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Das die Preise für Lebensmittel in den letzten Jahren ordentlich gestiegen sind, werden viele in den eigenen Brieftaschen beim Wocheneinkauf merken. Doch jetzt gibt es einen neuen Steuer-Vorschlag, der für Diskussionen sorgen wird.

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts fordert eine Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für vielen Lebensmittel von 7 Prozent. Vorgeschlagen wurde, dass grundsätzlich 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen sollen. Allerdings mit einem besonderen Zusatz.

Warum gibt es 7 Prozent auf viele Lebensmittel?

In Deutschland können Kunden auf den Kassenbons immer zwei Mehrwertsteuersätze entdecken. Grundsätzlich gilt, dass für Waren und Dienstleistungen die schon bekannten 19 Prozent anfallen. Eine Ausnahme gibt es bei Produkte für den täglichen Bedarf. Hier gilt der Steuersatz von 7 Prozent. Diesen Steuersatz gibt es auf diese Lebensmittel:

  • Brot
  • Milch
  • Fleisch
  • Obst
  • Gemüse

Dahinter steckt eine einfache Idee, denn genau solche Warengruppen gehören zum täglichen Bedarf oder Einkauf, weshalb sie einen ermäßigten Steuersatz genießen. Aber genau hier hält der ifo-Präsident das System unnötig und kompliziert, sowie sozialpolitisch wenig zielgerichtet.

Radikaler Vorschlag zur Mehrwertsteuer

Die 19 Prozent Mehrwertsteuer sollen laut Vorschlag auf alle Lebensmittel und auch weitere Waren anfallen. Umgerechnet wären das dann nicht direkt eine Erhöhung von 12 Prozent, sondern eher 11,2 Prozent, falls Händler und Hersteller die Erhöhung vollständig an ihre Kunden weitergeben.

Hinter dem Vorschlag steht aber auch ein Argument, denn es wird davon ausgegangen, dass solch eine Mehrbelastung nicht vollständig bei den Verbrauchern landen würde. Unternehmen könnten einen Teil davon über geringe Margen auffangen. Ob dies aber auch so Funktionieren würde, steht dabei vollkommen in den Sternen.

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Ausgleich für Haushalte mit geringem Einkommen

Nicht jeder Haushalt soll durch diesen Vorschlag tiefer in die Tasche greifen müssen. Die zusätzlichen Einnahmen durch eine Umstellung sollen nicht vollständig beim Staat bleiben. Im Vorschlag sollen Haushalte mit niedrigem Einkommen einen Ausgleich in Höhe von 360 Euro pro Jahr erhalten.

Der Grund ist simpel: Der aktuell reduzierte Steuersatz ist für jeden Haushalt, egal mit welchem Einkommen profitabel. So profitieren nicht nur Haushalte mit wenig Einkommen an dem aktuellen Steuersatz, sondern auch Haushalte mit größerem Einkommen, welche den Steuersatz problemlos tragen könnten. Ziel ist es einkommensschwächere Haushalte zu unterstützen, anstatt an ihnen verdienen zu können.

Staat könnte zusätzlich Milliarden einnehmen

Bei einer eventuellen Erhöhung und auch dem Ausgleich für Finanz schwächere Haushalte würde der Staat trotzdem mit höheren Steuereinnahmen rechnen können. Selbst durch die genannte Gutschrift in Höhe von 360 Euro pro Jahr würde durch eine Kalkulation noch rund 36 Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen pro Jahr übrig bleiben.

Diese Einnahmequelle kann laut dem Präsidenten dann unter anderem zur Finanzierung staatlicher Aufgaben oder aber auch Entlastungen an anderer Stelle eingesetzt werden.

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Wichtig: Kein Regierungsplan bei diesem Vorschlag

Was bei diesem Thema nicht vergessen werden sollte, ist, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, beziehungsweise Anpassung der Sätze kein offizieller Regierungsplan ist, sondern nur der Vorschlag des ifo-Präsidenten.

Die Bundesregierung selber erklärte im Juli 2026 bei einer parlamentarischen Anfrage ausdrücklich, dass keine steuerlichen Änderungen im Lebensmittelbereich vorgesehen seien.

Trotzdem entstehen durch solche Vorschläge, die auch schnell in der Politik ankommen können, viel Diskussionsbedarf. Was würdet ihr von dem Vorschlag mit der Anpassung und auch Entlastung von finanziell schwächeren Haushalten halten?