
Momentan bekommt ihr bei der Europäischen Zentralbank keine neuen Sneaker, sondern wichtige Zins-News direkt für euer Portemonnaie zum Nulltarif präsentiert! Die Währungshüter drehten vor einigen Tagen an der Zinsschraube um 0,25 Prozentpunkte auf jetzt 2,5 Prozent.
Das bringt ordentlich Bewegung in euer Erspartes und es beeinflusst eventuell eure Kredite spürbar. Wir haben uns das Ganze für euch angeschaut und zeigen euch, wo ihr jetzt vielleicht echte Rendite abgreifen könnt und an welchen Stellen es möglicherweise teurer wird. Packt die News ein und checkt eure Finanzen rechtzeitig gegen!
Mehr Zinsen für euer Tagesgeld
Für euer Erspartes sind das erst einmal richtig gute Nachrichten. Banken zahlen auf Tagesgeld und Festgeld endlich wieder etwas bessere Zinsen. Lasst euer Geld also keinesfalls zinslos auf dem Girokonto liegen, sondern parkt eure Notgroschen auf besser verzinsten Konten wie einem Tagesgeldkonto.
Teurere Baufinanzierung für Häuslebauer
Wer aktuell ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen will, spürt die Kehrseite direkt im Budget. Mit den Leitzinsen klettern auch die Bauzinsen direkt nach oben. Das macht die monatlichen Raten teurer und verlangt möglicherweise nach einer neuen Finanzierungsplanung.

Was passiert mit Aktien & ETFs?
An den Finanzmärkten sorgt der Zinsschritt für etwas Unruhe. Unternehmen müssen für frisches Geld mehr zahlen, was das Wachstum dämpfen kann. Für Sparer mit ausreichend langem Atem ändert sich wenig: Wer also einen langfristigen Sparplan wie den MSCI World oder andere Klassiker laufen hat, nutzt möglicherweise sogar die Dips einfach als günstigen Nachkaufkurs.
Ratenkredite und Konsum genau prüfen
Auch bei Autokrediten oder Ratenkäufen ziehen die Zinsen jetzt an. Teure Anschaffungen solltet ihr jetzt nicht mehr blind auf Pump finanzieren. Rechnet vorher lieber genau nach, ob sich die Zinskosten am Ende wirklich noch lohnen.

Jetzt Finanzen auf Vordermann bringen
Nutzt den Moment und verschafft euch einen schnellen Überblick über eure Verträge. Vergleicht Sparangebote und sichert euch bei anstehenden Krediten rechtzeitig faire Zinskonditionen. So holt ihr das Maximum aus der aktuellen Zinslage heraus!
Alle Infos im Überblick:
- EZB dreht an der Zinsschraube auf 2,5%
- Höhere Renditen für Tages- und Festgeld
- Steigende Zinsen bei Baufinanzierungen und Krediten
- Mehr Volatilität an den weltweiten Aktienmärkten
- Idealer Zeitpunkt für einen Zins-Check eurer Konten
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Zwiss as Chen den kurzfristigen Zinsen, von der EZB stark durch den Leitzins beeinflusst, und den langfristigen Zinsen mit etwas anderen Einflussfaktoren muss man ein wenig unterscheiden. Die langfristigen Zinsen steigen aufgrund von Inflation und erhöhtem Kapitalbedarf, auch durch den Staat verursacht, und die EZB kann nur versuchen, die Inflation durch Erhöhung der kurzfristigen Zinsen zu dämpfen. Relevante sind die langfristigen Zinsen unter anderem für Hypotheken und damit für Häuslebauer. Bei Konsumkrediten werden eher die kurzfristigen Zinsen zugrunde gelegt.
„Banken zahlen auf Tagesgeld und Festgeld endlich wieder etwas bessere Zinsen“
Mit Betonung auf „etwas“. Anders als in der Hochzinsphase Anfang der 2010er zahlt derzeit keine Bank ihren Bestandskunden auch nur ansatzweise das fürs Tagesgeld, was sie selbst risikofrei als Einlagezins bei der EZB bekommt. Mir ist auch keine Bank bekannt, die ihren Tagesgeldzins an den EZB-Zinssatz gekoppelt hätte, sondern man muss immer abwarten, ob und wann die Bank möglicherweise ihren Zins anpasst. Was bei Senkungen selbstverständlich zeitnah der Fall ist, während es bei Erhöhungen schon eine ganze Zeit dauern kann.
Im Gegensatz dazu ist das bei Kreditzinsen absoluter Standard – sobald der EZB-Zinssatz hochgeht, geht auch der Kreditzins automatisch mit hoch, wenn man keinen Festzins abgeschlossen hat.
Schade, dass die Banken immer noch auf Neukundenangebote setzen, die ultrakurz befristet sind und/oder weitere Bedinungen haben, statt dass einfach mal eine ohne Wenn und Aber den EZB-Zins durchreicht. Auf eigene Rechnung mit dem Geld der Kunden arbeiten und dabei evtl. höhere Rendite rausholen könnten sie ja immer noch.
TradeRepublic macht genau das – volle Weitergabe des EZB-Zinssatzes.
ja revolut auch
Abgesehen davon, dass beide keine reinen Tagesgeldkonten sind, sondern Komplettpakete: Bei TradeRepublic fällt das Geld nur teilweise unter die Einlagesicherung, der Rest steckt in Geldmarktfonds (zwar Sondervermögen, aber Kursschwankungen und Ausfallrisiko ausgesetzt). Bei revolut war es mal 100% gesichert (wenn auch in Litauen), inzwischen für Neukunden nur noch indirekt.
Und die Weitergabe des EZB-Einlagezinses erfolgt auch hier nur auf freiwilliger Basis. Sie können sich jederzeit entscheiden, das nicht mehr zu tun.
täusch ich mich oder wird das geld bei neukunden nicht bei der deutschen bank angelegt?
@Alex (so tief im Kommentarbaum kann man nicht mehr direkt antworten, also antworte ich mir mal selbst):
Revolut fällt dazu nur diese wieselige Formulierung ein: „Im Rahmen der entsprechender (sic!) Treuhandvereinbarung sind wir nur verpflichtet, die Gelder zurückzuzahlen, die wir tatsächlich von der Deutschen Bank einfordern können. (…) Das bedeutet, dass du das finanzielle Risiko trägst.“
hm das klingt aber unschön, denn da liegt auch einiges von mir
Publikumsfonds, so auch Geldmarktfonds innländischer Anbieter, haben keinerlei Ausfallrisiko, da das investierte Kapital als Sondervermögen bei einem Treuhänder – getrennt vom Vermögen der Bank – verwaltet wird. Und zwar unbegrent. Das unterscheidet sie von der europäischen Einlagensicherung, die auf € 100.000 Euro pro natürliche Person begrent ist.
@Chris1000: Das ist die gleiche Sicherheit, mit der Du sie Dir auch selbst ins Depot packen könntest. Sondervermögen ja. Aber Kurs- und Emittentenrisiko. Und was auch immer noch ein Risiken im internen Aufbau versteckt sein könnte (Stichwort Kontrahentenrisiko).
bei mir ist das größte risiko, dass ich keine ahnung hab was ich tue 😉
@Alex: Die Deckungsquote der Einlagesicherung liegt in den meisten EU-Ländern so um 1%, teilweise sogar darunter. Das reicht für den Kollaps von ein paar kleineren Banken (Größe hier auf die verwalteten Einlagen bezogen), aber wenns viele reißt oder auch nur eine richtig große, kannst Du die 100% eh vergessen, dann wird quotiert. Und sollte es sogar mal zum Domino kommen, kannst du nur hoffen, dass es Deinen Stein noch mit den ersten umreißt, denn wenns nichts mehr zu verteilen gibt, gibts halt nichts mehr.
Sonderlich wahrscheinlich ist so ein Szenario aus heutiger Sicht zwar nicht. Aber bis 2008 dachten ja auch alle, die Immokreditpapiere seien sicher.