EU verhängt Kartellstrafe in Höhe von 242 Millionen Euro gegen Qualcomm

EU verhängt Kartellstrafe in Höhe von 242 Millionen Euro gegen Qualcomm

Qualcomm darf wieder einmal tief in die Taschen greifen, diesmal dank der EU, die gegen das amerikanische Unternehmen eine Kartellstrafe in Höhe von 242 Millionen Euro verhängt hat. Grund hierfür sei das Ausnutzen der marktbeherrschenden Stellung des Halbleiter-Giganten.

Marktbeherrschende Stellung im 3G-Sektor missbraucht

Die EU sieht es als erwiesen an, dass Qualcomm in den Jahren 2009 – 2011 3G-Chips für USB-Modems unter Preis verkauft hat, um den Konkurrenten Icera aus dem Markt zu drängen, was auch geklappt hat, mittlerweile wurde das Unternehmen von Nvidia aufgekauft. Damit hätte das Unternehmen gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen, die Strafzahlung in Höhe von 242 Millionen Euro entspricht 1,27% des Jahresumsatzes 2018.

„Baseband-Chipsätze sind wichtige Komponenten mobiler Geräte, da sie deren Verbindung mit dem Internet ermöglichen. Qualcomm verkaufte diese Produkte seinen wichtigsten Kunden zu nicht kostendeckenden Preisen, um einen Wettbewerber auszuschalten. Das strategische Vorgehen von Qualcomm verhinderte Wettbewerb und Innovation auf diesem Markt und beschränkte die Auswahl der Verbraucher in einer Branche, in der die Nachfrage nach innovativen Technologien und das Potenzial dafür sehr hoch sind. Da dieses Verhalten gegen die EU-Kartellvorschriften verstößt, haben wir heute gegen Qualcomm eine Geldbuße von 242 Millionen Euro verhängt.“ – EU-Kommissarin Margrethe Vestager

Damals betrug der Marktanteil Qualcomms rund 60% der UMTS-Baseband-Chipsätze, um die Konkurrenz klein zu halten, wurden die Chipsätze unter Wert an Huawei, ZTE und co verkauft.

EU verhängt Kartellstrafe in Höhe von 242 Millionen Euro gegen Qualcomm

Nicht die erste Strafzahlung dieser Art

Und dieser Vorfall ist nicht der erste seiner Art: Bereits im Januar 2018 wurde Qualcomm zu einer Zahlung von rund 997 Millionen Euro verdonnert, damals hatte der Chiphersteller seine marktbeherrschende Stellung bei LTE-Basisband-Chipsätzen missbraucht, um seine eigene Position im Marktsegment zu festigen und die Konkurrenz zu verdrängen. Auch durch diverse Patentstreite mit Apple ist das Unternehmen mittlerweile relativ bekannt, zumeist ist die Assoziation allerdings nicht gerade erfreulich.

Was haltet ihr von dieser Kartellstrafe – gerechtfertigt, oder nicht? Diskutiert darüber gerne in den Kommentaren.

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3 Kommentare zu "EU verhängt Kartellstrafe in Höhe von 242 Millionen Euro gegen Qualcomm"

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Conny
Gast
Conny

Interessant, dass die EU so eine Strafe verhängen kann/darf.
Ich hätte nicht gedacht, dass diese Chips zum Bau von USB-Modems im EU Bereich verkauft wurden. Normalerweise passiert das doch im Produktionsland dieser Modems und die sind doch eher „Made in China“.

Was macht die EU denn eigentlich mit so einer Strafzahlung in dieser Größenordnung ? Gehaltserhöhung für jeden im EU Parlament ? grin
Oder direkt weiter an hoch verschuldete EU Staaten transferieren ?

CK
Admin

Das Geld fließt in EU Projekte wie zum Beispiel in deutsche Häfen oder die 800 Milliarden die die EU in den Aufbau des deutschen „Osten“ gesteckt hat.

Sense123
Gast
Sense123

Fairplay ist halt nicht jedermanns Sache.

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