📃 Pflichtkonto für alle Bürger geplant: Behördengänge nur noch digital?

Wie man weiß, mahlen die deutschen Mühlen immer ein wenig langsamer, dafür aber gründlicher. Aktuell treibt die Bundesregierung die Digitalisierung der Verwaltung weiter voran. Geplant ist es, dass jeder Bürger in Deutschland ein digitales Bürgerkonto erhält. Die schon vorhandene BundID soll sich in den kommenden Jahren zur DeutschlandID weiterentwickeln.

Was im ersten Blick nach einer weiteren Registrierungspflicht aussieht, soll aber Behördengänge deutlich vereinfachen, da diese dann zukünftig online erledigt werden können.

Was ist die BundID überhaupt?

Schon heute gibt es für Bürger die sogenannte BundID, mit denen registrierte Bürger ganz einfach mit dem eigenen Konto verschiedene Services in Anspruch nehmen können. Unter anderem kann mit dieser ID ganz einfach:

  • Online-Anträge gestellt werden
  • sich gegenüber Behörden identifizieren
  • Bescheide digital empfangen
  • persönliche Daten für Anträge hinterlegen.

Eine Anmeldung zur BundID durch den Online-Ausweis, ELSTER oder auch Benutzername und Passwort möglich.

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Aus BundID wird DeutschlandID

Bund und Länder arbeiten bereits an einer Weiterentwicklung dieses Services. So ist geplant die ursprüngliche BundID zur DeutschlandID weiterzuentwickeln, was dafür sorgen wird, dass noch mehr Behördengänge digital absolviert werden können.

Das Ziel der Umstellung ist, dass ein einheitliches Bürgerkonto entsteht, welches für jede Behörde in ganz Deutschland genutzt werden kann. Somit auch komplett unabhängig von dem jeweiligen Bundesland und auch Behörde. Unterschiedliche Landeskonten sollen also der Vergangenheit angehören.

Ab wann soll das Pflichtkonto kommen?

Die Bundesregierung hat im aktuellen Koalitionsvertrag einen direkten Plan entwickelt. So soll die verpflichtende Einführung ab dem Jahr 2028 angestrebt werden. Bis zu diesem Jahr konzentriert sich die Regierung auf die technische Infrastruktur, damit die Umstellung vollständig eingeführt werden kann.

Wichtig hierbei: Bis zur geplanten Umstellung bleibt die Nutzung der digitalen Dienste komplett freiwillig. Es können also weiterhin Behördengänge auch im realen Leben erledigt werden.

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Diese Behördengänge sollen digital ersetzt werden

Die Bundesregierung verfolgt bei der Umstellung das „One-Stop-Shop“ Prinzip. Soll heißen, dass möglichst viele Behördengänge zukünftig auf einer Plattform erledigt werden können. Dies spart den Bürgern nicht nur Zeit, da Termine oft rar sind, sondern entlastet auch die Verwaltung, da Anträge und Änderungen schneller bearbeitet werden können.

Nach aktuellem Plan könnten diese Services dazugehören:

  • Kindergeld beantragen
  • Wohnsitz ummelden
  • Führerschein-Angelegenheiten
  • BAföG Anträge
  • Steuerangelegenheiten
  • Renten- und Sozialleistungen

Auch digitales Bürgerpostfach geplant

Auch bei der Zustellung von Bescheiden, bei Rückfragen und auch beim Bearbeitungsstand des jeweiligen Antrags wird sich etwas ändern. So ist auch ein digitales Bürgerpostfach geplant, mit dem in der Zukunft bescheide, zugestellt werden können, Rückfragen gestellt werden, Dokumente ausgetauscht und auch Bearbeitungsstände digital übermittelt werden können. Ziel ist es Briefe und Papierformulare zu ersetzen.

Verbindung zur europäischen Digital-ID

Deutschland möchte bei dieser Umstellung und Weiterentwicklung nicht isoliert arbeiten und entwickeln. Durch geplante Pilotprojekte soll auch eine Verknüpfung mit der europäischen EUID-Wallet angestrebt werden.

Diese digitale Brieftasche soll vom Smartphone aus genutzt werden können und speichert unter anderem Ausweise, Führerscheine oder auch andere Nachweise, sowie Belege, die innerhalb der EU wichtig sein könnten.

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Kritik und Datenschutzbedenken

Trotz der geplanten Weiterentwicklung sind auch die Kritiker und Datenschützer nicht still. Unter anderem stoßen einigen von ihnen auf, dass durch diese Umstellung eine zentrale Datensammlung ermöglicht wird. Auch die Sicherheit bei digitalen Identitäten, sowie Datenschutz bei europaweiten Identitätslösungen wird kritisiert. Trotz moderner Sicherheitsstandards und der einfachen Verwaltungsmöglichkeiten bergen digitale Dienste immer gewisse Risiken.

Deutschland wir digitaler: Was haltet ihr davon?

Für viele Bürger sicherlich eine sehr gute Lösung, um „nervende“ Behördengänge mit langem Terminvorlauf vermeiden zu können. Auch schnelle Bearbeitungszeiten können das Leben im eigenen Land deutlich vereinfachen. Die Frage ist aber auch, wie es mit der älteren und nicht digitalen Generation aussieht.

Was meint ihr? Sinnvolle Vereinfachung von Behördengängen oder zu viel Digitalisierung auf einmal?