15
Jun
2017

Xiaomi Mi6 im Test

Wieder einmal schafft es Xiaomi für wenig Geld ein Smartphone auf den Markt zu werfen, welches sich hinter aktuellen High-End Smartphones wie dem Samsung Galaxy S8 weder in Sachen Performance, noch Verarbeitung verstecken muss. Zwar gibt es hier und da ein paar Kritikpunkte, im Gesamtbild kann das Xiaomi Mi6 aber jedoch punkten. Ein großer Dank geht wieder an Gearbest, die mir das Gerät zum Testen zur Verfügung gestellt haben.

Xiaomi Mi6 im Test

Das Design Xiaomi Mi6

Xiaomi Mi6 im TestDas Gehäuse besteht vollständig aus Glas, welches in einem Alurahmen eingefasst wird und macht einen sehr edlen Eindruck. Nimmt man es das erste mal in die Hand, kann man erst gar nicht glauben, dass man hier ein Smartphone von gerade mal 400€ in den Händen halt.

Mit seiner Größe von 145,2 x 70,5 x 7,5mm kommt es auf ein Gewicht von 168g in der Glasversion und auf 182g in der Keramikversion. Als Display kommt ein 5,15 Zoll IPS-LCD Bildschirm zum Einsatz, welcher mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Punkte auflöst.

Auf der Vorderseite befindet sich eine 8 Megapixel Frontkamera, ein Annäherungs- und Lichtsensor, so wie eine Benachrichtigungs-LED, die bisher leider nur in weiß leuchten kann – ob eine Änderung softwareseitig möglich ist, ist noch nicht bekannt.

Zum ersten Mal verbaut Xiaomi auch einen Stereo-Lautsprecher. Xiaomi-typisch greift man auf Softtasten zurück, die jeweils links und rechts vom Fingerabdrucksensor positioniert sind. Wie oben schon geschrieben, besteht auch die Rückseite, auf der sich die zwei 12-Megapixel Kameras befinden, aus vollständig abgerundetem Glas, was das Xiaomi Mi6 zu einem Handschmeichler macht. Im Gegensatz zum Mi5 liegt es sehr gut und nicht ganz so rutschig in der  Hand. Wer dennoch Angst hat, dass es ihm aus den Händen gleitet, kann die mitgelieferte TPU Hülle nutzen.

Nach nun knapp 3 Wochen Dauernutzung hat die Rückseite aber bereits haarfeine Kratzer, die wohl nicht ausbleiben,  wenn man das Gerät ohne Schutzhülle nutzt. Diese sind aber normale Gebrauchsspuren und entstehen, wenn man es beispielsweise auf den Tisch legt.

Hardware: Viel Leistung für wenig Geld

Xiaomi Mi6 im TestWer sich mit der Marke beschäftigt hat, weiß, dass er für wenig Geld viel geboten bekommt. So ist es auch bei diesem Smartphone.

Verbaut wurde Qualcomms aktuellster schnellster und aktuellsten SOC, der Snapdragon 835 dessen Kerne auf jeweils bis zu 2,45GHz getaktet sind – die selbe CPU ist auch in der US-Version des Galaxy S8 und S8+ eingebaut.

Als Grafikeinheit setzt Xiaomi auf den Qualcomm Adreno 540, der bei Full HD genug Reserven für Spiele bietet, aber auch bei 2K Auflösungen nicht schlapp machen würde, aber bei der Größe von 5,15 Zoll nicht wirklich Sinn macht. 1.920 x 1.080 Pxiel sind mehr als ausreichend, so kommt man auf 423 dpi, einzelne Pixel erkennt man hier nicht.

Der Arbeitsspeicher ist mit 6GB sehr gut bemessen, wenn nicht sogar überdimensioniert. Selbst im absoluten Stresstest habe ich nicht mehr als 4GB im RAM gehabt, Apps starteten blitzschnell und waren sofort einsatzbereit.

Xiaomi Mi6 im Test

Worüber man sich allerdings Gedanken machen sollte, ist der Speicher. Ihr habt die Wahl zwischen 64GB und 128GB, welche nicht erweitert werden können. Ich habe viele Apps, Musik und vielleicht auch viele Videos und Bilder auf meinem Smartphone, komme aber ohne Probleme mit 64GB aus, aber das muss natürlich jeder selber für sich entscheiden. Im Zweifelsfall einfach zur 128GB Version greifen, dann hat man Ruhe.

Dual-Sim? Kein Problem! Wer einen günstigen Datentarif sein eigen nennt, kann diesen nebst seinem normalen Tarif in seinem Smartphone nutzen, das ist für mich vor allem im Urlaub immer sehr nett.

Software: Android 7.1 als Shop-ROM

Standardmäßig war bei mir MIUI 8 auf Basis von Android 7.1 installiert, allerdings als Shop-ROM. So war es meine erste Aufgabe nach dem Unboxing, dass ich mir die aktuellste Xiaomi.eu ROM besorgt und direkt geflashed habe. Da ich schon einen MIUI Account hatte, musste ich lediglich 6 Stunden warten, bis ich meinen Bootloader entsperren „durfte“.

Eine genaue Anleitung findet ihr hier: https://www.chinamobilemag.de/tutorials/xiaomi-mi-6-bootloader-entsperrren.html

Display: Lebendige Farben auf AMOLED

Wie zuvor schon erwähnt verbaut Xiaomi ein 5,15 Zoll großes IPS-LCD Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Die Pixeldichte ist vollkommen ausreichend, hier kommt man auf 428 PPI.

Man kommt auf ein Verhältnis von 71,4%, die das Display bedeckt. Bei der Helligkeit knausert man nicht, satte 600 nits erreicht es, was wirklich sehr hell ist. Der Kontrast gefällt mir sehr, die Farben wirken lebendig und nicht künstlich, wie ich es von AMOLED-Displays gewohnt bin. Vor Kratzern muss man selbst ohne Schutzfolie keine Angst haben, es kommt zwar kein Gorilla Glas, sondern eine Eigenentwicklung von Xiaomi zum Einsatz, aber diese ist genau so Widerstandsfähig. Und sind wir mal ehrlich, vor einem unglücklichen Sturz hilft auch das beste Panzerglas nicht.

Kamera: Dualkamera macht gute Bilder

Wer beim Smartphone viel Wert auf die Qualität der Bilder legt, dem kann ich jetzt schon mal sagen, dass er sich freuen darf. Xiaomi hat eine Dualkamera verbaut, die auf zwei verschiedene Sensoren zurückgreif. Zum einen ist es der Sony IMX386, mit 4-Achsen-Bildstabilisator und einer f/1.8 Blende und für Aufnahmen mit einem verlustlosen Zoom der Samsung S5K3M3 mit einer f/2.6 Blende.

Die Qualität der Bilder braucht sich auch hier nicht hinter einem S8 zu verstecken, wenngleich auch das S8 etwas bessere Bilder macht – hier muss man aber auch einfach mal den Preis im Hinterkopf behalten. Was mir besonders gut gefällt ist der Bokeh-Effekt, den man in dem neuen Portraitmodus erhält. Mit diesem sehen Bilder aus wie mit einer DSLR-Kamera geschossen. Weiterhin ist die Kamera-App sehr einfach gehalten, bietet mit ein paar Fingertips den Blick auf die wichtigsten Funktionen wie HDR, Blitz, Portrait-Modus und Belichtung.

Videoaufnahmen finde ich auch sehr gelungen, denn der Bildstabilisator verrichtet seinen Dienst sehr gut. Was mir nicht nicht ganz so gut gefällt ist die 30 FPS Sperre. Sowohl bei 4K Aufnahmen, als auch bei Full HD Aufnahmen, wo 60 FPS eigentlich problemlos möglich sein sollten. Hier bleibt nur zu hoffen, dass Xiaomi schnell reagiert und einen Patch nachliefert, der das Ganze fixt. Solltet ihr eure Kamera für Zeitraffer-Aufnahmen nutzen wollen, könnt ihr sogar den Intervall von 12 bis 1800 mal einstellen.

Akku: Genug Kapazität und Quick Charge 3.0

Der Akku hat eine Kapazität von 3.350 mAh und bringt einen sicher durch den Arbeitstag. Bisher habe ich noch keinen Tag gehabt, bei dem ich „nachladen“ musste, bevor ich gegen 21 Uhr ins Bett gegangen bin. Solltet ihr Hardcore-Nutzer sein, ist euer Akku Dank Quick Charge 3.0 aber auch schnell wieder an- oder aufgeladen. Im Vergleich zu den Maßen des Mi6 ist der Akku gut dimensioniert. Im Screen on Test kam ich auf knappe 7 Stunden, ein ziemlich guter Wert.

Xiaomi Mi6 im Test

Fazit: Kaum etwas zu bemängeln

Wirklich negativ aufgefallen ist mir bisher nichts. Für manche ist das fehlende Band 20 ein Ausschlusskriterium, ich wohne allerdings in einer Großstadt und bemerke keinen Unterschied.
Die Kamera gefällt mir sehr gut, die Bilder sind detailgetreu und haben einen schönen Dynamikumfang – ich könnte mir auch ganz gut vorstellen, dass ich im Urlaub nun nicht immer zu meiner Kompaktkamera greife. Bisher ist es mein „Alltagsgerät“ und ich kann mir gut vorstellen, dass ich es auch weiterhin nutzen werde.

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2 Kommentare zu "Xiaomi Mi6 im Test"

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keimax
Gast

Die Testbilder überzeugen mich nicht. Finde sie sind mit einem S7 oder 8 oder G4 G5 leider nicht zu vergleichen. Aber ausreichend sicherlich.
Das Gerät hat einen physikalischen Home Button? Das macht es sehr interessant finde ich!

Florian
Admin

Kein physischer Button, nur eine Hart „Aussparung“, wo sich der Sensor befindet (Fingerprint etc.)

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