Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K-Drohne

Vor einigen Jahren kam ein Bekannter auf mich zu und packte Luftbilder von unserer Stadt und der Umgebung auf den Tisch und ich war sichtlich beeindruckt. Wir haben eine ganze Weile darüber debattiert, wo genau dieses und jenes Foto entstanden ist und was genau dort zu sehen ist. Aber der Konzens war klar: die Perspektive von oben hat uns gefesselt.

Dann kamen langsam die bezahlbaren Drohnen auf den Markt und ich wollte endlich auch Fotos aus der Vogelperspektive aufnehmen. Also habe ich mir eine Einstiegsdrohne gekauft, fliegen lassen und wurde enttäuscht. Die Bilder waren schlicht mäßig, das GPS-Signal fiel ständig aus und letztendlich zerschellte die Drohne am Boden und gab kein Lebenszeichen mehr von sich. Damit war das Kapitel für mich beendet!

Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K Drohne

Doch erst vor einigen Wochen gab mir GearBest die Möglichkeit erneut einen Versuch zu wagen und schickte uns die Hubsan H1117S Zino samt Tasche und 2 Akkus für einige Tests zu. Daher möchte ich mich an dieser Stelle dafür bedanken, dass dies überhaupt einen Test möglich gemacht hat. Und, dass ich endlich eine neue Perspektive entdecken konnte – eben direkt aus der Vogelperspektive.

Lieferung, Zubehör und Vorbereitung

Eingangs habe ich schon erwähnt, dass ich die Hubsan mit einer Tasche und zwei Akkus erhalten habe. GearBest bietet uns nämlich mehrere Möglichkeiten und ihr könnt wahlweise bis zu drei Akkus mitbestellen. Ob ihr das wirklich benötigt, müsst ihr selbst entscheiden – im weiteren Test gebe ich euch dazu noch die Laufzeiten mit einem Akku im Betrieb mit. 😉

Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K Drohne

Die Drohne selbst wird in einem Karton geliefert, der die Tasche und alle zum Lieferumfang gehörigen Teile übersichtlich und sicher beinhaltet. Dazu zählen die Drohne selbst (logisch), die HT016-Fernsteuerung, beide Akkus, drei verschiedene USB-Kabel mit Lightning-, USB-C- und microUSB-Anschluss, vier Ersatzpropeller, das Ladekabel und ein Netzteil, ein kleiner Schraubendreher sowie ein englischsprachiges User-Manual.

Bie mir waren die Akkus der Drohne und der Fernbedienung ordentlich entladen, daher habe ich diese erstmal Strom tanken lassen. Bei der Fernbedienung benötigt ihr ein USB-Netzteil (das hat heutzutage ja jeder) und für die Akkus der Hubsan das mitgelieferte Ladegerät. Hier müsst ihr etwas probieren, um die korrekte Position am Akku zu machen, da es kein Einrasten über den Schleifkontakten gibt. Aber wenn das einmal erfolgt ist, werden die Akkus in knapp 3 Stunden voll geladen.

Während der Stromtankerei habe ich mir schon die X-Hubsan-App aus dem App-Store geladen und installiert. Das geht schnell von der Hand und nach dem erstmaligen Öffnen der App, müsst ihr nur noch eure Drohne (in diesem Fall die Zino) auswählen und ich bekommt sofort Hinweise zum Koppeln mit der Drohne bzw. zum Erkunden der Bedienungsoberfläche.

Design und Details

Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K DrohneAn dieser Stelle möchte ich einen Blick auf das Design und die Details werfen. Hierfür müssen wir aber eine Unterscheidung in die Fernbedienung und die Drohne selbst unternehmen, da diese die wesentlichen Elemente darstellen und – nach meinem Empfinden – unterschiedlich wertig gestaltet wurden.

Die mitgelieferte Fernbedienung selbst verfügt über einen integrierten Smartphone-Halter. Dieser wird einfach unten aus der Fernsteuerung herausgezogen und bietet so die Möglichkeit, ein Smartphone mit einer Größe von bis zu ca. 6 Zoll im Halter einzuklemmen. Gummielemente fixieren das Smartphone zudem zuverlässig auch bei hektischen Manövern. 😉 An der rechten Seite befindet sich ein USB-Anschluss, an dem ihr das Ladekabel für euer Smartphone anstecken könnt. Bei meinem iPhone Xs reicht das 10 cm kurze Kabel locker aus – Tablets könnt ihr aufgrund der Größe aber ohnehin nicht einklemmen.

Die Fernbedienung selbst beherbergt zwei ausklappbare WLAN-Antennen, vier LEDs, die den Akkuladestand anzeigen, zwei Plastik- Joysticks und Tasten zur Steuerung. Da ich bei meiner bisherigen Drohne nur das Smartphone zur Steuerung nutzen konnte, empfinde ich die Fernbedienung schon als wesentlichen Fortschritt. Allerdings könnte das Smartphone hier gerne oben angebracht werden, da so stets etwas vom Display verdeckt wird und die Steuerknüppel könnten etwas wertiger gestaltet sein. Die eingekerbte Oberfläche verhindert hier zwar ein Abrutschen der Daumen, aber bei etwas höheren Druck, tut es schon weh – eine Gummierung wäre hier besser gewesen.

Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K Drohne

Die Hubsan selbst ist klassisch weiß und schwarz, besitzt ein sehr gutes haptisches Finish und ist logisch aufgebaut. Im ausgeklappten Zustand besitzt die Drohne etwas die Abmessungen 30.40 x 25.20 x 9.00 cm. Über der Kamera, die auf einem 3-Achsen-Gimbal gelagert ist, befindet sich eine Abdeckung, die etwas fummelig zu entfernen ist aber die etwas fragil gelagerte Kamera gut schützt. Ich hatte hier anfangs wirklich den Eindruck, dass mir die Kamera direkt beim Abziehen der Kappe abbricht. Die Drohne selbst steht auf den Auslegern sehr stabil und kann an dem Knopf auf der Oberseite (etwas 5 Sekunden lang drücken) leicht eingeschaltet werden.

Auf der Unterseite der Zino befinden sich im Flugmodus LEDs, ähnlich wie bei einem Flugzeug, und auf der linken Seite ein USB-Port für Firmwareupdates und ein Slot für die nicht mitgelieferte SD-Karte. Da bei meiner letzten Drohne die SD-Karte auch gerne mal von selbst ausgeworfen wurde, klebe ich hier sicherheitshalber immer etwas Tesaband über die Ports. 😉 Das soll es an dieser Stelle gewesen sein, aber vielleicht noch der Hinweis für euch: Die Drohne wiegt über 700g und ist damit Kennzeichnungspflichtig – aber dazu unten mehr!

Meine Nerven – das Koppeln mit dem Smartphone

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen, die Drohnenakkus und die der Fernbedienung geladen waren, wollte ich das sonnige Wetter nutzen und einen ersten Testflug wagen. Die Reichweite von bis zu einem Kilometer versprechen hier ja ein sehr gutes Flugerlebnis und tolle Bilder. Aber ein Koppeln mit dem Smartphone stellte sich als Kampf heraus.

In der Anleitung steht, dass man das Smartphone mit dem USB-Kabel verbinden soll, die HubsanX-App öffnen, in das allgemeine WLAN-Menü der Einstellungen wechseln und dann wieder zurück in die App switchen soll. Gesagt, getan und keine Reaktion! Ich habe die App dann noch auf ein Android-Phone geladen und das Procedere erneut geprüft – wieder nix.

Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K Drohne

Ich habe keine Ahnung warum, aber als ich erneut mein iPhone in die Halterung geklemmt und mit dem USB-Kabel verbunden habe, funktionierte der Verbindungsaufbau ohne Probleme. Daher an dieser Stelle die Frage an euch: Habt ihr ähnliche Probleme gehabt? Nachdem die Verbindung zur Drohne hergestellt war, konnte ich diese dank der Video-Anleitungen der App – die ich mir während der Ladezeit der Akkus angeschaut hatte – problemlos starten und steuern. Einzig Spezialeffekte wie der Line-fly-mode, der Waypoint-mode oder der Imagetracking-mode sind nicht intuitiv zu erreichen und ich musste diese in der App erst suchen.

Die Flugeigenschaften

Die technischen Daten versprechen ja schon viel, aber kann die Hubsan Zino das versprochene auch halten? Kurz: Ja, solange ihr keine Fotos machen möchtet. 😀 Ich habe die Drohne im Park bei mäßigen bis starken Wind getestet und ein 4k-Video aufgezeichnet. Als ich dieses dann direkt am Fernseher ausgewertet habe, war ich verblüfft. Denn selbst mit ordentlich Gegenlicht wurden die Bilder nach einem kurzen Weißabgleich ordentlich scharf und detailreich.

Die Drohne schwingt sich locker auf über 100 m Höhe auf (auch wenn das nicht erlaubt ist) und liefert auch in einigen 100m Entfernung noch ein sauberes Bild auf dem Smartphone ab. Wenn ihr den ersten Flug unternehmt, werdet ihr aber erschrocken auf die Akkuanzeige in der HubsanX-App schauen, denn je nach Geschwindigkeit bricht diese immer wieder enorm ein und stabilisiert sich danach wieder. Aber habt keine Panik, denn ein knapp 20 Minuten langer Flug war immer möglich. Danach könnt ihr den Akku einfach hinten herausziehen und den neuen einschieben. Die Kopplung der Drohne war danach immer relativ schnell und problemlos erledigt.

Dank der, auf der Oberseite der Fernsteuerung befindlichen, Schultertasten kann schnell zwischen der Foto- und Videoaufnahme sowie auf der linken Seite über ein Drehrad die Neigung des Gimbals verstellt werden. Beim Umschalten zwischen dem Sport- und Normal-Modus konnte ich keine Unterschiede in der Geschwindigkeit der Drohne feststellen – mit über 40 km/h ist diese aber immer recht ordentlich.

Gibt es also etwas zu meckern? – Beim Video eher nicht, auch wenn bei harten Manövern ab und zu die Rotorblätter im Bild erscheinen. Die Fotos sind ok, aber man merkt deutlich, dass der Fokus hier auf die Videos gelegt wurde. Ich finde die Qualität in dieser Preisklasse richtig klasse.

Flieg‘ nicht so hoch, mein kleiner Freund

Wer sich vorher nicht mit Drohnen beschäftigt hat, wird feststellen, dass es einige Dinge zu beachten gibt, bevor ihr überhaupt abheben dürft. Denn wer übernimmt schon den Schaden, wenn euch die Drohne auf ein Auto oder gar eine Person abstürzt? Daher möchte ich euch an dieser Stelle einige Hinweise mitgeben.

Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K Drohne

Wie bereits beschrieben unterliegt die Zino mit 700g einer Kennzeichnungspflicht. Ihr müsst diese also mit einem gut sichtbaren, dauerhaften und feuerfesten Schild kennzeichnen – zum Beispiel eine Aluminium-Plakette. Wusstet ihr das?

Eine Versicherung ist außerdem für alle Drohnen Pflicht! Hierfür gibt es spezielle Drohnenversicherungen – die aber relativ teuer sind. Ich habe in diesem Zuge einmal meine Haftpflichtversicherung geprüft – die bereits eine Drohnenversicherung beinhaltet – und habe mir Angebote eingeholt. Lasst euch hierzu einfach einmal beraten und ihr seid auf der sicheren Seite.

Bleibt noch die Frage, wo ihr eure Drohne überhaupt aufsteigen lassen könnt. Verboten ist der Einsatz und Betrieb von Drohnen und Multikoptern innerhalb oder in der Nähe von folgenden sensiblen Bereichen (Mindestabstand 100 Meter) und alle Gefährdungen und Behinderungen:

  • Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften
  • Menschenansammlungen
  • Naturschutzgebieten
  • Hauptverkehrswegen wie Bundesautobahnen oder eng befahrenen Verkehrswegen
  • An- und Abflugbereichen und Kontrollzonen von Flugplätzen

Außerdem ist es Drohnen und Multikoptern mit einem Gewicht von mehr als 0,25 Kilogramm untersagt über Wohngrundstücken eingesetzt zu werden – außer ihr habt die Genehmigung der Grundstückseigentümer. 😉 Wenn ihr dies beachtet, habt ihr auch keine Probleme mit dem Gesetz, wenn ihr eure Zino einsetzt.

Fazit

Allen Schnäppchenjägern sei an dieser Stelle gesagt: Für den Preis macht ihr hier nichts falsch! Denn die Hubsan Zino mit 4K bietet eine gute Ausstattung, eine hervorragende Bildqualität bei Videos, viele coole Funktionen und einen guten Kompromiss beim Gewicht und den damit verbundenen Einschränkungen. Damit eignet sie sich ideal für Anfänger und Einsteiger.

Testbericht der Hubsan H117S Zino 4K Drohne

Abzüge in der B-Note sammelt die Zino höchstens aufgrund der etwas billigen Fernsteuerung, der rudimentären Sensorik (nur GPS) und der langen Ladezeit des Flugakkus. Hier würde ich euch aber ohnehin empehlen die paar Euro zu investieren und direkt einen zweiten Akku zu ordern.

Ingesamt bietet euch die Hubsan Zino somit einen idealen Einstieg in die Welt der 4K-Kameradrohnen und der damit verbundenen Vogelperspektive. 😉

Was denkst du über den Deal? Hast du Fragen oder Anregungen?

➡ Was haltet Ihr von dem Deal? Sag Deine Meinung.

avatar
 
smilegrinwinkmrgreenneutraltwistedarrowshockunamusedcooleviloopsrazzrollcryeeklolmadsadexclamationquestionideahmmbegwhewchucklesillyenvyshutmouth
deals
Schnäppchen und Deals - Gemacht mit Liebe in Wetschen.