Nach der Geburt eines Kindes gibt es für Eltern jede Menge zu erledigen. Einige Behördengänge oder Anträge stehen dann fast automatisch an. Einer davon soll künftig in vielen Fällen entfallen, sodass es Eltern ein wenig einfacher haben können.
Geplant ist schrittweise das Kindergeld antragslos auszuzahlen. Nach dem Bundestag hat inzwischen auch der Bundesrat der Neuregelung zugestimmt. Damit ist der Weg für diese Umstellung frei. Familienkassen sollen ab dem Start die erforderlichen Daten von anderen Behörden erhalten und bei Vollständigkeit das Kindergeld ab Geburt automatisch auf das Konto der Eltern überweisen. Ziel ist es circa 300.000 Anträge pro Jahr einzusparen.
Kindergeld wird automatisch überwiesen
Bis heute müssen Eltern den erforderlichen Antrag stellen, damit die Zahlung vom Kindergeld ausgelöst werden kann. Das Verfahren wurde schon vereinfacht, da nach der Geburt des Kindes von der Familienkasse ein Begrüßungsschreiben mit QR-Code verschickt wird, mit dem ein vorausgefüllter Antrag aufgerufen werden kann.
Ab 2027 überprüft die Familienkasse diese Angaben automatisch mit einem Abgleich von anderen Behörden. Wenn alle Informationen vollständig sind und kein Zweifel am Anspruch besteht, soll kein klassischer Antrag mehr nötig sein.

Die Einführung erfolgt in zwei Schritten
Das geplante Verfahren soll allerdings nicht für alle Familien gleichzeitig eingeführt werden. In der Planung ist eine Einführung in zwei Schritten vorgesehen. Genauer gesagt sind zwei Stufen in Planung. Dies bedeutet:
Stufe 1 – ab Frühjahr 2027:
Familien, die schon mindestens ein Kind haben und für dieses Kindergeld beziehen, werden bei einem weiteren Kind direkt berücksichtigt. Die schon vorliegenden Informationen reichen aus, damit die Familienkasse die automatische Zahlung auslösen kann. Das Kindergeld fließt dann automatisch an die Person, die bereits Kindergeld für das ältere Kind erhält.
Stufe 2 – Ende 2027:
Am Ende des Jahres soll dieses System dann für alle Eltern gelten. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird die automatische Zahlung auch direkt für das erste Kind gelten. Wie schon geschrieben, gelten dann auch weitere Voraussetzungen.
Voraussetzungen für das erste Kind
Wichtig beim ersten Kind ist, dass den Behörden die notwendigen Daten vorliegen, damit diese geprüft und auch verarbeitet werden können. Die Bundesregierung nennt dabei drei wichtige Punkte:
- Mindestens ein Elternteil lebt gemeinsam mit dem Kind in Deutschland
- Von diesem Elternteil ist die IBAN bekannt
- Mindestens ein Elternteil arbeitet in Deutschland
Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind und keine weiteren Zweifel am Kindergeldanspruch bestehen, wird die Familienkasse selbstständig aktiv. Der Antrag würde damit entfallen.

Woher bekommt die Familienkasse die Daten?
Genutzt wird hierbei das Once-Only-Prinzip. Hinter dieser Idee, bzw. System steckt ein einfacher Plan. Daten, die Bürger einer staatlichen Stelle bereits mitgeteilt haben, sollen nicht immer wieder neu bei anderen Behörden eingereicht werden müssen.
Nach der Geburt bekommt das Kind vom Bundeszentralamt für Steuern eine eigene Steueridentifikationsnummer. Das Bundeszentralamt erhält die Information über die Geburt über die Meldebehörden. Diese Daten werden dann automatisch an die Familienkasse weitergegeben.
Ganz abgeschafft wird der Kindergeld-Antrag nicht
Aber nicht jeder wird von dieser Automatisierung profitieren. Geschätzt werden aktuell rund 300.000 Eltern, die bei dieser Neuregelung profitieren werden. Eine Prüfung für andere Eltern ist aber Teil der Familienkasse, ob überhaupt ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Genauer gesagt ersetzt das antragslose Verfahren nur den Antrag, aber nicht die Prüfung des Anspruchs.
Fehlen Informationen oder gibt es Unklarheiten, erhalten Eltern weiterhin ein Schreiben der Behörde. Mit dabei könnte ein vorausgefüllter Antrag sein, bei dem fehlende Angaben ergänzt werden müssen. Relevant könnten dort unter anderem Informationen über eine Erwerbstätigkeit sein, die nicht automatisch zur Verfügung stand.
Fazit: Weniger Papierkram nach der Geburt
Das antragslose Kindergeld ist bereits beschlossen und erleichtert vielen Elternteilen den Start in das neue Leben des Kindes. Wichtig hierbei ist nur, dass die Eltern darauf achten müssen, dass den Behörden die nötigen Informationen zur Verfügung stehen. Im Idealfall, wenn alle Daten abgerufen werden konnten, gibt es die automatische Überweisung auf das Konto der Eltern oder des eingetragenen Elternteils.
Was haltet ihr von diesem neuen System? Könnte dies zu Problemen führen oder könnte es ausgenutzt werden?
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