Xiaomi Note 10 im Test

Xiaomi Note 10 im Test

Da ist es also. Das erste Smartphone mit “108 Megapixeln”. Klingt erstmal zu schön, um wahr zu sein, aber MP ist eben auch nicht alles. Danke an Gearbest, dass wir die Möglichkeit hatten und uns das Note 10 genauer anschauen durften. Der folgende Testbericht wird kurz und knackig. Eines sei vorweg gesagt: Preis/Leistung ist okay – nicht grandios.

Verarbeitung & Design

Xiaomi Note 10 im TestIch war ja schon sehr erschrocken, als ich feststellen musste, dass kein Qi an Bord ist. Dabei wurde die Rückseite – als auch die Vorderseite – komplett aus Gorilla Glas 5 gefertigt. Xiaomi, really? Kein Qi bei einer Glasrückseite? Das finde ich schwach, wo doch heutzutage alles auf das drahtlose Aufladen ausgelegt ist. Sogar die Mittelkonsole neuerer Fahrzeuge hat heutzutage schon eine Ablagefläche, die mit Qi funktioniert. Schade, das ist für mich ein wahrer Kritikpunkt und auch für viele ein entscheidendes Kriterium, das Note 10 nicht zu kaufen.

Der Rest ist wie immer erste Sahne. Es gibt keine scharfen Kanten. Alles sitzt dort, wo es sitzen soll. Kaum vorstellbar, dass so ein schönes Stück Technik “nur” 450€ (Stand November 2019) kosten soll. Die Lautstärkewippe als auch die Power-Taste haben angenehme Druckpunkte und sind nicht schwer zu bedienen. Man merkt sie eben und das ist ja auch die Hauptsache.

Kamera

Ich will gar nicht so lange warten, denn die Kamera ist immerhin DAS Highlight vom Note 10. 5 Kameralinsen wurden hier verbaut und sollen es auf – Achtung, Marketing – 108 Megapixel schaffen. Der Sensor kommt in Zusammenarbeit von Xiaomi und Samsung und ist aus dem Mix Alpha bekannt, sofern man das komische Konzept-Smartphone überhaupt auf dem Schirm hat. Vermutlich kennt man das Mix Alpha auch nur wegen seines Preises. 😉

Mit heftigen 12.032 x 9.024 Pixeln ist das Note 10 in der Lage, verdammt hochauflösende Bilder zu knipsen. Beim DxoMark gibt es nicht umsonst 121 Punkte. Der 108-MP-Modus ist schon eine feine Sache und selbst beim Heranzoomen sieht man erstmal größtenteils keine verpixelten Konturen. Leider dauert das Abspeichern jener Bilder eine gefühlte Ewigkeit. Ich denke, dass Xiaomi da mit einem Update noch etwas rausholen und die Wartezeit verkürzen kann.

Die Kamera-Software ist an sich sehr übersichtlich gestaltet. Sogar einen Nachtmodus gibt es, welcher erstaunlich gut funktioniert. Aber auch hier arbeitet die KI wirklich sehr lange. Ich muss auch ehrlich sagen, dass Nachtaufnahmen von einem Google Pixel oder eben auch iPhone 11 Pro heller und besser aussehen. Vielleicht lag das aber auch einfach nur an den Lichtumständen während meiner Aufnahme. Dies würde man vielleicht beim täglichen Gebrauch mit mehreren Anläufen besser feststellen können.

Das Display und seine Kurve

Xiaomi Note 10 im TestSamsung hat es ja damals mit seinem ersten curved Display vor gemacht und Xiaomi zieht hier nun nach. Mein Fall ist es nicht wirklich und die abgerundeten Ecken sind in meinen Augen sogar eher ein Nachteil. Es tippt sich außen einfach merkwürdig und in bestimmten Situationen spiegelt die Kurve sogar so sehr, dass Farbdarstellungen in meinen Augen verfälscht werden.

Das Display an sich löst mit FHD+ auf und ist wirklich sehr scharf. Es handelt sich um ein AMOLED Display, was auch der Grund für die super Schwarzwerte ist. Die Blickwinkel sind stabil, hier kann ich keine negativen Kritikpunkte äußern. Tja, hätte Xiaomi mal lieber die Kurven weggelassen.

Hardware und Akku

Viele von euch hätte hier wahrscheinlich mindestens einen Snapdragon 855 erwartet, aber weit gefehlt. Stattdessen hat man sich dazu entschieden den Snapdragon 730G mit 6GB Ram zu verbauen. Meckern auf hohem Niveau, da der 730G eine solide Performance liefert, die dem größten Teil von euch reichen sollte. Selbst im Gaming-Bereich ist hier einiges möglich, denn das “G” ist extra für Games optimiert worden. Ob “G” hier für “Gaming” steht? 😉

Mit 128GB Speicher ist das Note 10 ausreichend bestückt. Sollte es dennoch mal eng werden, seid ihr leider gezwungen Daten zu löschen. Ja, richtig gelesen. Auf einen Speicherkarten-Slot hat Xiaomi dieses Mal leider verzichtet.

Xiaomi Note 10 im Test

Der Akku ist mit seinen 5.260 mAh für ein Note-Gerät typisch groß. Das Netzteil liefert bis zu 30 Watt und soll das Schmuckstück binnen 65 Minuten komplett aufladen. Ich habe diesen Test ebenfalls gewagt und bin bei knapp 71 Minuten gelandet, was mir persönlich ebenfalls ausreichen mag. Man munkelt ja, dass Xiaomi an einem 100 Watt Power-Charge Netzteil arbeitet. Puh, der Technikstand wird immer verrückter.

MIUI 11 und Android 9

Das Note 10 ist softwaremäßig auf dem neuesten Stand und wird mit MIUI 11 ausgeliefert. Nach dem ersten Einrichten erwartete mich auch direkt schon das erste Update. Xiaomi scheint hier also am Ball zu bleiben und verpflegt seine Community regelmäßig mit Bugfixes. MIUI 11 basiert auf Android 9. Ein Update auf Android 10 soll auch schnell erfolgen.

Leider wird das Note 10 mit MIUI 11 und direkt auch mit Bloatware – also Werbe-Apps – ausgeliefert. Aber kein Problem, diese lassen sich alle deinstallieren. Dennoch unnötig in meinen Augen, auch wenn man Xiaomi hier verstehen kann. Man möchte seine Mi-Community eben stets wachsen sehen.

Hinweis zu den Testbildern

Man möge nun meinen, dass man in diesem Testbericht atemberaubende Fotos finden kann. Ich muss euch leider ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen und entschuldige mich an dieser Stelle. Das Wetter war die letzten Tage wirklich mehr als bescheiden und die Sonne zeigt sich eher selten. Ich habe trotzdem versucht ein paar farbkräftige Eindrücke zu knipsen.

Fazit

Das Note 10 ist ein solides und schönes Smartphone. Der Preis liegt auch im Rahmen und schlägt die Konkurrenz wie immer um Längen. Leider ist das P/L Verhältnis in meinen Augen auch nur “okay”. Fehlende Must-Have-Features, wie z.B. Qi sind ein herber Kritikpunkt in meinen Augen. Die 108 Megapixel klingen auf dem Papier atemberaubend gut, sind am Ende aber auch nur eine nette Spielerei. Das Zusammenspiel der Kameras ist mit etlichen Rucklern teilweise sehr nervig.

Xiaomi Note 10 im Test

Zur Performance kann man nichts weiter sagen. Das Smartphone ist sehr schnell. Bis auf das längere Abspeichern der Bilder, was man bestimmt per Software-Update verkürzen kann, ist das Note 10 flott unterwegs. 6GB Ram sind für Android Nutzer heutzutage aber auch schon fast die Grenze und zukunftsorientiert wären 8GB vermutlich eine bessere Wahl. Meckern auf hohem Niveau, aber die Android-Welt dreht sich nunmal etwas schneller.

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