Versicherungsbeiträge jährlich oder monatlich zahlen?

Während die meisten Versicherten bei Kfz-, Hausrat- und Haftpflicht-Versicherungen die Versicherungssumme jährlich bezahlen, werden die Versicherungsbeiträge für Renten- oder Lebensversicherungen in der Regel in monatlichen Teilzahlungen beglichen. Doch ist das eine wie das andere wirklich sinnvoll?

Übliche Zahlweisen bei Versicherungen

Bei Versicherungen wie Hausrat, Haftpflicht oder Kfz wird der Kunde in der Regel bei Vertragsabschluss gefragt, ob er sich für eine jährliche, halbjährliche, vierteljährliche oder monatliche Bezahlung entscheidet. Dabei gilt, dass eine jährliche Zahlung in der Regel am günstigsten ist und entsprechend besonders empfohlen wird.

Bei privaten Lebens- und Rentenversicherungen wird den Kunden hingegen meistens eine monatliche Zahlweise vereinbart, was auch Teilzahlung genannt wird. Allerdings ist auch bei diesen Versicherungen die monatliche Beitragszahlung meistens teurer als die Einmalzahlung fürs ganze Jahr, wobei der Jahresbeitrag natürlich auch besonders hoch ist.

Eine einheitliche Empfehlung scheint es also nicht zu geben. Entsprechend solltest Du Dir bei jeder Versicherung Gedanken darüber machen, ob die Versicherungsbeiträge lieber jährlich oder in einem anderen Rhythmus bezahlt werden sollten.

Empfehlungen für verschiedene Versicherungen

Eine Umstellung der vereinbarten Zahlweise auf einen anderen Rhythmus ist in der Regel jederzeit möglich. Es gilt folgende Empfehlungen:

Versicherungsbeiträge jährlich oder monatlich zahlen?Bei üblichen Lebens- und Rentenversicherungen berechnen die Versicherungsgesellschaften die Beiträge in der Regel im Voraus für ein ganzes Jahr und erheben einen Teilzahlungszuschlag, wenn nicht in einer Rate bezahlt wird. Dieser Zuschlag mindert die Rendite der Renten- oder Lebensversicherung. Um übers Jahr gesehen Geld zu sparen, ist deshalb oft eine jährliche Zahlung sinnvoll. Bei der jährlichen Zahlung kann sich die Kündigungsfrist des Vertrages allerdings verlängern, denn die Versicherung kann nur noch jährlich gekündigt werden. Zudem kommt es auf den jeweiligen Vertrag an, ob Du wirklich etwas sparst, wenn Du auf jährliche Zahlung umstellst. Dies kannst Du bei Deinem Versicherer einfach erfragen.

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen ist hingegen eine monatliche Zahlweise zu empfehlen, weil man dadurch flexibel und kurzfristig auf Kursveränderungen reagieren kann.

Bei Sachversicherungen wie Haftpflicht oder Hausrat ist die jährliche Zahlung immer günstiger als die monatliche Zahlweise. Hier ändert sich auch die Kündigungsfrist nicht, wenn Du den Zahlintervall umstellst.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Zwar kann man mit einer jährlichen Zahlweise in der Regel bei allen Versicherungen Geld sparen. Allerdings gibt es dennoch Fälle, wo ein kürzerer Zahlungsintervall zu empfehlen ist. Dies gilt vor allem dann, wenn die Haushaltskasse knapp bemessen ist und es Dir schwerfällt, regelmäßig für die Versicherungen zu sparen. Wird, meistens im Januar, der Jahresbeitrag für mehrere Versicherungen gleichzeitig fällig und Du hast nicht genug zurückgelegt, kann das im finanziellen Desaster enden.

Möchtest Du trotz knapper Kasse auf jährliche Zahlung umstellen und hast keine finanziellen Rücklagen, solltest Du die notwendigen Beträge am besten monatlich auf ein Sparbuch überweisen, sodass Du nicht von den großen Summen zu Jahresbeginn überrumpelt wirst.

Fazit

Während bei Sachversicherungen günstigere Jahresbeträge üblich sind, werden private Lebens- und Rentenversicherungen oft monatlich bezahlt. Je nach Vertrag kann durch eine Umstellung auf eine jährliche Zahlung auch bei Lebens- und Rentenversicherungen häufig viel Geld gespart werden. Allerdings sollte Dir bewusst sein, dass sich die Kündigungsfristen durch eine Umstellung der Zahlweise ändern können und die Jahresbeiträge sehr hoch sind. Damit Du von den hohen Jahresbeiträgen nicht überrumpelt wirst, solltest Du entsprechend von Anfang an monatlich genug beiseitelegen.