, dass Verbrenner nicht unbedingt klimafreundlicher als E-Autos seien. Grundsätzlich 92 Prozent der untersuchten Fälle schnitt das E-Auto beim CO₂ Ausstoß besser ab. Allerdings ist dazwischen die Spannweite enorm.
In der Studie wurden auch Ergebnisse bemessen, die sogar 21 Prozent mehr CO₂ als ein Verbrenner verursachten. Abhängig sind hier aber die Rahmenbedingungen.

Warum gibt es überhaupt solch einen Unterschied?
Ein E-Auto selber stößt bei der Fahr selber kein CO₂ aus. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass gerade die Produktion ebenfalls Energie und auch Rohstoffe benötigt, die für einen CO₂-Ausstoß mit einberechnet werden müssen. Besonderes Augenmerk liegt hier aber auch auf den verwendeten Strom für den Betrieb.
Wird ein E-Auto mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen, fällt die Klimabilanz deutlich besser aus. Wenn das Auto allerdings mit einem Strommix mit hohem Anteil an fossiler Energieträger geladen wird, fällt die Bilanz ganz anders aus und kann daher auch umgerechnet mehr CO₂ Ausstoßen, als ein Verbrenner.
Direkte Kritik an der EU
Das eigentliche Ziel der Universitäts-Forscher ist weniger das E-Auto selbst. Viel mehr geht es um die aktuelle europäische Regulierung. Für die Co2-Flottengrenzwerte wird bei Fahrzeugen auf die direkten Emissionen im Fahrbetrieb abgestellt. E-Autos besitzen aber keinen klassischen Auspuff und verursachen daher keine direkten Co2-Abgasemissionen.
Die Universität kritisiert daher, dass dadurch wichtige Emissionsquellen außerhalb des Fahrbetriebs in dieser regulatorischen Kennzahl nicht berücksichtigt werden. Gerade eine klimafreundliche Produktion, die auch Emissionen reduziert, verbessert für die Flottenregulierung maßgeblichen Wert nicht entsprechend.

TUM fordert eine neue Berechnung
Die Wissenschaftler und Forscher der Universität schlagen daher eine neue Lebenszyklusbetrachtung vor. Wichtig sei bei diesem Vorschlag, dass nicht mehr nur das berücksichtigt wird, was während der Fahrt passiert. Auch Bewertungen, wie:
- Batterieproduktion
- grünem Stahl
- erneuerbaren Energien
- synthetischen Kraftstoffen
- Recycling
sollen mit in die Bewertung einfließen. Das Ganze hat mit der Bezeichnung „Defossilisierung“ sogar seitens der Uni eine eigene Bezeichnung bekommen. Entscheidend soll demnach sein, wie viel fossiler Kohlenstoff über den gesamten Lebenszyklus tatsächlich freigesetzt wird. Und nicht ausschließlich, welche Antriebstechnologie in einem Auto steckt.
Studie widerlegt nicht das Verbrenner-Aus
Wichtig an dieser Studie sei aber, dass die Universität nicht wissenschaftlich nachweisen wollte, dass ein Verbrenner-Aus falsch sei. Viel mehr geht es hier um eine richtige Einordnung, was für ein Klimavorteil zwischen den Antriebstechnologien vorhanden sind und welche Faktoren bei Berechnungen fehlen.
E-Autos schneiden grundsätzlich deutlich besser bei dem CO₂ Ausstoß ab. Es handelt sich dabei aber um Mittelwerte aus verschiedenen Studien und Szenarien mit teilweise sehr unterschiedlichen Annahmen. Die Botschaft lautet: Elektroautos sind nicht emissionsfrei, verursachen aber in vielen Fällen weniger CO₂ als Verbrenner. Wichtig ist hier nur, dass dies aber sehr stark von der Produktion und genutzter Energie für die Nutzung abhängt, denn diese Faktoren können ein E-Auto in der Bilanz auch schlechter abschneiden lassen.
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Es ist doch mittlerweile leider normal geworden, dass man versucht, die Leute für blöd zu verkaufen. Das soll jetzt kein politisches Posting werden, denn dahingehend ist es bei allen Parteien gleich. Es werden immer nur die positiven Seiten aufgezeigt, wenn man irgendetwas Neues einführen will. Die negativen Seiten werden dabei bewusst außer Acht gelassen. Wenn man von den Benzinern weg will, dann muss man halt die Stromer in den höchsten Tönen loben. Wie problematisch die Herstellung der Batterien ist, ist dabei völlig egal. Natürlich haben Stromer deutliche Vorteile gegenüber Benzinfahrzeugen, alleine schon die Kosten der Inspektion. Dennoch ist es bedauerlich, dass immer nur die Fakten auf den Tisch gelegt werden, die die Leute vom Kauf eines solchen Fahrzeuges überzeugen sollen. Transparenz ist was anderes…
Die sollten sich mal lieber Gedanken um die Produktion eines wirtschaftlichen Wasserstofffahrzeuges machen 😉👍
Es war einfach nur dumm, so schnell aus dem Verbrenner auszusteigen, zumal nur reiche Rentner sich E‑Autos leisten können, keine Familien usw. Die E‑Auto-Prämie kommt nicht bei der richtigen Gruppe an.