4
Dez
2017

DJI Phantom 3 SE im Test

Bei der Phantom 3 SE handelt es sich um eine weitere Version des DJI Flagschiffes „Phantom 3“, welche es mittlerweile in rund 4 verschiedenen Ausführungen (Standard, Professional, Advanced, SE)  gibt.

Die wesentlichsten Unterschiede zur Phantom 3 sind die deutlich erhöhte Videoauflösung, die von 2,7k auf 4k erhöht wurde, und die Reichweite, die die Drohne erreichen kann. Dji gibt an, dass die Phantom eine Reichweite von beeindruckenden 4km hat. Dafür hat die SE im Gegensatz zur Pro & Advanced (Lightbridge) nur einen WiFi Video Downlink. Damit beschränkt sich die Video-Übertragungsreichweite auf ca. 1,2 km. Die Pro und Advanced kommen hingegen auf eine Reichweite von bis zu 5km.

Wie alle DJI Modelle sorgt der Akku für eine beeindruckende maximale Flugdauer von 25 Minuten. Je nach Flugmanövern und Windstärke reduziert sich die Flugzeit entsprechend. Damit die Drohne bei leerem Akku nicht wie ein Stein vom Himmel fällt, sind jedoch intelligente Systeme verbaut, die die Drohne automatisch zum Startpunkt zurückkehren lassen, bevor sich die Akkuladung dem Ende neigt. Bereits ab einer Restladung von weniger als 25% wird eine Warnung auf der App angezeigt. Die Ladezeit des Akkus liegt bei etwa 90 Minuten.

DJI Phantom 3 SE im Test

Neu hinzugekommen ist außerdem ein VPS (Visuelles Positionierungs System) bestehend aus 2 Ultraschallsensoren und einer zusätzlichen Kamera an der Unterseite des Gerätes. In Kombination mit dem eingebauten Höhenmesser ist es damit möglich die Kamera auch ohne GPS Empfang zu fliegen, zum Beispiel in Innenräumen. Dies empfiehlt sich jedoch nur für empfohlene Piloten und unter Beachtung der Nutzungshinweise, die DJI diesbezüglich gibt. Da die Ultraschallsensoren z.B. durch eine reflektierende, reinweisse oder generell kontrastarme Oberfläche gestört werden kann, sollte man sich unbedingt mit diesem Thema auseinandersetzen bevor man einen Flug ohne GPS wagt.

Für Anfänger empfiehlt es sich ohnehin zunächst den „Beginner Modus“ in der App zu aktivieren, diese begrenzt die maximale Höhe und Entfernung, die die Drohne zurücklegen darf, bevor diese automatisch abbremst und dem Benutzer eine Warnung anzeigt. Auch die Geschwindigkeit ist in diesem Modus limitiert – ohne diese  Modus erreicht die Drohne eine beeindruckende Höchstgeschwindigkeit von 57km/h was etwas mehr als 15m pro Sekunde entspricht.

Lieferumfang

Käufer der Drohne dürfen sich über folgenden Lieferumfang freuen:

  • DJI Phantom 3 SE Drohne
  • Intelligenter Akku mit LED-Ladestandsanzeige
  • Fernbedienung
  • 100W Ladegerät
  • 4 Ersatzpropeller
  • Ersatzteile für Gimbal
  • Kurzanleitung
  • DJI Sticker

Wer das Netzteil der Drohne genauer betrachtet, wird schnell eine Vielzahl verschiedenster Prüfsiegel entdecken – unter anderem das CE Zeichen, das GS Zeichen und ein TÜV-Siegel inklusive einer TÜV ID. Die angegebene TÜV ID lautet „1000000000.“ Nun könnte man schnell zu dem Schluss kommen, dass die Produzenten im fernen China einfach wahllos verschiedenste deutsche Siegel auf das Produkt gedruckt haben. Die Recherche beim TÜV zeigt jedoch, dass das Netzteil mit der Modellnummer A14-057N1A tatsächlich den TÜV Rheinland geprüft wurde und am 02. Dezember 2014 mit dem GS (Geprüfte Sicherheit) Siegel zertifiziert wurde (Quelle: https://www.certipedia.com/certificates/50298907 )

Technische Details

DJI Go App

Je nach Phantom Modell muss man eine andere App wählen. Die P3 SE nutzt die App namens „DJI Go App“, die im App Store und bei GooglePlay zu finden sind. Nur mit dieser ist es möglich die Drohne überhaupt zu fliegen. Leider ist die App weiterhin ausschließlich in englischer Sprache erhältlich, ist jedoch relativ intuitiv und auch für Drohnenanfänger relativ verständlich aufgebaut.
Die App selbst bietet jedoch auch eine Vielzahl verschiedenster Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich unterschiedlicher …..

Vor dem ersten Flug mit der Drohne muss man sich bei DJI registrieren und seine Drohne mittels Seriennummer (des Gimbals und der Drohne selbst) mit dem Account zu verknüpfen. Für Freunde von Daten & Zahlen bietet die App interessante Statistiken und Aufzeichnungen aller Flüge inklusive der maximalen Höhe, zurückgelegter Strecken und ähnliches.

Insgesamt läuft die App recht ordentlich. Beim zweiten Flug ist die App einmal abgestürzt und musste neu gestartet werden. Das Fliegen war natürlich weiterhin über die Fernbedienung möglich.

Die Fernbedienung

DJI Phantom 3 SE im TestDie Fernbedienung der Phantom 3 SE ist recht spartanisch aufgebaut, kann jedoch durch die verschiedenen Schalter für Verwirrung sorgen, da die enthaltenen Handbücher leider nur wenige Grundinformationen erklären. Neben den Steuerknöpfen, die lediglich für den Flug der Drohne relevant sind, gibt es noch 2 elementare Kippschalter, deren Funktion ich im Folgenden erkläre.

S1 Schalter (rechte Seite)

Durch den Kippschalter S1 lässt sich der Flugmodus der Drohne einstellen:

  • Modus P (Position halten per GPS)
  • Modus A (Höhe halten)
  • Modus F (Funktionsmodus mit intelligenten Flugmodi)

Für Fluganfänger empfiehlt sich zunächst der Modus P (Position), da die Drohne in diesem Modus selbstständig die Position und die Höhe hält und nicht vom Wind weggeweht wird.

DJI Phantom 3 SE im Test

Im Modus A (Altitude) übernimmt die Drohne lediglich selbstständig die Steuerung der Flughöhe und ist hierbei vollständig dem Wind ausgesetzt. Das heisst konkret, dass die Drohne durch eine Windböhe weggeweht wird und der Pilot mittels der Fernbedienung entgegensteuern muss um eine Kollision zu vermeiden.

 Die wirklich interessanten intelligenten Flugmodi sind zu finden im Modus F (Function). Die Phantom3 bietet in der App die folgenden Modi zur Auswahl: Point Of Interest, Follow-Me, Waypoints, Course-Loc, Home-Lock.

DJI Phantom 3 SE im Test

DJI Phantom 3 SE im Test

DJI Phantom 3 SE im Test

S2 Schalter (linke Seite)

Dieser unscheinbare Kippschalter bietet vor allem eine wichtige Funktion, nämlich die „Return To Home „Funktion. Um diesen zu aktivieren muss man den Kippschalter lediglich einmal schnell nach unten und einmal nach oben bewegen. Die Drohne fliegt dann zunächst auf die vorkonfigurierte Rückkehrhöhe und fliegt dann autonom zum Startpunkt zurück. Über die App lässt sich dieser Vorgang natürlich auch jederzeit abbrechen

Eine weitere Funktion des S2 Schalters ist ein Neukoppeln der Fernbedienung für den Fall, dass man eine neue Fernbedienung kaufen musste.

Die dritte Funktion ist ein Zurücksetzen der WLan-Einstellungen bei dem das Passwort auf das Phantom Standard-WLAN Passwort 12341234 zurückgesetzt wird.

Kamera

Mit einer maximalen Videoauflösung von 4k (bei 30 fps) und einer Fotoauflösung von 12MP (4000*3000 Pixel) bietet die Drohne für diesen Preis eine relativ solide Ausstattung. Die Kamera hat eine feste Brennweite von 2.8 ist also durchaus lichtstark. Der Aufnahmewinkel beträgt 94°. Die Möglichkeit die Fotos im RAW-Format aufzunehmen, dürfte vor allem für Foto-Enthusiasten interessant sein. Durch eine digitale Entwicklung z.B. in Photoshop oder Lightroom lassen sich noch einige Details aus den Bildern rauskitzeln, die bei einer Aufnahme im klassischen JPG Format verloren gehen. Für eine rauscharme Aufnahme empfiehlt es sich den ISO Wert auf einem möglichst niedrigen Level (100) einzustellen.

Foto im RAW Format:
DJI Phantom 3 SE im Test

RAW entwickelt:
DJI Phantom 3 SE im Test
(Originalfotos werden nachgereicht!)

DJI Phantom 3 SE im Test

Die Phantom 3 im Flug

Selbst bei starkem Wind von etwas über 30km/h war es problemlos möglich die Phantom an einer Stelle hovern zu lassen ohne, dass diese ihre Position verändert hat. Der Gimbal, der die Kamera selbstständig in einer horizontalen Position hält leistet hervoragende Arbeit und sorgt für eine stabile Aufnahme von Fotos und Videos.

Um vor allem die Filmaufnahmen noch aufzuwerten und gegebenfalls sogar einen „cineastischen Effekt“ zu erzeugen, gibt es eine Vielzahl verschiedenster ND oder Polarisationsfilter diverser Hersteller. Leider ist es jedoch bei der Phantom 3 SE nicht möglich die Originallinse von der Kamera zu schrauben, wie das bei anderen Phantom Modellen möglich ist. Die einzige Möglichkeit besteht daher Filter zum Aufstecken zu nutzen – bei diesen ist die Auswahl jedoch leider sehr gering oder die Kompatibilität mit der Drohne ist nicht gegeben. Obwohl vor allem (semi)professionelle Drohnenfilmer und Fotografen nahezu immer mit Pol- oder ND-Filtern fliegen, hat DJI bei diesem Modell leider darauf verzichtet eine abschraubbare Linse zu verbauen. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Modelle vielleicht sogar direkt über ein Aussengewinde verfügen und somit von Haus aus die Möglichkeit solch nützlicher Addons bieten.

Phantom 3 SE Kritik

DJI Phantom 3 SE im TestEinige wenige Kritikpunkte an dem Copter gibt es jedoch dennoch: Durch die Position des Kameragimbals kann es bei Flugaufnahmen vorkommen, dass man im oberen Bildbereich die rotierenden Flügel im Bild hat welche dann unschöne Ghosting-Effekte verursachen. Dieser Effekt trifft jedoch ausschließlich auf, wenn die Kamera frontal ausgerichtet ist und man eine gewisse Fluggeschwindigkeit erreicht. Lösen ließe sich dieses Problem seitens DJI nur, wenn man die Kamera niedriger platzieren würde – wodurch die gesamte Drohne jedoch noch größer und somit unhandlicher würde. Womit ich zum zweiten kleinen Kritikpunkt komme: die Größe der Drohne. Zwar liefert die Drohne ausgezeichnete Ergebnisse, tolle Flugmomente und jede Menge Spaß aber als handlich kann man diese keineswegs bezeichnen. Falls man plant die Drohne z.B. in einen Urlaub mitzunehmen, müsste man zunächst die Propeller abschrauben und die Drohne dann inklusive der relativ klobigen Fernbedienung in einen voluminösen Rucksack packen. Dass es bei gleicher oder besserer Leistung dennoch deutlich kompakter und handlicher  geht, zeigt der Hersteller DJI anhand der DJI Mavic Platinum Drohne.

Der dritte Kritikpunkt betrifft die Firmware: es erscheinen regelmäßig Firmware-Updates, die man unbedingt über die App installieren sollte, da diese Fehler beheben oder neue Funktionen hinzufügen was als durchweg positiv zu betrachten ist. Diese Updates sorgen jedoch fast immer dafür, dass die Einstellungen, die man bis zu diesem Zeitpunkt in der App durchgeführt hat zurückgesetzt werden. Diese muss man also zunächst wieder manuell herstellen um mit den bisherigen Einstellungen zu fliegen.

Leider ist auch nahezu alles fest verbaut bei der Drohne. Im Fall eines etwas-härteren Crashes z.B. ist es nicht ohne weiteres möglich ein Teil selbstständig zu ersetzen. Lediglich die Propellerblätter lassen sich problemlos austauschen – sollte jedoch der Gimbal oder die Kamera beschädigt werden, muss man im Zweifelsfall den Reparaturservice von DJI bemühen oder sich selbst an die aufwändige Reparatur

Fazit zur Phantom 3 SE

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei der Phantom 3 SE um eine ausgereifte Drohne handelt, die sich im semi-professionellen Bereich befindet. Die Preis-Leistung im Vergleich zu anderen Drohnen ist ausgezeichnet. Von allen aktuell verfügbaren Phantom Modellen überzeugt mich die SE Variante am meisten, da diese technisch auf aktuellem Stand ist und sich zwischen den bisherigen Phantom 3 und der deutlich teureren Phantom 4 Variante platziert.

DJI Phantom 3 SE im Test

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2 Kommentare zu "DJI Phantom 3 SE im Test"

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tom
Gast

Die Einstufung der SE ist leider falsch. Dies ist in keinster Weise das neue Spitzenmodell der 3er Serie.

Vielmehr plaziert sich die Phantom 3 SE irgendwo zwischen der Standard und der Advanced (Standard, SE, Advanced, Professional).

Die SE hat im Gegensatz zur Pro & Advanced (Lightbridge) nur einen WiFi Video Downlink. Dies beschränkt die Video-Übertragungsreichweite auf ca. 1,2 Km (Pro & Advanced ca. 5 km). Dies ist ihr größter Nachteil.
Dafür hat sie wie die Pro eine 4K Kamera verbaut.

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