⛽ Tankrabatt verpufft teilweise: Autofahrer sparen nicht die vollen 17 Cent

Anfang Oktober ging es in die zweite Runde des versprochenen Tankrabatts an den Tankstellen. Die Bundesregierung hat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel zusammen mit der Mehrwertsteuer gesenkt. Einfach zusammengerechnet ergibt sich eine rechnerische Entlastung von rund 17 Cent pro Liter Treibstoff.

Doch nur eine Woche später folgt die erste Ernüchterung. Das ifo Institut hat Berechnungen angestellt und mit diesen herausgefunden, dass die Mineralölunternehmen den Steuererlass nicht vollständig an die Kunden weitergegeben haben. Ebenso sieht das der ADAC, der bei den Literpreisen noch ein wenig mehr Spielraum nach unten sieht. Ist der Tankrabatt also eigentlich nie richtig angekommen?

Der Tankrabatt und seine Kosten

Der aktuelle Tankrabatt soll bis zum 31. Dezember 2026 für alle Kunden möglich sein. In dieser Zeitspanne von Oktober bis Ende Dezember nimmt der Staat laut Bundesfinanzministerium rund 2,5 Milliarden weniger Steuern ein.

Wenn jeder Autofahrer den kompletten Rabatt an der Tankstelle erhalten würde, entspräche dies bei einer Tankfüllung von 50 Litern eine theoretische Ersparnis von 8,35 Euro. Vorausgesetzt andere Preiseinflüsse steuern nicht dagegen. Das Problem ist allerdings, dass dieser theoretische Rabatt nicht durchgehend ermöglicht wird.

⛽ Tankrabatt verpufft teilweise: Autofahrer sparen nicht die vollen 17 Cent

Berechnungen des ifo Instituts: Das sagt die Realität

Sicherlich sind in einigen Regionen die Tankpreise spürbar nach unten korrigiert worden. Dennoch hat sich das Institut zur Aufgabe gemacht, den Tankrabatt realistisch nach den ersten fünf Tagen seit der Einführung, auszuwerten. Sie kamen dabei auf das folgende Ergebnis:

  • Super E10: ca. 15 Cent pro Liter
  • Super E5: ca. 16 Cent pro Liter
  • Diesel: ca. 15 Cent pro Liter

Wie direkt zu erkennen, fehlen bei einigen Spritsorten 2 Cent pro Liter. Beobachtet wurde auch, dass der Tankrabatt direkt am 1. Oktober vollständig weitergegeben wurde. Dies hielt allerdings nicht lange an, denn schon am folgenden Wochenende war das jedoch nicht mehr der Fall. Der Preisvorteil hat sich dadurch sehr schnell wieder verändert.

ADAC hat ebenfalls den Tankrabatt untersucht

Bei der aktuellen Auswertung vom 7. Oktober 2026 kam der ADAC zu einem deutlichen Ergebnis bei der Spritpreisdynamik. Für die Auswertung wurden die Tankpreise der Vorwoche als Vergleich herangezogen. So ergab sich dieser Trend bei den Spritpreisen:

  • Super E10 im bundesweiten Durchschnitt: 2,126 Euro pro Liter
  • Zur Vorwoche: 13,2 Cent pro Liter weniger
  • Diesel im bundesweiten Durchschnitt: 2,233 Euro
  • Zur Vorwoche: 17,6 Cent pro Liter weniger

Aber trotz der fallenden Tendenz des Literpreises kam der ADAC zu der Erkenntnis, dass trotzdem die Steuerentlastung nicht vollständig bei den Autofahrern ankommt. Gerade bei E10 sollte der Literpreis deutlich anders aussehen, als wie es momentan an der Zapfsäule steht. Dennoch haben sich beide Untersuchungen von dem ifo Institut und dem Automobilclub darauf geeinigt, dass an sich die Steuersenkung wirkt – nur nicht immer in voller Höhe.

⛽ Tankrabatt verpufft teilweise: Autofahrer sparen nicht die vollen 17 Cent

Wo bleiben die fehlenden Cent?

Genau dies ist die spannende Frage, die sich heute nahezu jeder stellt. Das die Bundesregierung die Steuern gesenkt hat, steht außer Frage, denn an der Zapfsäule entscheidet weiterhin der Markt über den endgültigen Preis. Die Energiesteuer ist nur einer von einigen Faktoren, der den Kraftstoffpreis bestimmt. Weitere Faktoren sind beispielsweise:

  • der internationale Ölpreis
  • Verarbeitung und Transport
  • Wechselkurs: Euro und US-Dollar
  • Preisgestaltung der Raffinerien und Mineralölkonzernen
  • Tankstellen-Wettbewerb

Durch diese Faktoren kann der Literpreis für Kraftstoffe trotz der unveränderten Steuersenkung auch wieder steigen. Nicht selten wird dadurch auch eine offensive Gewinnabsicht der Mineralölkonzernen diskutiert. Nachweisbar ist dies aber durch Faktoren, wie Kosten, Margen und die Entwicklung der Marktstufen und ohne entsprechende Dokumentation leider nicht.

Der ADAC fordert noch niedrigere Kraftstoffpreise

Wer den Ölpreis im Auge behält, was der ADAC ebenfalls zur Aufgabe hatte, konnte schnell erkennen, dass dieser im Wochenvergleich leicht gefallen war. So kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent am 6. Oktober rund 100 US-Dollar. Genauer gesagt war er zu diesem Zeitpunkt ca. drei Dollar günstiger als eine Woche zuvor.

Gleichzeitig gab es aber auch im Wechselkurs von Euro und US-Dollar Schwankungen. Der Euro schwächte in diesem Zeitraum gegenüber dem US-Dollar ab, was wieder den Einkauf von Rohöl verteuern kann. Dennoch sieht der Automobilclub, dass noch viel mehr Spielraum bei der Gestaltung von Literpreisen vorhanden ist. So könnte auch der vergleichbare niedrigere Preis pro Barrel Öl zu einer Entlastung an der Tankstelle führen – und auch sollte.

Wie sieht das bei euch aktuell aus? Kommt bei euch der Tankrabatt an oder ist alles wie vor der Entlastung?

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