Ob das Hoverboard der neue Gameboy oder der Beginn einer neuen Bewegung ist, bleibt noch abzuwarten. So oder so, Hoverboards sind unter den am meisten diskutierten Gadgets des noch jungen Jahres 2016 und es gilt nun ähnlich wie im Gebiet der Selfie Sticks herauszufinden, welche man kaufen sollte und welche lieber nicht gekauft werden sollten. Ich habe im Bereich dieser selbstbalancierenden Zweiräder mehr als 10 Stunden recherchiert und bin mit zwei Modellen insgesamt mehr als 20 Stunden gefahren. Nach dem Test kann ich keines der zwei Testmodelle emporheben, da sie alle sehr ähnlich arbeiten und die gleiche Technologie verwendet wird. Aber ich kann dir in diesem Artikel einen Rat geben, auf was du beim Kauf achten solltest und ich empfehle ein Modell, welches meinen Kriterien für einen sicheren Kauf entspricht.

Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Swagway X1

 

Mein Ziel war es herauszufinden, was für Unterschiede zwischen den Modellen bestehen, die von außen weitgehend identisch zu sein scheinen und trotzdem zu so unterschiedlichen Preisen verkauft werden. Letztendlich fand ich in meinem Test heraus, dass ich lieber kostengünstigere Clone fahre, als ein „echtes“ Hoverboard für 1000 € und mehr, da die Bedienung der Hardware auf den billigen Geräten leichter zu verstehen war. Mein allgemeiner Rat ist, ein kostengünstiges Hoverboard mit einer langen Garantie und gutem Kundendienst zu wählen.

Nachdem ich mich durch ellenlange Produktlisten durch Dutzende von Modellen gesucht habe, die diese Kriterien erfüllen sollen, haben ich mehrere Hoverboards getestet und fand heraus, dass sie in Punkto Design und Leistung sehr ähnlich zu sein scheinen. Allerdings ist das Swagway X1 das einzige Hoverboard von einem Unternehmen mit einer Kundendienstabteilung, die auch tatsächlich auf meine Nachrichten mit Hilfeanfragen antworteten, was dafür bezeichnend ist, wie das Unternehmen auf Kundenanfragen im Falle eines Garantieanspruchs reagieren wird. Ein eigener “Lernmodus” macht es leichter, das Swagway zum ersten Mal zu benutzen, als andere Modelle; ich fühlte mich wohler schneller zu fahren als auf anderen Modellen. Und es hat ein UL-zertifiziertes Ladegerät, was nicht alle Konkurrenten haben und hilft die Angst zu minimieren, dass das Gerät das ganze Haus beim Laden abfackelt. Wenn du jetzt sofort ein Hoverboard kaufen willst, solltest du dich dafür entscheiden.

Wenn das Swagway ausverkauft ist oder eine Preiserhöhung erfährt, ist der MonoRover R2 eine gute Option. Wenn du nach einem Hoverboard shoppen gehst, denk daran: wenn ein Modell aussieht wie das Swagway und der MonoRover, ist es wahrscheinlich ein solcher Nachbau mit dem gleichen Inhalt. Wenn es also ein ähnliches Modell in der der 300 – 400 € Preisklasse gibt und dieses gute Bewertungen bekommen hat, ist es vermutlich auch sicher zu kaufen, auch wenn man nicht sicher sein kann, ob das Ladegerät UL-zertifiziert ist oder etwas im Inneren doch komplett anderes verbaut wurde. Wer ein Hoverboard kaufen will, sollte vorab den Händler kontaktieren und herausfinden, wie gut der Support ist.

Kleine Hoverboard-Galerie:

Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Bild: Für Groß und Klein eignet sich das Gefährt. Nachweis: 1000 Words-340283741/Shutterstock.com
Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Bild: Es sieht einfach aus, bedarf aber etwas Übung. Nachweis: Lenscap Photography-356184749/Shutterstock.com
Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Bild: Das Gerät eignet sich sowohl für draußen, als auch für die Nutzung im Innenraum. Nachweis: Ozgur Coskun-374316565/Shutterstock.com
Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Bild: Stylisch. So schön kann cruisen mit dem Hoverboard sein. Nachweis: Dantess-371434855/Shutterstock.com

 

Sind diese Dinger wirklich Hoverboards?

Nein, sie schweben nicht wirklich, sondern “Hoverboard” ist der am häufigsten verwendete Begriff für diese Geräte, hauptsächlich, weil es keinen vereinbarten Namen für diese Produktklasse gibt. Sie werden zum einen Selbstbalancierende-Scooter (self-balancing scooters), motorisierte Personentransporter oder intelligente zweirädrige drift boards genannt. Es gibt endlose Zusammenschlüsse dieser Begriffe, oder einfach nur verschiedene Markennamen. Das alles macht es schwieriger sie zu finden, wenn man nicht weiß, wo man sie suchen muss. In diesem Artikel bleibe ich der Einfachheit halber beim Begriff “Hoverboard”.

Wie ist es, ein Hoverboard zu fahren?

Hoverboards sind nicht geeignet, das Auto, Fahrrad oder den Bus als tägliche Form des Reisens zu ersetzen – außer du musst nur wenige Meter über glatt asphaltierte Straßen zurücklegen. Sie haben eine begrenzte Reichweite (weniger als 16 Kilometer auf flacher Straße) und sie bewegen sich auch nicht sehr schnell (das schnellste Modell das ich getestet habe schafft rund 16 km/h). Aber es macht extrem viel Spaß, mit ihnen zu fahren.

Bis man sich an die Nutzung eines Hoverboards gewöhnt, dauert es mindestens ein paar Minuten – bei manchen Leuten dauert es länger. (Ich empfehle, einen Sturzhelm zu tragen und vielleicht einen Freund hinter einem zu haben, falls man fällt.) Sobald man den Dreh raus hat ist es wie beim Fahrradfahren: Man denkt selten darüber nach was man macht, wenn man drauf sitzt. Um vorwärts zu fahren, drückt man die Fußspitzen nach unten; wenn man sich drehen will, drückt man den Hacken auf der Seite runter wo man sich hindrehen will. Der schwierigste Teil ist das Auf- und Absteigen, weil sich das Board in dem Augenblick beginnt zu bewegen, wenn man einen Fuß drauf stellt. Am besten hält man sich für das Balancing an einem Zaun oder der Wand fest, während man die ersten Male auf- und absteigt. Der Lernmodus des Swagway hilft dabei ziemlich stark, da es in diesem Modus leichter ist, da das Hoverboard weniger empfindlich reagiert und es so einfacher ist einen Schritt weiter zu machen.

Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Swagway X1 Rückseite

 

Was die Sicherheit betrifft, hat das Hoverboard durch die kleinen Räder und den fehlenden Lenker (wie bei einem Segway) zum Festhalten einen Nachteil, weil es die Stabilität verringert, besonders wenn man über unregelmäßiges Gelände fährt. Es ist in der Wohnung oder auf glattem Bürgersteig in Ordnung, aber man sollte sich auf die Herausforderungen vorzubereiten die z.B. Bodenwellen, Fugen oder raue Oberflächen bereithalten: Hindernisse die man regelmäßig auf einer Straße oder dem Bürgersteig begegnet.

Neben der Stabilität ist der vielleicht größte Nachteil dieser Dinger die Art und Weise, wie man betrachtet wird, wenn man auf so einem Gerät fährt. Obwohl wir nun mittlerweile das Jahr 2016 schreiben, ist das Hoverboard keinesfalls ein häufig gesehenes Spielzeug auf der Straße und so fühlt man sich ständig wie ein Fremdkörper oder gar ein Science-Fiktion-Schauspieler aus einem Video, wenn man damit zwischen den normal laufenden Menschen hin und her düst.

Wo kann man fahren?

Bevor man versucht, mit einem solchen New Board durch die Gegend zu fahren, sollte man prüfen, wo das Gerät überhaupt erlaubt ist. In Deutschland selbst ist das Board auf öffentlichen Straßen verboten, da es motorisiert ist, über 6 km/h fährt und damit als Kraftfahrzeug gilt, jedoch keine Zulassung in Deutschland besitzt.

Aber auch wenn man über die 50 € Bußgeld (oder mehr) hinweg sieht und mit dem Board unterwegs ist, sollte man seine eigenen Fahrkünste nicht überschätzen, da es sehr schwierig ist zwischen Passanten zu manövrieren und man des Öfteren gegen Menschen rempelt oder ein Fuß im Weg steht.

Mögliche Gefahren

Es gibt eine beunruhigende Zahl von Berichten in denen Hoverboards Feuer gefangen haben. Größtenteils sind diese Brände beim Laden des Hoverboards aufgetreten.

Leider ist es schwierig festzustellen, welche Modelle sicher sind, denn selbst bekannte Marken können billige Komponenten verwenden, um Kosten zu sparen.

Ich empfehle weiterhin, auf Budget-Preise bei Hoverboards von unbekannten Firmen zu verzichten und stattdessen von einem Unternehmen mit einer Niederlassung in den USA oder Europa und Kundensupport zu kaufen.

Wie habe ich getestet?

Die drei Hoverboards die ich getestet habe, heißen: der MonoRover R2 für rund 420 € und den Swagway X1 für knapp 500 €. Die Modelle unterscheiden sich, aber die Unterschiede sind nicht annähernd so groß, wie man es erwarten könnte.

Ich fand den MonoRover R2 und Swagway X1 bei einer Suche durch Amazon, wo es tausende Modelle gibt und diese beiden US-Firmenadressen und mindestens ein Jahr Garantie plus mindestens 100 Amazon-Rezensionen mit überwiegend positiven Bewertungen haben. Von dort aus habe ich Kontakt mit jedem Unternehmen per Muster-Email gehabt. Sieben Firmen haben nie geantwortet. Darunter auch Markenherstellern wie IO Moonwalkers und dem PhunkeeDuck Hersteller PhunkeeTree. Wenn die Firmen schon nicht auf Emails antworten, sollte man da auch nicht hunderte von Euros investieren.

Eine (relativ) sichere Wahl

Wie oben bereits erwähnt, will ich beraten, wie man ein kostengünstiges Hoverboard mit einer guten Garantie und ansprechendem Kundendienst findet. Von den Modellen, die ich getestet habe, ist der Swagway X1 derjenige, der diese Kriterien erfüllt und das beste Fahrerlebnis bietet.

Alle drei Modelle die ich getestet habe sehen ähnlich aus. Sie haben eine kleine Plattform in der Mitte für die Füße und ein Rad auf jeder Seite. Der MonoRover und das Swagway Modell ist nahezu identisch mit nur geringen ästhetischen Unterschieden, wie z.B. andere Kurven über den Radkästen und verschiedenen Ausstattungen der Gummimatten und der Räder.

Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Swagway X1 Vorderseite

 

Die beiden haben ähnliche aber nicht identische Spezifikationen. Der MonoRover R2 Scooter soll etwa 7½ Meilen pro Stunde (rund 12 km/h) fahren, während der Swagway X1 behauptet sogar 10 Meilen pro Stunde zu rollen (16 km/h). Da ich die genaue Geschwindigkeit nicht testen konnte, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass der Swagway X1 auch bei hohen Geschwindigkeiten sehr stabil bleibt und ich mich sicherer fühle als auf dem MonoRover R2. Da man sich nirgendwo festhalten kann, fährt man eh nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit, da man psychologisch von sich selbst gebremst wird.

Bei der Reichweite gibt jedes Segway rund 20 Meilen pro Ladung an, was aber in Wirklichkeit nur 7,25 Meilen sind (etwas über 12 km statt 24 km).

Die beiden Hoverboards können Personen mit einem Gewicht von 100-125 kg tragen. Mindestens sollten es aber wohl 22 Kilo sein, damit die Sensorik ausreichend gut funktioniert.

Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Der MonoRover R2

 

Um es einfach zu machen: In realer Testumgebung war kein großer Unterschied bei beiden Boards festzustellen.

Der MonoRover R2 und das Swagway X1 ließen sich nahezu gleich gut fahren. Allerdings hat der Swagway gegenüber dem MonoRover einen Vorteil: den Lernmodus. Drückt man einmal die Power-Taste, wenn man ihn einschaltet und der Swagway wechselt automatisch in einen Modus, in dem die Sensoren weniger empfindlich sind es leichter fällt sich an die Fahrweise zu gewöhnen, besonders beim Auf- und Absteigen. Insgesamt fühlt sich die Fahrt auf dem Swagway stabiler und komfortabler an.

Nach all dem was ich von außen beurteilen konnte ist die Wahl des Swagway X1 Gewinner unvermeidlich. Aber da es auch um die Sicherheit geht und man wissen will, was im Gerät versteckt ist auf dem steht, hat sich iFixit dem Board angenommen und es auseinander gebaut.

 

Das beste Hoverboard was man kaufen kann
iFixit hat ein Swagway X1 auseinander genommen

 

Insgesamt ist iFixit aufgefallen, dass der Batterielader gut produziert wurde, die Kabel sind gut verlegt und die Verbindungsstücke sind sicher isoliert. Die Batterie ist separiert vom Mainboard und von LG produziert.

Worauf kann man sich freuen?

Swagway, der Hersteller des Testsiegers bringt im Februar 2016 den Swagtron für 500 $ auf den Markt. Das Modell wurde überarbeitet und soll anders aussehen, die Batterie soll sicher verpackt sein und so auch bei einem unwahrscheinlichen Brand nicht das ganze Gerät in Flammen aufgehen lassen und es sollen Bluetooth-Lautsprecher, eine Smartphone App und ein Tragegurt integriert werden.

Sollte ich mir eins kaufen?

Hoverboards sind Spielzeuge. Sie sind ausgefallene Spielsachen die Spaß machen, aber das ist auch schon alles. Wenn du dir eins kaufen willst, behalte immer den Sicherheitsaspekt und auch die Radgröße in Zoll im Hinterkopf. Ein paar hundert € machen hier schon einen gewaltigen Unterschied in Punkto Qualität, was man von außen nicht sehen kann.

Wenn man das beachtet, kann man los ziehen und einen Self-balancing-scooter kaufen! Während ich nicht alle Geräte testen konnte, ist das Swagway X1 eine sichere Wahl, da es zum Beispiel bei Amazon nur halb so viel wie teure Markenmodelle kostet und ziemlich viel Sicherheit bietet. Es kommt mit einer Garantie und gutem Kundensupport daher. Wenn man noch etwas warten muss (weil man Geld sammeln will), sollte man auf den Nachfolger von Swagway warten. Schon steht einem coolen Video mit Hoverboard-Moves bei Youtube nichts mehr im Wege!

Das beste Hoverboard was man kaufen kann
Infografik: Mit bis zu 20 Km/h kann ein Hoverboard fahren. Infografik: mein-deal.com