Test des 360 S6 – Staubsaugerroboter

Wenn das Gespräch auf Staubsaugerroboter fällt, entsteht oft ein Wortgefecht zwischen iRobot- und Xiaomi-Besitzern um die bessere Leistung, den Preis und viele weitere Eckpunkte. Entspannt kann sich hier jeder zurücklehnen, der einen 360 S6 Saugroboter mit Wischfunktion besitzt oder besitzen möchte. Der Preisbrecher aus Fernost überzeugt mit guter Leistung, einer durchdachten App und einer optionalen Wischfunktion. Dank gebührt hier abermals GearBest, die uns den 360 S6 freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Ohne diese Unterstützung wäre ein Test in diesem Ausmaß für euch nicht möglich gewesen.

Test des 360 S6 – Staubsaugerroboter

Lieferung und Verpackung

Die Lieferung und der Versand des Saugroboters erfolgten problemlos und schnell, wie man es von GearBest eben gewohnt ist. In einem großen Karton befindet sich der eigentliche Karton des Saugers. Also schauen wir uns einmal das Zubehör und natürlich den Sauger etwas genauer an.

Die Verpackung ist schlicht und in Weiß gehalten – Vergleiche mit Apple erspare ich mir dennoch, auch wenn diese im weiteren Verlauf angebracht wären. Der Sauger ist in Styropor eingebettet und zusätzlich mit Folie und einer umfassenden Sicherungsschnur (wenn man diese so nennen kann) gesichert. Als Zubehör werden das Ladegerät, eine Dockingstation, verschiedene Stromadapter und praktisches Reinigungswerkzeug mitgeliefert. Besonders cool finde ich den mitgelieferten Wisch-Aufsatz, welcher, mit Wasser und Wischmittel befüllt, auch Fließen oder Hartböden wischen kann.

Praktisch aber eigentlich unnötig ist das mitgelieferte Handbuch. Dieses ist erstens nur in Englisch verfasst und verweist im Endeffekt nur auf die benötigte App. Aber gut, den Hinweis muss man natürlich auch erst einmal erhalten, sonst dauert die Suche im App-Store wesentlich länger. 😉

Vorbereitung und Ausstattung

Ich habe als direkten Vergleich meinen „alten“ Moneual-Sauger und kann daher nur Vergleiche zu einem Low-Price-Produkt ziehen. Wie hier die Verarbeitung im Vergleich zu einem wesentlich teureren Roomba aussieht, kann ich nicht beurteilen.

Der Sauger ist dezent Weiß gehalten und beherbergt auf der Oberfläche den bereits vom Roborock bekannten Aufsatz für den LDS Lidar-Scanner (kurz für Laser-Distanz-Sensor bzw. light detection and ranging).  Die Spaltmaße und die Verarbeitung überzeugen hier auf ganzer Linie. Ich kann weder scharfen Kanten, quietschendes Material, schlecht eingebaute Sensoren oder schwergängige Öffnungen finden. Selbst die Verarbeitung der Zubehörteile, wie Dockingstation und Reinigungsmaterial, ist ohne Fehler und Tadel. Hier hat der Hersteller deutlich Wert auf Details gelegt.

Wie bereits erwähnt besitzt der Sauger mehrere Sensoren für die Entfernung zur Wand, Absturzsensoren gegen versehentliche Abstürze von Treppen (da später mehr) und natürlich den Lidar-Scanner on top. Dieser dürfte hier auch die wesentliche Besonderheit darstellen, denn dieser Scanner rotiert mit 6 Umdrehungen und 2160 Abtastvorgängen pro Sekunde und vermisst den Raum. OK, im Detail vermisst er die abzufahrende Fläche Raum für Raum und erstellt in der App einen exemplarischen Grundriss.

Die Dockingstation ist sehr kompakt gebaut (etwa 50% kleiner als das Pendant des Moneual) und lässt sich somit noch leichter abstellen. Im Unterboden der Dockingstation ist zudem eine Klappe, unter welcher sich der Stromanschluss für das Netzteil befindet. Keep it smart and simple – dieses Credo wurde bei diesem Sauger übrigens an einigen Stellen angewandt. Beispielsweise besitzt die Dockingstation am Unterboden mehrere Gummi-Matten, welche ein Verrutschen beim Auffahren des Saugers wirkungsvoll verhindern. Klasse!

App und erster Probelauf

Bevor ein erster Probelauf erfolgen kann, muss der 360 S6 natürlich erstmal eingerichtet werden. Hierfür muss die passende App aus dem AppStore downgeloadet werden (in meinem Fall die 360Smart mit blauem Logo) und installiert werden. Nachdem das geschehen ist, muss der Sauger mit dem heimischen WLAN verbunden, die persönlichen Daten abgeglichen und ein paar Einstellungen in der App vorgenommen werden – fertig.

Fertig? In meinem Fall nicht wirklich. Denn nach der Eingabe der persönlichen Daten in der App und dem Empfang einer Kennung an meine Handynummer (Fakenummer ist möglich) habe ich die beiden Buttons des Saugers – wie beschrieben – gedrückt, bis die LED violett leuchtet und mich streng an die Vorgaben in der App gehalten. Also WLAN aus, mit dem ausgesendeten WLAN des Saugers koppeln, zurück in die App wechseln und abwarten. 7%, 17%, 73% und Abbruch. Dieses Vorgehen habe ich mit iOS, Android, Kaffee und Flüchen – also den typischen Zutaten eines guten Quellcodes – durchgeführt und erreichte nichts. Foren und Interneteinträge haben auch keine passende Anweisung gegeben, wodurch mir nur die Option blieb: App neuinstallieren und einen weiteren Versuch wagen. Zwischenzeitlich habe ich auch noch die Fritz!Box-Einstellungen geprüft und den Router neugestartet. Nun, was soll ich sagen, „Reboot tut gut“ gilt anscheinend auch bei Saugern aus Fernost.

Test des 360 S6 – Staubsaugerroboter

Nach der Einrichtung habe ich natürlich sofort die App gesichtet und einen Namen für meinen Sauger vergeben. Noo-Noo hielt ich für angemessen, auch wenn Noo-Noo wahrscheinlich nie meinen Tubby-Pudding aufsaugen wird. 🙂 Nach der groben Einrichtung musste nun mein Wohnzimmer von Schmutz befreit werden. Also habe ich den Sauger einmal blind losgeschickt. Er brüllte mich mit einem „Go Charging“ an und verschwand in Richtung Ladestation – klar, mit einem leeren Magen – ähm Akku – arbeitet es sich auch schlecht.

Nach ca. einer Stunde Ladezeit konnte ich nun einen ersten Reinigungsvorgang starten. Mit zwischenzeitlich auf 50% reduzierter Lautstärke „schrie“ Noo-Noo nun aus der Ecke „Start Cleaning“ und stellte relativ schnell fest, dass er den Raum noch gar nicht kennt. Soll er sich ruhig einmal umschauen und den Raum vermessen. Gesagt, getan – stürzte sich der 360er in jeden noch so kleinen Winkel und zeichnete ein exaktes Abbild meines Wohnzimmers in der App ab. Nachdem er am Ausgangspunkt angekommen war, startete der Sauger einen in Bahnen gesteuerten optimalen Saugvorgang im gesamten Raum. Nach der Fertigstellung steuerte er noch ein paar kleinere Bereiche an und wollte auch sofort in den Flur aufbrechen, aber hier habe ich den kleinen Putzteufel manuell per Tastendruck zurück zur Ladestation geschickt.

Wischfunktion

Für den Test der Wischfunktion habe ich meine Küche auserkoren, da diese einen relativ einfachen Grundriss und einen Fliesenboden hat und somit die Anforderungen und den Test nicht ins uferlose treiben ließ.  Aber zuerst muss natürlich der mitgelieferte Mob und dessen Aufnahme vorbereitet werden. Die Kombination ist mittels Klett und Gummi aneinander fixiert – etwas fummelig lassen sich die beiden trennen, aber nach einer Weile hat man den Dreh raus.

Der Wischbehälter muss vor dem eigentlichen Durchlauf mit Wasser und – bei Bedarf – noch mit einem geeigneten Wischzusatz befüllt werden. Hierzu muss eine kleine Gummi-Öffnung zurückgeklappt und die Vorrichtung dann vorsichtig befüllt werden. Kleine Schwämme befeuchten sich daraufhin und lassen die Lösung langsam an den aufzuklebenden Mob durchdringen. Da diese Prozedur anfangs etwas länger dauert, bietet es sich an, dieses direkt über dem Waschbecken durchzuführen. Den Sauger habe ich hier bereits in der Küche platziert gehabt und konnte schnell die Wischkombination befestigen.

Die Reinigungsleistung der Wischfunktion ist im ersten Durchlauf (ich habe zwei Durchläufe durchgeführt) durchaus ok. Durch das Gewicht des Saugers wird ein stetiger Druck auf den feuchten Mob ausgeübt und grober Schmutz vorher eingesaugt. Der Sauger verfährt hier analog zum normalen Saugen und umrundet anfangs den gesamten Raum, um dann in einem optimalen Verlauf den Raum zu saugen und zu wischen. Im zweiten Durchlauf wurden noch etwas festerer Schmutz weggewischt, welcher sich durch den ersten Zyklus gelöst hatte. Insgesamt werde ich die Prozedur aber eher weglassen, da der Aufwand, die benötigte Zeit und die Reinigungsleistung in keinem Verhältnis zu einer normalen Reinigung stehen. Wer allerdings eine größere Fläche – beispielsweise Parkett oder den Keller – wischen möchte, kann dies sicher öfter nutzen.

Reinigung

Nach einem vollen Durchlauf ist nicht nur der Schmutzbehälter gut gefüllt, sondern die Bürste ähnelt einem Haarimplantat. Hier kommt die Stunde des mitgelieferten Zubehörs, denn das Kombiinstrument (Kamm, Bürste und Messer) entfernt die Haare hervorragend aus der Bürste. Das eingangs erwähnte Credo zählt auch hier, denn die Bürste lässt sich mit zwei einfachen Handgriffen leicht aus dem Sauger entfernen und somit noch leichter reinigen (Dank gebührt meiner Freundin für den Hinweis! :-)).

Der Staubbehälter lässt sich mit einem leichten Druck von oben aus dem Sauger entnehmen. Deckel auf und Schmutz in die Tonne. Das Prinzip war mir bereits von meinem Moneual-Sauger bekannt, aber so leicht und einfach ging es bei diesem nicht. Auch hier merkt man den Blick des Herstellers auf das Detail.

Die Reinigung des Wischbehälters gestaltet sich ähnlich leicht, da hier der Überzug mittels Klettverbindern und Gummis leicht entfernt und ausgewaschen werden kann. Der Behälter selbst sollte kurz ausgespült werden, was über die kleine Öffnung schwerer fällt als gedacht. Ich habe danach beides auf den Balkon zum Trocknen gelegt und hätte am nächsten Tag wieder durchstarten können. Keep it smart and simple…

Test des 360 S6 – Staubsaugerroboter

Fazit

Der 360 S6 macht insgesamt einen sehr guten Eindruck und übernimmt relativ rasch die tägliche Grobreinigung der Wohnung. Die Verarbeitung, Ausstattung und besonders der Akku müssen sich nicht vor der wesentlich teureren Konkurrenz verstecken. Denn selbst wenn dem kleinen Kerl unterwegs einmal die Puste ausgehen sollte – was erst bei deutlich über 100qm großen Wohnungen der Fall sein sollte, hangelt er sich selbstständig zur Ladestation zurück, lädt nach und reinigt an dem Punkt weiter, bei dem er ihn unterbrochen hat.

Das Zubehör ist ebenfalls gut verarbeitet und reduziert die Arbeit bei der notwendigen Bürstenreinigung enorm. Die App hat noch etwas Verbesserungspotential, wird aber stets weiterentwickelt und läuft in der aktuellen Ausführung (3.1.1) wesentlich stabiler und flüssiger. Leider merkt man hier den Ursprung, denn die App selbst lässt sich nicht auf Deutsch einstellen und das Change-Log im Store ist stets auf Chinesisch verfasst.

Negativ empfinde ich nur drei Dinge, die bei einigen Lesern nicht einmal akut werden dürften. Da ich eine Maisonette-Wohnung habe, muss ich den Sauger zwangsläufig in die zweite Etage tragen (oder mir einen zweiten 360 S6 zulegen und in die App einbinden) und stets in der App zwischen den beiden Grundrissen wechseln. Zweitens habe ich einen Teppich, den der 360er zwar bereitwillig saugen möchte, jedoch aufgrund des teils schwarzen Musters stets von den Treppensensoren daran gehindert wird. Der arme Kerl drückt sich sozusagen selbst in den letzten Winkel und weint dort leise vor sich hin – also er geht einfach aus! 🙂 Der dritte – und kleinste – Nachteil ist die relativ große Bauhöhe durch den Scanner. Der Sauger kommt somit nicht ganz so leicht unter Tische, die Couch oder das Bett, wie andere Sauger.

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