11
Jan
2017

Fliegende Warenhäuser: Amazon prüft neue Vertriebswege

Die Lieferung mit einer Drohne wird von Amazon bereits seit einiger Zeit geprüft und dürfte eine Option sein, in Zukunft Pakete zeitnah zuzustellen. Doch Amazon ist damit noch nicht am Ende der Möglichkeiten angekommen, wie ein neues Patent zeigt. Demnach möchte Amazon riesige Zeppeline als Warenlager nutzen, von wo aus die Drohnen ihre Flüge zu den Empfängeradressen starten können. Offiziell vom US-Patentamt ist diese neue Option bereits.

Fliegende Warenhäuser: Amazon prüft neue Vertriebswege

Skizze @Zoe Leavitt / Twitter

Die neuen XXL-Zeppeline, die Amazon einsetzen möchte, sollen dabei in einiger Höhe angesiedelt werden. In insgesamt 14 Kilometern Höhe sollen die fliegenden Warenlager des Versandgiganten dann platziert werden. Von dort aus sollen die modernen Paketdrohnen Richtung Erde starten – und so Pakete schnell und simpel an die Empfänger ausliefern. Somit soll vor allem Zeit gespart werden. Platziert werden können die großen Zeppeline so zum Beispiel an strategisch sinnvollen Orten.

US-Patentamt schützt Idee schon im April

Schon im April 2016 wurde dieses Prinzip durch das Patentamt in den Vereinigten Staaten geschützt. Bekannt wurde die Idee allerdings erst jetzt – die Veröffentlichung neuer Patente dauert bei der US-Behörde in aller Regel eine ganze Weile. AFC sollen die Mega-Zeppeline genannt werden – das ist die Abkürzung für Luftgestüzte Ausführungszentren. Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob Amazon die AFCs tatsächlich umsetzen und zur Realität werden lassen kann. Die Ausführung im Patentantrag ist allerdings schon sehr detailliert und basiert vornehmlich auf bereits genutzten Verfahren. Somit dürfte die Umsetzbarkeit auf jeden Fall gegeben sein.

Die großen Zeppeline sollen sozusagen als Tragfläche für große Lagerhangars dienen, in denen Amazon Waren lagern und einfach abrufen kann. Am oberen Rand der Troposphäre wären die großen Luftlager zudem niemandem im Weg. Mit kleineren Luftschiffen will Amazon Mitarbeiter und neue Waren nach oben befördern, sodass die Lagerkapazität auch stets genutzt werden kann. Geht eine passende Bestellung ein, belädt ein Angestellter eine der dort wartenden Drohnen und schickt diese auf die Reise zum Empfänger. Die beteiligten Luftschiffe, Drohnen und Transportgeräte sollen sich dabei immer wieder über die aktuelle Wettersituation austauschen, sodass die Lieferung im optimalen Rahmen erfolgen kann.

Neue Infrastruktur für zukunftsfähige Lieferungen

Fliegende Warenhäuser: Amazon prüft neue VertriebswegeInnenansicht Amazon Bad Hersfeld © Amazon

Mit der neuen Technik für schnelle Lieferungen schafft Amazon in jedem Fall eine moderne und neue Infrastruktur, die viele derzeitige Probleme beseitigen könnte. Die Zustellung wäre dann nicht mehr auf die Straßen angewiesen, könnte Staus umgehen und eine pünktliche Lieferung wäre in den allermeisten Fällen auf jeden Fall möglich. Bisher hat Amazon sich allerdings nicht weiter zu dem neuen Patent geäußert. Wie weit die technische Entwicklung bereits ist oder wann Amazon die ersten XXL-Zeppeline verwenden möchte, ist nicht bekannt. Die Idee des Online-Riesen ähnelt aber einer Entwicklung aus der Schweiz. Dort soll eine Art U-Bahn Netz für Waren und Güter entwickelt werden. Das Amazon Konzept basiert zwar in luftiger Höhe, ist tendenziell aber in einem ähnlichen Bereich einzuordnen.

Auch wenn das neue Konzept aktuell eher noch wie eine Vision aus der Zukunft wirkt, Amazon könnte damit Erfolg haben. Eine Warenwirtschaft auf der Erde wäre dann (zum Teil) nicht mehr erforderlich und alle wichtigen Schritte im Rahmen der Zustellung wären aus der Luft aus möglich. Aktuell gibt es allerdings nur die Skizzen, die unter Führung von Amazon-Chef Jeff Bezos beim US-Amt eingereicht wurden.

Hacker-Angriffe sollen vermieden werden

Fliegende Warenhäuser: Amazon prüft neue VertriebswegeAmazon Prime Air © Amazon

Amazon versucht dabei schon jetzt, möglichen Attacken von Außen vorzubeugen. Gegen Hacker beispielsweise soll es entsprechende Maßnahmen geben. So sollen die einzelnen Drohnen und Transportschiffe nicht via Netzwerk kommunizieren, sondern dazu direkt untereinander funken. Es soll somit erschwert werden, die mobilen Transportdrohnen und auch die Lagerhangars zu hacken und unter fremde Kontrolle zu bringen. Und auch gegen andere Attacken sollen die Gerätschaften geschützt werden. Alle Drohnen sollen Fallschirme und Airbags erhalten, sodass diese auch bei einem Abschuss sicher an die Erde gelangen können.

Mit Amazon Prime Air will Amazon schon jetzt schnelle Lieferungen möglich machen. Ein erster Drohnen-Test in England verlief positiv und wurde von der Presse umfangreich begleitet. Durch das neue Lieferkonzept könnten Zustellungen auch in Deutschland sehr zeitnah möglich werden. Ist die Zustellung am gleichen Tag bisher nur in einigen Städten möglich, könnte dies durch die großen Luftschiffe am Rand der Troposphäre in Zukunft auch in kleineren Städten oder auf dem Land möglich werden. Bis dahin muss Amazon allerdings die Hürden der Luftfahrt überbrücken und beispielsweise mit den beteiligten Flugsicherheitsbehörden einen Konsens finden.

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