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Mrz
2016

Der große E-Bike-Ratgeber

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Cube Sport E Bike Der große E Bike Ratgeber

Bild: Cube Sport-E-Bike mit Bosch Antrieb Bildquelle: hipproductions 174688322/shutterstock.com

 

E-Bikes, oder auch Pedelecs – eine Wortkreuzung zwischen Pedal, Electric und Cycle – genannt, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bei E-Bikes wird das traditionelle Fahrradmuster mit moderner Elektrotechnologie verbunden: Ein Elektromotor unterstützt die Tretkraft, wodurch man sowohl schneller vom Fleck kommt, als auch entspannter. Endlich kann man beruhigt mit dem Rad fahren, ohne Angst zu haben, völlig verschwitzt anzukommen. Hersteller wie Bosch, Bergamont, Cube oder Fischer haben diesen Trend schon längst erkannt und bieten eine Reihe von attraktiven Produkten im Bereich Pedelec an.

Vom rasenden Bürgermeister

Prominente Beispiele, wie der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, machen es vor: Man kann, wenn man möchte, nahezu alle seine Erledigungen mit dem E-Bike erledigen. Seit 3 Jahren schon ist der grüne Oberbürgermeister nun mit seinem E-Bike unterwegs. Ob Pressetermine, Einkaufsfahrten oder Fahrradrennen – sein E-Bike möchte er nicht mehr missen. E-Bikes haben sich als ausgesprochen nützlich und bequem erwiesen – handlich, flexibel und praktisch wie ein normales Fahrrad, dabei durch die elektronische Unterstützung ausgesprochen leicht und mühelos zu fahren.

Absatz von E Bikes  Der große E Bike Ratgeber

Statistik: Absatz von E-Bikes in Deutschland von 2009 bis 2015 Bildquelle: mein-deal.com

 

Aber auch die Verkaufszahlen bestätigen es: Die Elektrofahrräder sind eindeutig auf dem Vormarsch. Während 2008 lediglich 150.000 E-Bikes in Deutschland verkauft wurden, stieg dieser Wert laut der Statistik der ZIV bis 2015 auf stolze 520.000 – der Absatz hat sich mehr als verdreifacht in dieser Zeitspanne! Für das Jahr 2016 wird ein linearer Trendverlauf erwartet – somit noch weiter steigende Absatzzahlen. Für die Branche können diese News als echte Bestätigung dafür gelten, dass das E-Bike in der Gesellschaft angekommen ist.

Von der Bahn aufs Rad

Die deutsche Bahn bietet in ihrer Call-a-Bike Aktion Kunden den Service, sich ein E-Bike nach Belieben zu mieten und nach einer Tour an der nächsten Station wieder abzugeben. Seitdem die Bahn von Fahrrädern auf E-Bikes umgestellt hat, wird das Angebot häufiger in Anspruch genommen – manch einer wird sich dadurch vielleicht auch privat eins zugelegt haben.

Eine alte Idee – neu aufgelegt

Geschichte Ebikes Der große E Bike Ratgeber

Infografik: Die Geschichte des E-Bikes. Infografikquelle: Mein-Deal.com

Der aktuelle Boom in der E-Bike-Branche lässt zunächst vermuten, dass das Elektrofahrrad eine Erfindung der letzten Jahre ist. Was jedoch die wenigsten wissen ist, dass vor über 100 Jahren Elektrofahrräder geläufiger und nicht aus dem Straßenbild wegzudenken waren. Zu jener Zeit um das Jahr 1900 fuhren lediglich 22% aller Fahrzeuge in den USA mit Benzin, 38% fuhren rein elektrisch und ganze 40% bewegten sich mit Dampfkraft. Das erste EBike, oder Pedelec, wurde 1895 entwickelt. Während bei einem Verbrennungsmotor ein Großteil der Energie in Wärme statt Kraft umgewandelt wird, arbeiten Elektromotoren viel effizienter – das maximale Drehmoment liegt ab der ersten Umdrehung an, wodurch eine Kupplung überflüssig wird. Außerdem haben Elektromotoren eine sehr kompakte Bauform, weshalb sie sich gerade für die Kombination mit Fahrrädern anbieten. Der einzige Knackpunkt – damals wie heute – ist die Speicherung der elektrischen Energie. Erst in den letzten Jahren haben sich Akkus soweit entwickelt, dass eine passable Leistung in Form von Leistungsabgabe und Reichweite der Produkte möglich ist. Moderne Sensoren und Mikroprozessoren ermöglichen eine regulierte Leistungsabgabe, um dies auch gewährleisten zu können. Ebenso haben manche moderne E-Bikes ein Energierückgewinnungssystem, dass beim Bremsen oder bergabfahren die Akkus wieder zum Teil auflädt. In diesem Bereich lassen sich immer wieder interessante News finden, wenn Hersteller per PR-Kontakt von ihren neuesten Entwicklungen berichten.

Pionier der Elektrotechnik

Aufgrund seiner sehr kompakten und leichten Bauform bietet sich das Fahrrad ideal zum Basteln und Tüfteln an. Während Elektroautos sich heutzutage gegen die hochentwickelten und leistungsstarken Verbrenner-Modelle durchsetzen müssen, ist das E-Bike als solches unabhängiger: Klein, leicht und kompakt, gleichzeitig muss es sich nur gegen die regulären Räder ohne Hilfsantrieb beweisen, nicht gegen andere motorisierte Fahrzeuge.

Untergang der Elektromotoren

Nachdem im Laufe der Zeit der Anteil der Verbrennungsmotoren, die der elektrischen übertrumpft hatte, verschwanden nahezu alle Elektrofahrräder vom Markt und wurden durch normale Fahrräder oder Motorroller mit Benzinmotor ersetzt. Erst nach der ersten Ölkrise 1973 wurde wieder erneut angefangen, an einem Fahrrad mit Elektroantrieb zu tüfteln, sodass der Firmengründer von Panasonic 1975 in Japan sein erstes E-Bike vorstellen konnte – das vom technischen Layout her sich kaum von den heutigen unterscheidet. Panasonic ist heute noch einer der Marktführer in Sachen E-Bike. Durch den Mountainbike-Boom der 80er und den immer weiter steigenden Ölpreisen wurde angefangen, an sämtlichen Universitäten zum Thema E-Bike und alternativen Treibstoffen zu forschen.

1993 präsentierte der japanische Hersteller Yamaha eine Eigenentwicklung namens PAS (Pedal Assist System), ein nachrüstbares Elektroantriebssystem, dass auf Yamaha-Räder nachgerüstet werden konnte und dem Fahrradfahrer Unterstützung und zusätzliche Kraft bot – Yamaha konzentrierte sich jedoch primär auf den asiatischen Markt.

Made in Germany

Marktanteile der Antriebshersteller Der große E Bike Ratgeber

Statistik: Marktanteile der Antriebshersteller an den angebotenen E-Bikes in Deutschland im Jahr 2014 Bildquelle: Mein-deal.com

 

Die Finanzkrise 2008 und der dadurch weltweite Einbruch der Autoverkäufe, bewegte den führenden Autozulieferer Bosch dazu, mit der Entwicklung eines E-Bike-Antriebes anzufangen und avancierte dadurch kurzerhand zum europäischen Marktführer. Wie die Statistik oben zeigt, war 2014 Bosch mit einem Marktanteil von 54% Marktführer in Deutschland. Den zweitgrößten Marktanteil hatte Panasonic mit lediglich 11%. Bosch bietet derzeit E-Bike-Systeme für über 50 Fahrradhersteller. Nachdem die Europäer nur 7% der Weltbevölkerung ausmachen, ist laut dem Unternehmen noch einiges an Potenzial geboten – und bietet und entwickelt in seinem Technik-Zentrum in Reutlingen, Baden-Württemberg stetig weiter. Das Bosch-Portfolio reicht laut der Herstellerseite von „Von der hocheffizienten Antriebseinheit, über leistungsstarke Akkus bis hin zu einem intuitiv bedienbaren, smarten Bordcomputer…“. Man darf gespannt sein, was sich die Reutlinger Bosch-Ingenieure noch alles austüfteln werden, aktuell bietet Bosch vier verschiedene Antriebseinheiten an:

  • Active Line: „Das ideale System für Freizeit-E-Biker, mit optionaler Rücktrittfunktion.“
  • Classic+ Line: Ein ausgewogenes System, das „Allen Anforderungen gerecht wird.“ Mit der Classic+ Line hat es Bosch geschafft zum Marktführer zu werden.
  • Performance Line: Ein sehr gut für Touren geeignetes System mit ganzen 60nm* Drehmoment.
  • Performance Line CX: Eine der Neuheiten für 2016, ähnlich der normalen Performance Line, jedoch mit satten 75nm* Drehmoment und Optimierung für Uphill-Anwendungen.

Zum Vergleich: Ein Kleinwagen mit 60PS hat etwa 80-90nm Drehmoment und muss in der Regel 900kg bewegen – dies zeigt sehr eindrucksvoll, was für eine beeindruckende Elektromotoren haben.

Das E-Bike

Ursprünglich wurde zwischen einem EBike und einem Pedelec unterschieden: Die elektronische Unterstützung bei Pedelecs kommt nur beim Betätigen der Pedale, wohingegen ein E-Bike über einen Drehschalter, ähnlich dem Gasgriff bei Motorräder, gesteuert wird. Im deutschen Sprachraum werden diese Begriffe jedoch als Synonym benutzt, weshalb sie in diesem Ratgeber hier auch durchgehend E-Bikes genannt werden. Rechtlich definiert sind die Begriffe nicht, jedoch gibt es bei der Zulassung Unterschiede.

Infografik Das EBike Der große E Bike Ratgeber

Infografik: Das E-Bike. Von der Nische zum etablierten Produkt. Infografikquelle: Mein-deal.com

Unterschiede bei der Zulassung

Ein E-Bike mit einem maximal 250 Watt starken Motor und einer konstruktiv auf 25km/h beschränkte Höchstgeschwindigkeit ist in Deutschland rechtlich einem Fahrrad gleichgestellt, somit entfällt die Zulassungs-, Führerschein- und Helmpflicht. Modifizierte Fahrzeuge, bei denen diese Sperre aufgehoben wurde, dürfen am öffentlichen Straßenverkehr nicht teilnehmen. Die Modelle, die über 25km/h fahren können und über eine Maximalleistung von über 250 Watt verfügen, werden als Kleinkraftrad eingeordnet. Das bedeutet sie dürfen sich nicht auf Fahrradwegen bewegen, sind versicherungspflichtig und brauchen ein Kennzeichen. Außerdem ist eine Betriebserlaubnis sowie ein Führerschein von Nöten – wobei die Mofa-Prüfbescheinigung völlig ausreichend ist. Um die Motorleistung eines E-Bikes zu veranschaulichen, hier eine Übersicht, was wir Menschen beim Radeln mit einem normalen Fahrrad leisten:

Geschwindigkeit Zu erbringende Leistung
20 km/h 80 Watt
25 km/h 125 Watt
30 km/h 190 Watt
34 km/h 260 Watt
40 km/h 380 Watt
44 km/h 500 Watt

Controller wichtiger als Motor

Grundsätzlich unterscheidet man bei E-Bikes zwischen drei Antriebsvarianten: Front-, Mittel- und Heckmotor. Prinzipiell ist die Funktionsweise bei allen Varianten gleich und unterscheidet sich nur in der Steuerung des Motors. Ein Sensor registriert, dass die Pedale getreten werden und gibt die Information an den Controller weiter – der die eigentliche Steuereinheit ist. Er reguliert den Akku und veranlasst, ob und wieviel Strom dieser an den Motor schickt. Nachdem der Strom fließt, setzt die Trittunterstützung entsprechend ein.

Eine Frage des Geldes?

Bei günstigeren E-Bikes funktioniert der Sensor lediglich als Schalter und schaltet die Unterstützung ein oder aus – darunter leidet meist der Komfort, da es zu ruckartigen Schüben anstelle von sanfter Unterstützung kommt. Intelligente Sensoren messen, welche Kraft der Fahrer selbst auf die Pedale bringt. So kann die Unterstützung gleichmäßig und an die individuelle Kraft des Fahrers angepasst werden. Je genauer und schneller die Sensorik des E-Bikes auf das Treten reagiert, desto weniger verzögert sich der Antrieb und umso angenehmer und harmonischer fährt es sich. Die Unterschiede sind deutlich zu spüren, weshalb es sich dringlichst empfiehlt, vor dem Kauf Kontakt zu einem Händler aufzunehmen und eine Probefahrt zu machen, um den Unterschied auch selbst austesten zu können.

Antriebsvarianten bei E-Bikes

Alle Varianten bergen ihre Vor- und Nachteile, hier eine Übersicht:

Frontmotor: Beim Frontmotor ist der Motor in der Nabe des Vorderrades angebracht, ist dadurch am leichtesten ein- und auszubauen und unabhängig von Schaltung und Hinterradbremse. Wird bei günstigen E-Bikes gerne verwendet.

Vorteile Nachteile
-       Sehr kostengünstig-       Nachrüstung regulärer Fahrräder möglich-       Leichter Ausbau der Räder

-       Unabhängig von Schaltung

-       Unabhängig von Hinterradbremse

-       Optisch sichtbare, sehr große Radnabe-       Längere Kabelwege nötig-       Nabenmotoren belasten den Rahmen, können sogar zu dessen Bruch führen

-       Lenkung wird stark beeinflusst

-       Gewöhnungsbedürftiges Fahrverhalten, da das Fahrrad von der Bauform auf Heckantrieb ausgelegt ist

Mittelmotor: Beim Mittelmotor befindet sich der Motor direkt hinter dem Tretlager, wodurch eine sehr ausgewogene Gewichtsverteilung entsteht. Da der Antrieb direkt im Rahmen verbaut ist, ist der Mittelmotor aufwendigste Variante, weshalb seine Produktionskosten höher liegen als bei anderen Modellen. Ein Nachrüsten normaler Fahrräder ist kaum möglich. Mittelmotoren werden häufig nur im mittleren bis hohem Preissegment angeboten.

Vorteile Nachteile
-       Übertragung der Kraft direkt auf die Kette-       Sehr kompakte Bauweise-       Stabiler Geradeauslauf

-       Kompakte Verkabelung

-       Alle Schaltungstypen möglich

-       Wechsel von Vorder- und Hinterrad problemlos möglich

-       Optimale Balance des Bikes

-       Natürliches Fahrgefühl im Vergleich zu den anderen Antriebskonzepten

-       Alle normalen Fahrradkomponenten können verwendet werden

-       Im Vorderrad kann noch ein Nabendynamo eingebaut werden

-       Höherer Preis für den Rahmen, da keine Standardrahmen verbaut werden können-       Nur wenige Anbieter mit Rücktrittbremse-       Höhere Belastung des Kettenstrangs und Ritzel

-       Schaltungsprobleme bei der Kombination von Mittelmotor und Nabenschaltung

-       Nachrüstung normaler Fahrräder ist nahezu unmöglich

-       Vorn nur ein Kettenblatt möglich

Heckmotor: Ähnlich wie beim Frontmotor handelt es sich hier um einen Nabenmotor, jedoch am Hinterrad. Das Antriebskonzept eignet sich ausgezeichnet für eine sportliche Fahrweise, da durch das höhere Gewicht auf dem hinteren Rad die Traktion verbessert wird.

Vorteile Nachteile
-       Höheres Gewicht auf der Hinterachse als auf der Vorderachse und dadurch Traktionsvorteile-       Motorwirkung geht direkt aufs Rad-       Kompakte Bauweise

-       Hoher Wirkungsgrad

-       Guter Anpressdruck begünstigt eine sportliche Fahrweise

-       Schwerpunkt ist vorteilhafter als bei Frontmotor

-       Optisch unauffällig im Vergleich zum Frontmotor

-       Leises Fahrverhalten

-       Zuverlässige Antriebsform

-       Nabendynamo ist möglich

-       Niedrige Belastung der Kettenkomponenten

-       Unproblematischer Ausbau des Vorderrades

-       Rekuperation (Energierückgewinnung) möglich

-       Motorwechsel möglich

-       Aufwändiger Ausbau des Hinterrades-       Steuerung und Verkabelung oft umständlich-       Störanfälligkeit bedingt durch Kabelverlegung (Spritzwasser, Regen)

-       Nur Kettenschaltung möglich

-       Rücktrittbremse nur bedingt möglich

-       Gewicht ist sehr hecklastig

Welches E-Bike passt zu mir? – Die Kleine Kaufberatung

Citybikes Der große E Bike Ratgeber

Bild: Citybikes eignen sich besonders für die Stadt und kleinere Touren. Bildquelle: TonyV – 3112 332741168/shutterstock.com

 Wer die Wahl hat…

…hat bekanntlich die Qual. Ähnlich wie bei den Antriebskonzepten, gibt es auch bei den Bauformen nahezu alle Varianten die man sich nur vorstellen kann. Deshalb folgt hier eine kurze Übersicht der drei gängigsten Bauformen:

 Citybikes

Citybikes sind perfekt für den Stadtverkehr und kleinere Touren, kommen aber auf längeren Distanzen an ihre Grenzen. Angenehm für die Stadt sind die aufrechte Sitzposition und die damit verbundene Rundumsicht. Sehr beliebt sind die Modelle mit sogenanntem Tiefeinsteiger, da sie besonders komfortabel und rückenfreundlich sind. Geliefert werden solche Modelle meist auch mit integrierter LED-Beleuchtung, um in der Abenddämmerung entsprechend gesehen werden zu können. Citybikes werden häufig mit Mittelmotoren und Nabenschaltungen angeboten, da diese wartungsfrei sind und ein ausgezeichnetes Handling für die Stadt bieten.

Senioren und Menschen mit Rückenproblemen sollten darauf achten, ein Modell mit Schiebehilfe zu wählen – diese unterstützt bis 6km/h Schiebepassagen. Außerdem sollte man auf gute Bremsen achten – in der Stadt sehr wichtig!

Citybikes eignen sich sehr gut für:

  • Kurze und mittlere Strecken (urban und leicht ländlich)
  • Kurze Ausflüge, Einkaufsfahrten, städtische Tour
  • Menschen mit Rückenproblemen, Senioren

Eher ungeeignet sind Citybikes für:

  • Längere Touren
  • Geländestrecken

Tourenräder

Touren- oder Trekkingräder sind, wie der Name schon sagt, ausgezeichnet für längere Touren und Ausflüge. Die Sitzposition ist im Vergleich zu den Citybikes etwas gestreckter und sportlicher, dadurch lässt sich die Muskelkraft effektiver nutzen und der Luftwiederstand geringer. Tourenräder werden meistens mit Heck- oder Mittelmotoren geliefert und haben mehrere Gänge, um bergauf auch voranzukommen.

Wichtig bei der Wahl des passenden Rades sind Leichtlaufräder, sowie passende Sattel und Griffe – um den höchstmöglichen Langstreckenkomfort zu gewährleisten, sollte man in Betracht ziehen, oben genannte Teile beim Kauf gegen hochwertigere zu ersetzen. Sollte das auserwählte Rad Federelemente besitzen, ist man zwar komfortabler unterwegs, sollte jedoch den höheren Wartungsaufwand bedenken.

Touren- oder Trekkingräder sind ausgezeichnet für:

  • Leute, die einen Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit möchten
  • Für den Allroundeinsatz optimal (urban, ländlich)

Eher ungeeignet sind sie für:

  • Fahrten im groben Gelände

Sportbikes

Für die Sportskanonen unter den Interessierten gibt es die Sportbikes. Meistens handelt es sich um Rennräder, Fitnessräder oder Mountainbikes mit dem elektrischen Zusatzantrieb. Charakteristisch ist die sportliche Abstimmung des Controllers: Bei Bedarf bieten diese Räder eine immense Beschleunigung sowie Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 45km/h an – doch Vorsicht! Gerade die schnelleren Modelle sind oft nicht nach StVZO zugelassen!

Das Fahrgefühl ist sehr agil und die Sitzposition sportlich tief und gestreckt. Als Antriebe werden oft Mittel- und Heckmotoren benutzt, gerne in Kombination mit teuren Gangschaltungen. Beim ist Kauf ist dringend auf eine sehr gute Bremsanlage zu achten – Scheibenbremsen sind die beste Lösung!

Sportbikes sind perfekt für:

  • Radsportler – oder welche die es werden wollen
  • Fitness-Workout mit Landschaftsgenuss

Ungeeignet sind sie für:

  • Alltagsfahrten in der Stadt
  • Einkaufsfahrten

Sonstige Bauformen

Die Liste der Bauformen ist scheinbar endlos. Wer spezielle Anforderungen an sein Fahrrad stellt, wird wahrscheinlich mit den folgenden E-Bike-Modellen glücklich:

  • Kompaktrad: Ist wenig Abstellfläche verfügbar, eignet sich ein Kompaktrad ausgezeichnet. Auf 20-Zoll-Laufrädern und Schnellspannern an Lenker und Sattelstütze lassen sich Kompakträder wirklich überall abstellen.
  • Faltrad: Ausgezeichnet für alle, die ihr Rad gerne mitnehmen – nicht nur im Auto, sondern zum Beispiel auch im Zug. Komfortnachteile werden durch ausgeklügelte Federmechanismen ausgeglichen.
  • Lastenrad: E-Bike-Lastenräder bieten meistens mehr Leistung bei gleicher Höchstgeschwindigkeit an – damit lassen sich auch schwere Lasten mühelos transportieren. Manch ein Lastenrad kann einen Zweitwagen ersetzen! Besonders wichtig sind auch hier starke Bremsen.
  • Liegerad: Die Exoten unter den Fahrrädern gibt es auch als E-Bike. Effektiv und entspannend zum sitzen – oder liegen – und sehr effektiv, da Liegeräder unter dem Fahrtwind quasi durchtauchen. Nachteilig ist die sehr tiefe Position des Fahrerkopfes.

Die wichtigsten Fragen um das Thema E-Bikes

 

E Bike mit Gepäckträger Der große E Bike Ratgeber

Bild: Mit dem E-Bike entspannt die Natur genießen Bildquelle: tomasekas01 – 213304663/shutterstock.com

 

Fährt sich ein E-Bike anders als ein konventionelles Fahrrad?

Die Fahrphysik ändert sich natürlich kaum, jedoch muss man sich erst einmal an den Motor und dessen Ansprechverhalten gewöhnen. Außerdem bedeutet ein Elektromotor ein Plus an Geschwindigkeit, weshalb sich entsprechend die Reaktionszeiten verkürzen.

Ein sinnvoller Ratschlag: Bei der ersten Fahrt mit der niedrigsten Unterstützungseinstellung beginnen und langsam steigern, um ein Gefühl für das Fahrzeug zu entwickeln.

Bei Frontmotoren kann es passieren, dass es anfangs etwas ungewohnt ist, da das Fahrrad sich anfühlt als würde es gezogen werden, anstatt des üblichen Schiebe-Gefühls – man gewöhnt sich aber daran.

Was wiegt ein E-Bike?

Man sollte etwa 10kg zu einem konventionellen Rad dazurechnen. Der Motor, Akku und Controller wiegen zwar weniger, jedoch muss der Rahmen entsprechend stabiler gebaut werden, um den Anforderungen gerecht werden zu können.

Fahrradart Konventionell* E-Bike*
Trekkingrad 16-20 kg 26-30 kg
Crossbike 13-14 kg 23-24 kg
Mountainbike 15-18 kg 25-28 kg
Hardtail-Bike 12-16 kg 22-26 kg
Fully 14-16 kg 24-26 kg
Rennrad 6-9 kg 16-19 kg

*Es handelt sich hierbei um Richtwerte – diese können variieren.

Wo kaufe ich ein E-Bike?

Laut Dipl.-Ing. Dirk Zedler, Fahrrad-Sachverständiger, sind „Käufe im Internet verlockend, doch ist die Ware qualitativ oft sehr unzulänglich. Meist ist es billige Direkt-Importware, die erfahrungsgemäß schon nach kurzer Zeit nicht mehr funktioniert wie gewünscht. Dann beginnt der Ärger. Der Kauf im Fachhandel hat dagegen viele Vorteile. Sie können Probe fahren, was trotz unserer umfassenden Tests für Ihre persönliche Auswahl unverzichtbar ist. Sie können gleich prüfen, wie hilfreich die Bedienungsanleitung ist und welche Tipps diese zum Umgang mit der Motorsteuerung und dem Akku gibt. Und schließlich haben Sie gegenüber Ihrem Händler dank der Sachmängelhaftung (vormals Gewährleistung) zwei Jahre lang das Recht auf eine zum Kaufzeitpunkt mangelfreie Ware. Beim Kauf im Fachhandel ist Ihr Ansprechpartner da für Sie direkt greifbar.”

Jedoch lässt sich Fachhandel seine Beratung und Probefahrten ganz schön was kosten – und das schlägt sich auf den Kaufpreis nieder – das Internet bietet diverse Informationsquellen zu allen Produkten – wer preisgünstig kaufen möchte, ohne es später zu bereuen, muss sich vorher nur richtig informieren.

Kann ich mein Rad zum E-Bike nachrüsten?

Grundsätzlich gilt: Ja. Es wird jedoch von abgeraten, da reguläre Fahrräder nicht für die Belastungen eines E-Bikes ausgelegt sind. Das investierte Geld ist schnell verloren wenn sich zum Beispiel ein Rahmen anfängt zu verbiegen oder andere Mechanische Teile brechen.

Muss ich einen Helm tragen?

Klare Antwort zurzeit: Nein, muss man nicht. Allerdings wird empfohlen, trotzdem einen Helm zu tragen. Schutz ist immer angebracht und die modernen Helme stören kaum. Zurzeit (Stand: 2016) wird noch darüber debattiert, ob eine Helmpflicht für das E-Bike eingeführt werden soll oder nicht – wer auf Nummer Sicher gehen will kauft sich jetzt schon ausgerüstet falls ein solches Gesetz in Kraft treten sollte. Sollte man trotzdem nicht so leicht zu überzeugen sein, hier 10 Gründe warum ein Helm keine Frage sein sollte:

  1. Ein Helm hilft dabei, schwere Kopfverletzungen zu vermeiden und kann sogar Leben retten.
  2. Die Glatte Oberfläche der Helmschale gleitet auf dem Untergrund, das Polster schwächt die Aufprallenergie.
  3. Mit einem Helm ist man auffälliger für andere Verkehrsteilnehmer und wird leichter gesehen – was ungewollte Zusammenstöße vermeiden kann.
  4. Sportliche Modelle gelten auch als schönes Accessoire – ein Helm muss nicht zwangsweise schlecht aussehen.
  5. Ein Helm drückt die Haare zwar platt und zerstört die Frisur – diese sieht dann aber immer noch besser aus als Wunden und Narben auf dem Kopf.
  6. Durch die Belüftungsöffnungen bleibt der Kopf schön kühl – ohne dass die Haare ins Gesicht wirbeln.
  7. Bei Regen kann der Helm mit einem Überzug zum Regenschutz umfunktioniert werden – anders als eine Kapuze wird er vom Fahrtwind nicht nach hinten gezogen.
  8. Radprofis tragen alle Helme – man kann sich wie einer von ihnen fühlen, wenn man einen trägt.
  9. Wenn der Helm zum Fahrer passt kann er als persönliches Statement genutzt werden.
  10. Der wichtigste aller Gründe: Man ist durch das Tragen eines Helmes ein Vorbild für Kinder und schützt somit auch diese!

Darf ich mein E-Bike in der Bahn mitnehmen?

Ja – die Bahn hat keine gesonderte Regelung für E-Bikes, sie werden wie normale Räder behandelt. Man sollte bedenken, dass Elektrofahrräder etwas schwerer sind als normale Fahrräder. Die Preise für den Service der Mitnahme unterscheiden sich nicht.

Kann ich am E-Bike auch Kindersitz und Anhänger nutzen?

Ja, hier gibt es prinzipiell keine Hindernisse. Achten sollte man jedoch speziell bei Anhängern darauf, dass die Haltevorrichtung zum jeweiligen Rad passt, hier gibt es Unterschiede. Problematisch könnte es mit Heckmotoren werden, da diese Räder meistens eine breitere Nabe haben. Beachten sollte man dabei folgendes:

  • Bei einem E-Bike mit Frontmotor führt das höhere Gewicht oft zu Traktionsverlusten
  • Das Bremsen wird verzögert – es ist mit längeren Bremswegen zu rechnen
  • Die Reichweite des Bikes kann sehr stark nachlassen
  • Beschleunigung nimmt rapide ab
  • Nach Möglichkeit mit Bremse nehmen

Welche Schaltungsarten gibt es – und welche ist die richtige für mich?

Man kann zwischen Naben- und Kettenschaltung wählen. Der Vorteil der Nabenschaltung ist, dass sie weniger störanfällig ist – der Nachteil dabei: Sie bietet weniger Übersetzungen und sie ist etwas schwergängiger, außerdem geschieht der Schaltvorgang bei Mittelmotoren oft etwas verzögert. Kettenschaltungen verfügen meist über mehr Gänge, lassen sich auch geschmeidiger schalten, sind allerdings etwas anfälliger und wartungsintensiver. Kettenschaltungen gibt es nicht mit Rücktrittbremse – was gerade bei Citybikes sehr bequem sein kann. Räder mit Heckmotor haben regelmäßig eine Kettenschaltung, da Nabenschaltungen nicht mit den Motoren kombinierbar sind.

Brauchen E-Bikes besondere Reifen?

Nein. Da jedoch bei Heckmotoren der Radwechsel schwieriger von statten geht, wird empfohlen, möglichst pannensichere Reifen zu wählen.

Dürfen Kinder E-Bike fahren?

Rechtlich gesehen ja, unter 14-Jährigen sei es aber nicht empfohlen, da sie meistens nicht den Anforderungen an die Beherrschbarkeit eines solchen Rades gerecht werden. Bevor Kinder ein E-Bike fahren dürfen, sollten sie das konventionelle Rad sicher beherrschen.

Wie weit komme ich mit einer Akkuladung?

Sehr schwierig zu beantworten, da die Hersteller sehr individuelle Angaben machen und ständig neue Produkte auf den Markt kommen. Außerdem beeinflussen sämtliche Faktoren die Reichweite des Akkus ziemlich stark:

  • Gewicht des Rades inklusive Fahrer
  • Steigung und Gefälle der Stecke
  • Trittfrequenz des Fahrers
  • Stufe des Zusatzantriebes

Moderne, teure Systeme haben eine Reichweite von 100km oder sogar mehr, in der Regel schaffen die meisten jedoch mindestens 50km.

Lädt sich ein Akku wieder auf, wenn ich normal trete?

Nein, der Akku lädt allein durch Stromzufuhr per Steckdose. Es gibt zwar Konzepte, die den Akku während des Fahrens wieder geringfügig nachladen. Diese so genannte Rekuperation verursacht allerdings auch einen höheren Fahrwiderstand. Sinnvoll ist das allenfalls beim Bergabfahren.

Moderne Technologie macht’s möglich

Wie heißt es so schön: „Not macht erfinderisch“. Dank der Ölkrise hat Panasonic überhaupt angefangen, E-Bikes zu entwickeln, die Initialzündung für Bosch war die Finanzkrise. Moderne Entwicklungen wie Mikroprozessoren und Steuereinheiten ermöglichen eine tägliche Nutzung von E-Bikes, ebenso ist in der Zwischenzeit der größte Faktor – der Akku – soweit entwickelt, dass brauchbare Reichweiten erzielbar sind.

Anfangs noch als Lösung für Senioren oder Unsportliche belächelt, ist das E-Bike in der Zwischenzeit im alltäglichen Straßenbild angekommen – ob Sportler, gelegentlicher Tourenfahrer oder Büroarbeiter mit Rückenproblemen – für jeden gibt‘s das passende Modell. Das Programm von Bosch, Bergamont, Cube, Fischer und anderen Herstellern ist immens. Der ein oder andere entdeckt in diesem Ratgeber das passende Rad für seine Anforderungen und ersetzt damit – am Beispiel Boris Palmer – vielleicht sogar sein Stadtauto damit! Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall!

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