📊 Strom  & Gaspreis Schock 2027: Diese Briefe kommen jetzt – so wechselt man rechtzeitig

Der Weg zum Briefkasten kann in den nächsten Tagen einen kleinen Schock auslösen. Viele Strom- und Gasversorger erhöhen zum 1. Januar 2027 ihre Preise und das teilweise um bis zu 20 Prozent. Gerade bei Häusern, die mit Gas versorgt werden, kann es ins Geld gehen, da dort die höchste Erhöhung erwartet wird. Bei einem Aufschlag von 20 Prozent bedeutet dies für ein Einfamilienhaus Mehrkosten von bis zu zu 500 Euro pro Jahr.

Allerdings eröffnet solch ein Brief mit einer Erhöhung die Möglichkeit zum Wechsel, da dadurch ein Sonderkündigungsrecht entsteht. Der Vergleich mit anderen Anbietern kann sich also lohnen. Allerdings unter Beachtung der laufenden Fristen.

Warum wird Strom und Gas wieder teurer?

Die größte Erhöhung ist beim Gaspreis zu erwarten. Die Preise an den Energiebörsen steigen durch die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus immer weiter. Aber auch beim Strom gibt deutliche Veränderungen. An der Leipziger Energiebörse liegen die Kosten für das Lieferjahr 2027 eine Megawattstunde bei knapp 160 Euro. Somit hat sich der Preis fast verdoppelt und die Versorger, die jetzt für das Jahr 2027 einkaufen, werden diese Preise an ihre Kunden weitergeben.

Aber auch bei den Netzentgelten wird an der Preisschraube gedreht. Im Schnitt steigen diese um 1,9 Prozent. Allerdings sehr variabel je nach Region. In Bayern sind Regionen mit einer Erhöhung von bis zu 32 Prozent betroffen, während zum Beispiel die Stadtwerke in Parchim die Kosten um rund 20 Prozent sinken lassen. Und dies gilt auch für Gas. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Erhöhung der Netzentgelte bei 3 Prozent. In Berlin hingegen direkt 8 Prozent und in Hamburg 7 Prozent.

📊 Strom  & Gaspreis Schock 2027: Diese Briefe kommen jetzt – so wechselt man rechtzeitig

So stark erhöhen die ersten Versorger

Einige Bürger aus einigen Regionen werden diesen Brief schon im Briefkasten gehabt haben und dadurch sind auch schon einige Erhöhungen im Umlauf. Und diese haben es in sich:

  • Stadtwerke Hamm: Gas Grundversorgung (20.000kWh) + 23,5% (ca. +47€ mehr im Monat)
  • Stadtwerke Hamm: Strom Grundversorgung (3.500kWh) + 135€ mehr im Jahr
  • GSW Kamen, Bönen, Bergkamen: Gas Grundversorgung + 22,4 Prozent

Je nach Tarif und in dieser Rechnung mit dem GSW gerechnet, können Mehrkosten von mehr als 400 Euro pro Jahr erwartet werden. Und dabei wird dies erst der Anfang sein, da die meisten Briefe noch gar nicht verschickt wurden.

Bis wann mĂĽssen die Briefe ankommen?

Versorger sind verpflichtet die Kunden rechtzeitig zu informieren und dürfen die Preise nicht einfach so anpassen und Erhöhen, ohne das die Verbraucher davon in Kenntnis gesetzt wurden. Daher sind auch Fristen für den Versand der Briefe vorhanden, die eingehalten werden müssen. Das bedeutet, dass die Ankündigung zu den folgenden Fristen erfolgen muss. Wenn diese zu spät kommt, darf der Versorger zum Jahreswechsel nicht erhöhen:

  • Grundversorgung: 6 Wochen vorher per Brief oder Internet – Stichtag: 20. November 2026
  • Sondervertrag (alle andere Tarife): 1 Monat vorher – Stichtag: 1. Dezember 2026

Euer Recht: SonderkĂĽndigung ohne Frist

Was vielen Verbrauchern gar nicht bewusst ist, ist dass sie durch eine Erhöhung des Versorgers ein Sonderkündigungsrecht zum Tag der Erhöhung eingeräumt wird. Dies gilt für die Grundversorgung, sowie auch Sonderverträge. Auch darf der Versorger dafür keine Gebühren verlangen.

Noch einfacher ist dies bei der Grundversorgung, denn hier kann die Kündigung mit einer Frist von zwei Wochen jederzeit ausgesprochen werden. Und dies auch ohne vorherigen Preisbrief. Daher lohnt es sich schon jetzt nach einer Alternative für das nächste Jahr zu suchen.

📊 Strom  & Gaspreis Schock 2027: Diese Briefe kommen jetzt – so wechselt man rechtzeitig

Warum lohnt sich jetzt ein Wechsel?

Eine Grundversorgung ist in der Regel immer die teuerste Variante, die Verbraucher wählen können. Laut Stromauskunft zahlen Verbraucher in der Grundversorgung rund 40 Cent pro Kilowattstunde. Bei anderen Anbietern lag dieser Preis bei circa 32 Cent pro Kilowattstunde. Bei 3.500 kWh pro Jahr macht das einen Unterschied bei den Kosten von fast 300 Euro pro Jahr aus.

So würden Verbraucher aus Hamm, wenn man die Preiserhöhung von oben zur Grundlage nimmt, mit der Grundversorgung rund 47 Euro mehr im Monat zahlen. Durch einen Wechsel in einen anderen Tarif desselben Versorgers würden diese Kosten sich auf +12 Euro pro Monat reduziren lassen.

Zusammengefasst: Das ist zu beachten

Die kommenden Briefe können wie Werbung aussehen! Daher darauf Acht geben, dass man sie nicht versehentlich entsorgt, bevor sie gelesen wurden. Hier sollte ganz deutlich nach Begriffen wie „Preisanpassung“ oder auch „Änderung der Vertragsbedingungen“ gesucht werden.

Danach sollte die Rechnung aufgestellt werden, wie viel dann ab Januar gezahlt werden müsste. Zur Grundlage kann man den Verbrauch aus der letzten Jahresabrechnung nehmen. Mit diesen Zahlen lässt sich in Vergleichsportalen nach einer besseren Rechnung Ausschau halten. Wichtig ist hier allerdings, die „Preisgarantie“ nicht zu verpassen, damit Versorger nicht einfach im laufenden Jahr die Preise erhöhen können.

Der Wechsel und auch die Kündigung wird meist selber vom neuen Anbieter vollzogen, sodass ihr dann selber nicht aktiv sein müsst und die Versorgung immer gesichert ist. Tipp: Notiert den Zählerstand am Tag des Wechsels, bzw. Preiserhöhung. Hier ist auch ein Foto sehr sinnvoll, damit niemand den alten Verbrauch zum neuen Preis abrechnen kann.