22
Mar
2017

Xiaomi Mi Robot Vacuum im Test

Xiaomi Mi Robot Vacuum im TestZuerst möchte ich mich bei Gearbest bedanken, die mir den Saugroboter zum Test zur Verfügung gestellt haben. Ohne die Unterstützung hätten wir den Test wohl nicht so einfach abwickeln können. Vielen Dank.

Vorwort: um die Frage direkt vorweg zu beantworten, der Saugroboter aus dem Hause Xiaomi lohnt sich auf jeden Fall. Das Preis/Leistungsverhältnis ist schlichtweg unschlagbar. Man muss natürlich auch bedenken, dass es sich hierbei um ein chinesisches Produkt handelt, welche im Preis gewohntermaßen nicht mit deutschen Angeboten zu vergleichen sind.

Xiaomi – kenne ich nicht, wer ist das?

Für unsere neuen Leser möchte ich kurz ein paar Worte zu Xiaomi verlieren. Die Firma ist im asiatischem Bereich Marktführer für Smartphones und Tablets, widmet sich aber immer mehr den SmartHome-Produkten, wie in diesem Falle einem Saugroboter mit App-Steuerung.

Xiaomi ist vor allem durch Smartphones wie dem Mi5, Mi 5S oder dem Mi Band 2 Fitness-Tracker bekannt. Das Unternehmen setzt vor allem gute Verarbeitung zum fairen Preis in den Fokus, was ich persönlich bisher immer so unterschreiben kann. Ich habe diverse Xiaomi Produkte getestet und war stets von der Verarbeitung als auch Qualität positiv überrascht.

Dennoch, wer auf teurere Alternativen verzichten möchte und stattdessen einen Saugroboter mit App-Steuerung zum guten Kurs sucht, ist mit dem Xiaomi Mi Robot Vacuum bestens bedient.

Daten zum Saugroboter und Lieferumfang

Aber wieder zurück zum Testprodukt, dem Xiaomi Mi Robot Vacuum. Daten sind natürlich wichtig für Interessenten, damit sie wissen, mit was sie es überhaupt zu tun haben. Der Übersicht halber hier eine kleine Auflistung der wichtigsten Daten:

  • 3,85kg schwer
  • 5.200 mAh Akku-Kapazität
  • 400ml Schmutzbehälter
  • 1.800pa Saugkraft
  • Laufzeit ca. 2,5 Stunden (reicht locker für bis zu 150qm)
  • 12 Sensoren (!)

Xiaomi Mi Robot Vacuum im Test

Zum Lieferumfang sei gesagt, dass er nicht ohne ist. Es liegt alles bei, was man benötigt. Sogar ein Kamm mit einer Schneide zum entfernen lästiger Haare von der Bürste. Nennt mich kleinlich, aber die Möglichkeit das Stromkabel innerhalb des Gehäuses der Ladestation aufzuwickeln ist ein Pluspunkt. Wer mag schon Kabelsalat auf dem Fußboden? Zumal Kabel ohnehin bei Seite gelegt werden sollten, sobald der Saugroboter mit seiner Arbeit beginnt.

Ein Stromadapter lag in meinem Fall nicht dabei. Gearbest liefert diesen allerdings kostenlos mit, wenn man nett fragt. Kleiner Tipp: in meinem Fall musste das Stromkabel meiner Playstation 4 herhalten, da kein Stromadapter in greifbarer Nähe war. Ihr könnt also für ein paar Euro auch ein neues Kabel bei Amazon und Co. Kaufen. Einfach mal nach „PS4 Stromkabel“ suchen und ihr findet, was ihr benötigt.

Xiaomi Mi Robot Vacuum im Test

MiHome App – Sprache und Datenschutz

Der Saugroboter verfügt wie bereits gesagt über eine App-Steuerung. Prima, bis hier hin. Die App an sich ist leider nur ca. 20% ins Englische übersetzt. Hier muss ich direkt sagen, dass dies nicht weiter schlimm ist. Das Setup für WLAN ist soweit nötig englischsprachig und kostete keine Nerven. Ist der Roboter eingerichtet, liegt euch nun ein chinesisches Menü vor – autsch! Ein Dschungel mit kuriosen Zeichen, aber keine Panik. Eigentlich muss man sich nicht zurecht finden. Mit 2 „Klicks“ im Menü seid ihr an dem Punkt angelangt, wo ihr den Saugroboter mit einem „Klick“ starten könnt.

Xiaomi Mi Robot Vacuum im Test

Eine Registrierung bei mi.com und ein dementsprechender Account ist für die App leider notwendig. Ob das nun schlimm oder praktisch ist, muss man auch hier selbst entscheiden. Das Nutzerkonto dient in erster Linie natürlich der Steuerung, aber wenn wir ehrlich sind, wird darüber natürlich auch versucht den Benutzer über Neuigkeiten zu Informieren. Mit anderen Worten: Newsletter. Dies kann allerdings abgelehnt werden und war – sofern ich mich recht erinnere – ebenfalls in englischer Sprache.

Die Sprachausgabe des Roboters an sich ist natürlich ebenfalls Chinesisch – mir persönlich macht das rein gar nichts und ist mir sozusagen auch völlig egal. In der App können unter anderem Ruhephasen (“nicht stören”) eingestellt werden. In meinem Fall benötige ich diese nun nicht, wer sich dennoch durch die Menüs kämpfen möchte, dem sei mit folgendem Video vielleicht geholfen. Leider ist die Erklärung auf Englisch, aber ich denke, dass dies immer noch weit besser als kryptische, chinesische Zeichen ist, oder?

Xiaomi Mi Robot Vacuum im TestZurück zur App – und zum Flaschenhals. Die Berechtigungen der Android App haben mich dann doch erstmal erstaunt und ein wenig Schnappatmung hervorgerufen. Es ist schon erstaunlich, warum die App so viele Berechtigungen erfordert, aber sei es drum. Datenschützer schlackern nun wahrscheinlich mit den Ohren und schlagen die Hände über dem Kopf zusammen – zu Recht natürlich. Da ich den Roboter (und auch die App) allerdings testen wollte, habe ich zugestimmt.

ABER: Updates nicht über den Play Store, sondern intern über die App und über chinesische Server? Xiaomi, bitte nicht! Leider ist dem so und ich habe einen Update-Vorschlag abgelehnt. Nachdem ich sah, welche Berechtigungen nach der Installation bekommen hat, akzeptiere ich sicherlich kein Update, welches nicht von Google vorher durchgewunken wurde. Hier muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob er das möchte oder nicht. Ich sage ganz klar: nein. (kleiner Tipp: ein Frage-Fenster mit 2 Buttons unterhalb des Textes sind mit dem linken Button abzulehnen und mit dem rechten Button zu bestätigen. 😉 )

Möchtet ihr den Roboter wegen der vielen Berechtigungen ohne App nutzen, könnt ihr natürlich per Knopfdruck den Reinigungsvorgang starten. Mit dem 2. Button, dem Home-Button, könnt ihr den Roboter anschließend zur Station zurückschicken. Dies hat natürlich den Nachteil, dass ihr weder die Karte (Übersicht) der Raumaufteilung, noch den Wartungszustand oder andere nützliche Infos zum Roboter sehen könnt.

Firmware Updates für den Saugroboter

Hier kann man etwas entspannter an die Sache rangehen. Firmware Updates machen sich durch einen roten Punkt im App-Menü bemerkbar und sind trotz kryptischer Zeichen eindeutig. Das Update dauerte in meinem Fall gute 2-3 Minuten und wird auch hier direkt von den Xiaomi Servern aus China gezogen. Bauchschmerzen bereitete mir dies allerdings nicht, denn die Firmware wird auf dem Roboter installiert und nicht auf meinem Smartphone bzw. Tablet. Somit alles im grünen Bereich. 🙂

Saugleistung und Arbeitsvorgang des Roboters

Die Saugkraft des Roboters hat positiv überrascht. Der Standard ist auf der mittleren Stufe eingestellt und für seine Verhältnisse überraschend leise. Ich hatte schon andere Modelle der Roomba Reihe im Einsatz und muss zugeben, dass diese wesentlich lauter waren.

Der Roboter schaffte in meinem Test ca. 1qm pro Minute. Die Akku-Kapazität beträgt 5.200 mAh und reicht für eine ungefähre Laufzeit von 2,5 Stunden. Dementsprechend dürfte der Roboter auf gute 150qm mit einer Akku-Ladung schaffen. Sollte es dennoch einmal knapp werden, erkennt die Software dies natürlich, sodass der Roboter automatisch den Reinigungsprozess abbricht und zur Station zurückfährt. Der Vorgang wird anschließend übrigens fortgesetzt, sobald der Akku wieder aufgeladen ist.

Ist der Vorgang abgeschlossen, spricht der Roboter zu euch – chinesisch natürlich. Selbst die App benachrichtigt euch per Push Nachricht, aber auch hier sind wieder nur kryptische Zeichen zu sehen. Sei es drum, er möchte euch einfach nur mitteilen, dass die Aufgabe erledigt wurde.

Xiaomi Mi Robot Vacuum im Test

Der Behälter sollte nach jedem Durchlauf geleert werden. Ihr werdet überrascht sein, wie viel Schmutz der kleine Kerl aufsaugt – und das, obwohl man der Meinung sein könnte, dass die Wohnung sauber ist. Der Filter ist ebenfalls herausnehmbar und sollte ein paar Mal pro Monat im Freuen (!) ausgepustet werden. Über persönlich würde davon abraten, ihn mit Wasser abzuspülen. Hier spalten sich zwar die Meinungen, allerdings würde ich behaupten, dass dies auf Dauer dem Material schadet.

Positiv überrascht war ich vom Algorhythmus der Software. Der Roboter hat einen konkreten Plan und fährt zunächst den Raum bzw. die Räume ab und vermisst diese. Anschließend geht es im Zickzack systematisch voran. Er misst die Räume übrigens bei jedem neuen Vorgang neu aus. Man könnte nun meinen, dass dies ja völliger Schwachsinn wäre, da andere Hersteller diesen Plan im System abspeichern. Aber hey, was ist, wenn Einkaufstüten auf einem Punkt standen, die dort nun nicht mehr stehen? Würde der Roboter die Pläne speichern, würde er diesen Punkt theoretisch bei einem neuen Vorgang nicht abfahren. Dank der erneuten Messung gibt es den Punkt quasi nicht mehr – ein Vorteil in meinen Augen.

Laminat, Teppich und Co. sind kein Problem

Ich muss gestehen, dass wir lediglich Laminat und Fliesen in unserer Wohnung haben und ich keine genaue Aussage zum Teppich geben kann. Natürlich habe ich auch schon Videos auf Youtube geschaut, damit ich überhaupt weiß, worauf ich mich einlasse. Ich kann euch sagen, dass Teppiche kein Problem darstellen. Hohe Flusen-Teppiche könnten allerdings ein Problem sein. Ab einer gewissen Höhe ist nun mal Schluss.

Vor unserer Balkontür haben wir eine Fußmatte mit Gummirand liegen, welche der Roboter prompt ignoriert hat und nicht drüberfuhr. Da die „virtuellen Wände“ (nicht im Lieferumfang!) augenscheinlich aus Gummi bestehen, gehe ich davon aus, dass der Rand unserer Matte als solch eine „virtuelle Wand“ angesehen wurde und deshalb die Reinigung außerhalb der Mattenfläche von Statten ging.

Das Fazit zum Xiaomi Mi Robot Vacuum

Viele werden nun garantiert bzgl. Der App-Berechtigungen ein wenig verschreckt sein. Blicken wir aber nunmehr auf den Roboter an sich, als auf die App. Für einen Preis von ca. 300-350€ bei Gearbest ist das gute Stück Technik einfach unschlagbar. Ersatzteile kann man problemlos nachkaufen und die Saugleistung des Roboters überzeugt auf ganzer Linie. Die Akku-Laufzeit ist erstaunlich gut und der Roboter schafft bis zu 150qm mit nur einer vollen Ladung.

Dass die App natürlich nur zum kleinen Teil ins Englische übersetzt wurde, nervt extrem und wird sich (hoffentlich) noch ändern. Wer mit der Menüführung dank des Videos (siehe oben) nach einer Zeit zurecht kommt, wird mit dem Sauger definitiv seine Freude machen. Man sollte aber bedenken, dass Gearbest keine Garantie auf das Gerät gibt. Leider normal bei Bestellungen aus Fernost.

Xiaomi Mi Robot Vacuum im Test

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5 Kommentare zu "Xiaomi Mi Robot Vacuum im Test"

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Flole
Gast

Es gibt übrigens eine alternative App von mir welche ohne die Chinesischen Server klarkommt. Download über https://xiaomi.flole.de

Kunde
Gast

ich hatte bei Gearbeast eine Saugroboter, den rosanen bestellt. Dieser ist bei mir im Haus immer die Treppe runtergestürzt. Leider wurde die Reklamation seitens Gearbeast nicht angenommen. Somit rausgeschmissenes Geld.

Regloh
Gast

Super geschrieben. Da ich zwischenzeitlich ebenfalls einen habe … APP lässt sich auf deutsch umstellen und es können ihr ohne Funktionseinschränkungen alle Berechtigungen entzogen werden …

Tobias
Gast

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Ralph
Admin

Sehr sehr geiler Review Flo! Mega!

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