Neue EU Drohnenverordnung ab Januar 2021   ein Überblick

Zum 01. Januar 2021 sollen die neuen EU-Drohnenngesetze das seit 2017 gültige nationale deutsche Drohnengesetz ablösen. Für Drohnenpiloten gelten daher im neuen Jahr strengere Regeln. Auf was ihr achten müsst, lest ihr in diesem Artikel.

Mit dem Jahreswechsel ist die neue EU-Verordnung 2019/947 in Kraft getreten, welche den Betrieb von „unbemannten Luftfahrzeugen“ regelt. Vorteil für euch – die Regelung gilt nun für alle Länder in Europa (inkl. der Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen). Außerdem gibt es eine zweijährige Übergangsfrist – ihr müsst also nicht unmittelbar handeln – aber könnt das natürlich! 😉 UND: Drohnen dürfen ab dem 31. Dezember 2020 in einer Höhe von maximal 120 Metern betrieben werden (bisher: maximal 100 Meter).

Grundsätzlich werden Drohnen nun

  • nach den EU-Drohnenregeln registriert,
  • EU-Regelungen bestimmen die Inhalte zum EU-Drohnenführerschein,
  • die Drohnen werden vom Hersteller den Klassen C0 bis C4 zugeordnet und
  • die Risiko-Kategorien für Drohnenflüge (Offen, Speziell, zulassungspflichtig) werden spezifiziert

Außerdem gelten noch separate nationale Regeln. Beispielsweise muss ein Drohnenpilot in Deutschland mindestens 16 Jahre alt sein (außer er steuert Spielzeugdrohnen).

Neue EU Drohnenverordnung ab Januar 2021   ein Überblick

Die Registrierungs-, Versicherungs- und Kennzeichnungspflicht

Neu ab Januar ist eine Registrierungsverpflichtung für Drohnenbesitzer beim Luftfahrtbundesamt. Da die Regelung hier sehr kryptisch ist, gilt für euch eine Registrierung bei einem Drohnengewicht

  • ab 250 Gramm oder
  • von Drohnen unter 250 Gramm, wenn sie mit einer Kamera oder mit einem anderen Sensor, der personenbezogene Daten erfassen kann, ausgestattet sind oder
  • sofern es sich NICHT um ein Spielzeug gemäß Spielzeugrichtlinie handelt.

Grundsätzlich müssen Drohnen versichert werden. Das war auch schon bisher so, jedoch wurde dies kaum geprüft. Da aber nun die Registrierung eines UAS-Betreiber und/oder Fernpilot beim Luftfahrtbundesamt (LBA) notwendig wird, und dort eine Angabe der Versicherungsnummer angegeben werden muss, solltet ihr euch bereits im Vorfeld darum kümmern. Ich habe ohnehin eine neue Privathaftpflicht abgeschlossen und dort sind Drohnen bis 5 kg mit versichert. Prüft das also vorab, vielleicht habt ihr ja bereits eine Versicherung.

Eine Kennzeichnung muss zudem auf der Drohne selbst angebracht werden. Die Plakette muss dabei den Namen, die Anschrift des Eigentümers / Besitzers und die UAS-Betreiber-Nummer (e-ID) beinhalten und darüber hinaus mindestens die folgenden gesetzlichen Vorgaben sowie Eigenschaften erfüllen:

  • dauerhaft
  • sichtbar
  • feuerfest

Der neue EU-Kompetenznachweis für Fernpiloten

Bisher musste ein Kompetenznachweis erst ab einer Startmasse von mehr als 2 Kilogramm erbracht werden. Diese Grenze wurde nun auf eine Startmasse von 250 Gramm reduziert. In der „offenen Kategorie“ muss dabei in den sogenannten Unterkategorien A1 und A2 ein theoretischer Online-Test auf der Webseite des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) absolviert werden.

Der Ablauf ist dabei recht simpel in 3 Schritte gegliedert:

  1. Lernen
  2. Trainieren
  3. Prüfung absoliveren

Im ersten Schritt müsst ihr euch die Theorie aneignen. Dazu hat das LBA auf deren Seite Erklärvideos und Informationen übersichtlich zu den einzelnen Themengebieten zusammengestellt. Insgesamt müsst ihr dafür ca. 3-5 Stunden rechnen.
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Im zweiten Schritt könnt ihr euer erlerntes Wissen in einem Online-Test trainieren. In meinem Fall war der Server reichlich überlastet und der Test ist regelmäßig abgebrochen. Dennoch wird euch dort immer direkt die richtige oder Falsche Antwort angezeigt. In meinem Fall habe ich bei einem Test – ohne die Theorie zu erlernen – direkt 4 von 5 Fragen falsch beantwortet. 😀

Wenn ihr von den 20 Trainingsfragen mindestens 75% – also 15 Fragen – richtig beantwortet, wird für euch die eigentliche Prüfung freigeschalten. Ihr müsst dort im letzten Schritt von 40 Multiple Choice-Fragen mindestens 75% richtig beantworten, um das Zeugnis zu erhalten. Dieses könnt ihr dann als PDF downloaden und ausdrucken.

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Insgesamt sei allen Sparfüchsen noch gesagt: In der offenen Kategorie sind alle Einheiten kostenlos zu absolvieren. Einzig die Aluminium-Plakette für die Drohne kostet ein paar Euro. 😉

Disclaimer: Der Artikel spiegelt natürlich nur meine eigene Erfahrung und die Recherche wider, die ich selbst betrieben habe. Wenn sich zwischenzeitlich etwas geändert haben sollte, oder ihr andere Erfahrungen gesammelt habt, dann schreibt uns das gerne in die Kommentare!

Update: Tatsächlich muss auf der Drohne ein nur noch die UAS-Betreiber-Nummer (e-ID) angebracht werden. Dazu schreibt das LBA:
„Bitte beachten Sie: Nur die UAS-Betreiber-Nummer (e-ID) muß an das Fluggerät angebracht werden.“