Günstige Kredite – wann ein Segen und wann eine Falle?

Wir als Verbraucher wissen, dass wir für unser Erspartes auf dem Konto momentan kaum noch Zinsen bekommen. Auf der anderen Seite profitieren wir daher von besonders niedrigen Kreditzinsen. Wer bereit ist, Schulden zu machen kann durch günstige Kredite derzeit richtig abräumen. Bei einem Ratenkredit von 10.000 Euro über 36 Monate musste man vor der Finanzkrise noch mehr als acht Prozent Zinsen zahlen. Mittlerweile sind etwa vier Prozent für so einen Kredit üblich. Bei einer besonders guten Bonität bekommt man teilweise sogar nur 2,5 Prozent Zinsen. Daher wundert es nicht, dass immer mehr Deutsche dazu bereit sind, Schulden aufzunehmen, um sich ihre Wünsche zu erfüllen. Das kann allerdings auch leicht nach hinten losgehen. Deshalb klären wir in diesem Beitrag, worauf man bei Angeboten von besonders günstigen Krediten achten sollte, um in keine Falle zu laufen.

Wofür nehmen die Deutschen am liebsten günstige Kredite auf?

Eine Statista-Umfrage von 2016 zeigt die beliebtesten Gründe der Deutschen, Kredite aufzunehmen:

Günstige Kredite   wann ein Segen und wann eine Falle?

Quelle: Das Statistik-Portal.

Damit zeigt sich, dass Kraftfahrzeuge gefolgt von Immobilien und Wohnungseinrichtungen noch an erster Stelle stehen. Auch verbreitet sind Kredite zum Umschulden von Dispokrediten oder zum Abbezahlen anderer Schulden. Aber wann sind günstige Kredite wirklich sinnvoll?

Günstige Kredite als Negativ-Zins

Günstige Kredite   wann ein Segen und wann eine Falle?

Viele Händler bieten ihren Kunden beim Kauf mittlerweile Null-Prozent-Kredite an. Das ist mittlerweile schon Gang und Gebe. Doch es geht noch absurder: Der Möbelhändler „Who’s Perfect“ lockt derzeit mit einem sogenannten Negativ-Zins. So kann man laut Angaben des Möbelhauses seine Käufe dort mit einem Zinssatz von minus einem Prozent abbezahlen! Dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann, ist uns sicherlich allen aufgefallen. Denn dabei handelt es sich schlichtweg um eine normale Null-Prozent-Finanzierung, auf die ein Rabatt für den Kauf umgerechnet wird. Das ist also mehr ein Werbetrick als alles andere. Rabatte sind in einem Möbelhaus normal. Deshalb kann es gut sein, dass man bei einem Kauf mit der Negativ-Zins-Finanzierung am Ende schlechter wegkommt, als bei einem Kauf in einem anderen Möbelhaus, wo man zusätzlich zur Null-Prozent-Finanzierung mehr Rabatt bekommt. Solche Lockangebote werden immer populärer. Fallt also nicht darauf rein, sondern lest das Kleingedruckte und vergleicht Preise, damit ihr wirklich sparen könnt!

Merke: Besonders bei Lockangeboten zu Negativ-Zins-Finanzierungen sollte man das Kleingedruckte lesen und den Endpreis errechnen, um ihn mit anderen Anbietern zu vergleichen.

Banken locken mit Null-Prozent-Krediten

Günstige Kredite   wann ein Segen und wann eine Falle?Was bei Händlern schon lange normal ist, haben auch Banken getestet: Den Null-Prozent-Kredit. Durch solche günstige Kredite kann man geliehenes Geld nach und nach zurückzahlen und es ist quasi umsonst. Warum sollten Banken so etwas machen? Im Gegensatz zu Händlern, wo das Geld an den Verkauf von Produkten gekoppelt ist, haben Banken ja nun wirklich nichts davon, ihr Geld umsonst zu verschenken. Diese haben durch den etwas höheren Leitzins tatsächlich sogar Mehrkosten, die sie dann selbst tragen müssen. Natürlich machen Banken das auch nicht, um Geld zu verdienen. Solche Aktionen dienen in erster Linie der Kundenakquise mit keiner guten Intention. Denn Banken hoffen, dass sie den Kunden nach einem günstigen Kredit mit so guten Konditionen beim nächsten Mal einfacher einen teureren Kredit anbieten können. Denn das Vertrauen wurde ja schon geschaffen. Fallt nicht auf diese Falle rein!

Merke: Banken locken teilweise Kunden mit Null-Prozent-Krediten, um ihnen im nächsten Schritt leichter einen teuren Kredit verkaufen zu können.

Wann lohnt es sich, günstige Kredite aufzunehmen?

Gerade jetzt, wo die Zinsen so niedrig sind, ist diese Frage wichtig. Denn auch wenn man „nur“ eine Null-Prozent-Finanzierung abschließt, verschuldet man sich für die gesamte Laufzeit. Deshalb sollte man sich über die folgenden Punkte im Klaren sein, bevor man einen Kredit jeglicher Art aufnimmt:

  1. Bist du wirklich bereit dazu, dich zu verschulden?
    Auch günstige Kredite bedeuten Verantwortung. Man hat regelmäßige Zahlungen zu tätigen, um ihn wieder loszuwerden. Kannst du mit dem Gefühl nicht leben oder bist ein eher unzuverlässiger Mensch, solltest du dir eine Finanzierung nochmal überlegen.
  1. Ist absehbar, dass du den Kredit wieder tilgen kannst?
    Nur wenn du dir wirklich sicher sein kannst, dass du den Kredit auch innerhalb der festgelegten Laufzeit an den Stichtagen wieder zurückzahlen kannst, solltest du auch davon Gebrauch machen. Ansonsten kann ein Kredit bei Zahlungsverzug immer teurer werden und leicht zur Verschuldung führen.
  1. Ist deine Investition „produktiv?
    Am meisten Sinn macht es, einen Kredit aufzunehmen, der dir konkrete Vorteile bringt. Beispielsweise kann es Sinn machen, eine neue Waschmaschine zu finanzieren, wenn der Kredit günstiger ist, als immer in den Waschsalon zu gehen. Ein weiteres Beispiel für eine produktive Investition wäre der Kredit fürs Auto, wenn einem dieses täglich 30 Minuten Fahrtweg spart. Handelt es sich bei deiner geplanten Investition nur um etwas, das du unbedingt haben möchtest und es dir nicht leisten kannst – überlege dir nochmal genau, ob du einen Kredit dafür aufnehmen solltest.
  1. Sind die Konditionen in Ordnung?
    Bist du gerade dabei, auf einen Marketingtrick oder ein Lockangebot hereinzufallen? Schau dir die Konditionen für jeden Kredit ganz genau an. Zur Not zieh eine Rechtsberatung hinzu, wenn du dir nicht sicher bist. So kannst du sicherstellen, dass du in keine Kreditfalle tappst und viel schlechter dabei wegkommst als geplant und gewünscht.
  1. Passt die Laufzeit?
    Die meisten Kredite können mit personalisierten Laufzeiten versehen werden. Pass auf, welche Laufzeit du für deinen Kredit festlegst. Denn wenn du dir beispielsweise ein Auto finanzierst, dass du nur fünf Jahre fahren möchtest und die Laufzeit des Kredits sechs Jahre geht, hast du nichts gewonnen.

Schlupfloch: Umtauschrecht für Verbraucherkredite

Das Thema Umtauschrecht im Verkauf haben wir jetzt schon oft in unseren Ratgebern aufgegriffen. Aber wusstet ihr schon, dass es auch bei Verbraucherkrediten eine Art Umtauschrecht gibt? Auch hier gilt, dass man es sich innerhalb 14 Tagen nach dem Abschluss nochmal anders überlegen und von dem Kredit zurücktreten kann. Das gilt mittlerweile für Ratenkredite, Autokredite, die Immobilienfinanzierung und seit Kurzem sogar für Null-Prozent-Kredite. Einen solchen Rücktritt sollte man dann allerdings immer schriftlich und via Einschreiben an das betroffene Unternehmen schicken. So kann man sicher sein, dass das Rücktrittsschreiben auch wirklich ankommt. In unseren Ratgebern findet ihr noch weitere Tipps zu typischen Fehlern bei der Kreditberatung, und zum Schulden abbezahlen.

Merke: Es gibt eine Art Umtauschrecht für Kredite. 14 Tage nach dem Abschluss kann man noch von Raten-, Auto-, Immobilien und Null-Prozent-Krediten zurücktreten!

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