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Klapprad E-Bike Fiido D1 im Test

E-Mobilität – selten schafft es ein einfacher Begriff die Gemüter so intensiv zu erhitzen. Wie weit reicht der Akku? Wie lange dauert das Laden und was kostet eine Akkuladung? Spätestens beim Anschaffungspreis fällt die Euphorie meist vollends ab. Aber es geht auch anders, denn das e-Klapprad Fiido D1 gibt es im Angebot bereits ab etwa 400€. Ob es sich hier um ein Preis-Leistungswunder handelt und ob die versprochenen Daten stimmen, erfahrt ihr im folgenden Test. Damit wir das Fiido D1 testen konnten, hat es uns GearBest freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle, denn ohne die Bereitstellung wäre unser Review gar nicht oder erst wesentlich später möglich gewesen.

Klapprad E Bike Fiido D1 im Test

Verpackung und Lieferumfang des Fiido D1

Aufgrund der Lieferart „Europe Railway Express“ per Bahn hat der Versand etwas länger als die übliche Luftfracht benötigt. Nach ca. 6 Wochen Lieferzeit steht nun der Karton aber vor mir und der Test kann beginnen. Der ca. 22 kg schwere Karton ist mit gelben Umreifungsbändern gut gesichert und gibt nach dem Öffnen das nochmals durch Folie, Pappe und Schaumstoff geschützte Bike frei.

Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Fiido noch der separate Sattel und ein Karton, welcher das Ladegerät, eine kurze Anleitung und etwas Werkzeug enthält. Der 7.8 Ah-Akku ist bereits im Rahmen verbaut und befindet sich damit natürlich auch im Lieferumfang.

Zusammenbau, Vorbereitung und Laden

Der Zusammenbau des Klapprades ist denkbar einfach. Ihr entfernt zuerst die Folie und die Schaumpolster, klappt danach den Lenker hoch und sichert diesen mit dem Schnellspanner. Dieses Vorgehen wiederholt ihr noch beim Rahmen und setzt danach den Sattel ein. Nun klappt ihr noch die Pedale aus und entspannt kurz die Lenkstange, da hier zum besseren Transport die Kabel gestrafft wurden. Fertig! Ich habe danach noch einige Kabelbinder am Lenker versetzt, da diese etwas gestört haben, aber das ist nicht unbedingt notwendig.

Praktisch empfinde ich die zusätzliche Fixierung von sicherheitsrelevanten Schnellspannern am Lenker und am Rahmen. Diese sichern die Spanner vor dem versehentlichen Öffnen auf unebenem Untergrund und schaffen ein etwas besseres Sicherheitsgefühl. 😉

Das mitgelieferte Werkzeug konnte ich noch in der Vorbereitungsphase testen, da die verbauten Bremssättel beim Drehen der Räder deutlich an den Bremsscheiben geschliffen haben. Hierzu habe ich mit dem passenden Inbusschlüssel die zwei Befestigungsschrauben der Bremssättel gelöst, diese mit etwas Feingefühl ausgerichtet und danach fixiert. Als Hinweis kann ich noch mitgeben, dass die im Internet vielmals beschriebene Vorgehensweise – Bremssattel lösen, Bremse ziehen, festschrauben – hier nicht wirklich funktioniert.

Der Akku hatte in meinem Fall bereits eine ausreichende Ladung und musste für erste Tests nicht notwendigerweise geladen werden. Wenn ihr aber nach dem Zusammenbau sofort eine längere Testfahrt machen möchtet, bietet sich das vollständige Laden natürlich an. Das Netzteil steckt ihr an der Unterseite des Hauptrahmens an den verbauten Akku und danach an eine normale Haushaltssteckdose an. Der folgende Ladevorgang dauert – je nach Ladestand bei Auslieferung – etwa 1-3 Stunden.

Ausstattung: Motor, Akku und Verarbeitung

Angesichts des günstigen Preises ist die Erwartung an die verbauten Komponenten eher gering. Aber ich muss gestehen, dass ich insgesamt positiv überrascht worden bin. Beginnen wir mit den positiven Dingen, wie dem Rahmen, die Größe und dem Akku und hangeln uns dann zu den wenigen negativen Dingen.

Der Aluminiumrahmen des Faltrades ist durchaus gut verarbeitet, so konnte ich beispielsweise keinen Grat an den Schweißnähten feststellen. Die Farbbeschichtung ist gleichmäßig gearbeitet und schützt den ohnehin umweltresistenten Rahmen nochmals. Die wichtigsten Schnellspanner wirken wertig und lassen sich gut einstellen, daher scheinen die angegebenen 120kg Nutzlast durchaus denkbar. Am Rahmen, der auch den Akku schützt und integriert, ist zudem eine Vorbereitung für eine Trinkflaschenaufnahme und ein Haltegriff zum Transport angebracht.

Klapprad E Bike Fiido D1 im Test

Der 7.8 Ah Li-Ion-Akku lässt sich leider nicht entnehmen und das Bike muss demzufolge immer zur Steckdose mitgenommen werden. Das finde ich nicht optimal, ist aber aufgrund der kompakten Abmessungen im gefalteten Zustand (75 x 35 x 65cm) und nur (gemessenen) 16 kg Gewicht noch in Ordnung. Praktisch ist die stufenlose Höhenverstellung von Lenker und Sattel, sodass auch größere Personen bequem mit dem Fiido fahren können. Positiv empfinde ich zudem die Handyhalterung mit USB-Ladeanschluss, welche auch für größere Smartphones geeignet ist, und die Lichtausbeute der Frontlampe.

Nach all den positiven Merkmalen bemerkt man aber schnell, welche Elemente dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. So gibt es hinten nur einen Reflektor und keine Lampe, es ist keine Gangschaltung verbaut und die Scheibenbremsen sind selbst zu Testende noch nicht vollends eingeschliffen und verzögern nur unzureichend. Weiterhin stellt das Display nur eine 4-stellige Akkustand-Anzeige dar, ein Tacho und weitere Infos sind nicht integriert. Die 14-Zoll-Reifen sind zwar mit einem guten Profil ausgestattet, aber für mein Empfinden etwas zu schlecht aufgezogen, wodurch das Bike eine stetige Instabilität aufweist.

Testergebnisse: Fahreigenschaften, Reichweite, Transport

Laut Datenblatt verspricht der Hersteller eine Reichweite von satten 40 km im rein elektrischen Modus und bis zu 80 km mit Tretunterstützung. Außerdem soll der 250W-Motor eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h und eine Steigfähigkeit von bis zu 30° erreichen. Diese Werte sind natürlich in der Praxis nicht erreichbar, aber schauen wir uns die Ergebnisse im Detail an.

Bauartbedingt kann ein Faltrad natürlich nicht mit einem vollwertigen Fahrrad mithalten, wenn es um den Fahrkomfort geht. Einerseits sind die Räder für möglichst kompakte Abmessungen eher klein gehalten und die Lenk- und Sattelstange müssen hoch eingestellt werden. In meinem Fall habe ich hier eine Höhe von 111 cm und 90 cm beim Sattel eingestellt. Hierdurch ergibt sich – besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten – ein eher unangenehmes und unruhiges Fahrgefühl, welches aber mit höherer Geschwindigkeit deutlich nachlässt. Auf unebenem Untergrund war ich von dem gefederten Sattel aber angenehm überrascht.

Klapprad E Bike Fiido D1 im Test

Die Bedienung während der Fahrt gibt bereits nach kurzer Fahrt keine Rätsel mehr auf – Bremsen, Smartphonehalter, Moduswahlschalter sowie „Hupe“ und Display liegen günstig am Lenker. Der „Manpower“-Modus ist – bedingt durch nur einen Gang – aber eher als Notfallmodus bei leerem Akku anzusehen. Der Pedelec-Modus schaltet sich nach einer kurzen Gedenksekunde zu, weil hier vom Controller das Tretsignal noch abgegriffen werden muss. Danach ist die stetige Unterstützung aber sehr harmonisch und angenehm – besonders an Bergen. Der Moped-Modus, also die volle Unterstützung des Motors ohne Tretunterstützung, ist eher schwach und in Deutschland ohnehin nicht ohne Einschränkungen anwendbar (siehe Rechtslage).

Der Vorteil eines Klapprades liegt ja bekanntlich in kompakten Abmessungen für einen einfachen Transport. Daher habe ich mir die Maße im normalen und gefalteten Zustand etwas näher angeschaut. Mit seinen ohnehin kompakten Maßen von 130 x 58 x 95 cm passt das Bike in jeden Fahrstuhl und kann durchaus auch so bequem in den Keller oder die Wohnung getragen werden. Im eingeklappten Zustand erreicht das Bike Abmessungen von 75 x 35 x 65 cm und kann bequem im Kofferraum oder in der Bahn verstaut werden. Das Falten geht mit der Zeit auch flott von der Hand, so ist das Bike in ca. xx min zusammen- oder aufgeklappt. Der am Rahmen integrierte Tragegriff hilft zwar ungemein, um das Fiido zu transportieren, jedoch ist der Schwerpunkt stets außerhalb des Griffes. Das Fahrrad kippt also zwangsweise in eine Richtung und muss zusätzlich stabilisiert werden. Außerdem empfinde ich es als kleinen Nachteil, dass das Vorder- und Hinterrad im geklappten Zustand nicht parallel, sondern mit einem Versatz von wenigen Zentimetern zueinanderstehen. Dadurch steht das Bike in diesem Zustand immer etwas schräg zwischen Hinterrad und Hilfsständer.

Irgendwann geht bei jedem elektrischen Gerät der Akku zur Neige und es muss geladen werden. Bei dem Fiido wird dann das kompakte und passiv gekühlte Netzteil angesteckt und das war es auch schon. Die Ladezeit von ca. 5 Stunden ist zwar etwas hoch, aber für die tägliche Nutzung zur Arbeit oder in die Stadt vollkommen ok. Bei genauem Hinhören bemerkt man ein leises Fiepen im Netzteil, welches aber unbedenklich ist. Interessanterweise wird das Netzteil nicht sehr warm und kann bedenkenlos auch hingelegt werden. Als kleinen Kritikpunkt kann ich hier nur den etwas ungünstig platzierten Ladeanschluss nennen, der an der Seite oder oben am Rahmen sicher etwas einfacher zu erreichen wäre.

Klapprad E Bike Fiido D1 im Test

Nun der für viele wichtigste Punkt: Wie weit reicht der Akku? Ich habe auf einem ebenen abgesperrten Parkplatz die Reichweite gemessen und danach mit einem Strommessgerät den Stromverbrauch notiert. Hieraus ergeben sich in etwa folgende Werte, wobei ihr die genauen Ergebnisse des Tests in der Tabelle unten findet. Fairerweise muss man an dieser Stelle erwähnen, dass nicht nur die vorhandenen drei, sondern vier Modi getestet wurden – im Detail der Moped-, Pedelec-, Manpower- und kombinierte Moped-Manpower-Modus. Ich habe dazu einen fast ebenen Parkplatz gewählt und von den erreichten Geschwindigkeiten bei Bergauf und -abfahrt die Mittelwerte gebildet. Wenig überraschend wurde der Topspeed von 32 km/h im kombinierten Moped-Manpower-Modus erreicht. Mit normaler Tretunterstützung schafft ihr auf ebener Strecke maximal 20 km/h. Das liegt aber nicht so sehr an der Unterstützung, sondern vielmehr an der kleinen Übersetzung des Bikes. Das ist etwas schade, aber da das Bike primär auf die „Last-Mile“ abzielt, ist das zu verschmerzen. Apropos urbanes Umfeld: Genau dort müsst ihr euch um die Reichweite keine Gedanken machen. Ich habe stets eine Mischung aus Moped- und Pedelec-Mode in meinem Test verwendet und erreiche damit locker 40 km. Im reinen Moped-Modus solltet ihr – je nach Umweltfaktoren – 20 bis 30 km Reichweite haben. Das sehe ich als sehr guten Wert an.

Rechtslage

In Foren oder den Kommentaren liest man regelmäßig Usermeldungen, die ein gefährliches Halbwissen in Bezug auf die konkrete Einordnung von E-Bikes, (S)-Pedelecs, Mofas und E-Rollern darstellen. Daher sollen im Folgenden kurz die Unterschiede und wichtigsten Faktoren und die genaue Einordnung des Fiido D1 dargelegt werden. Da ich aber kein Rechtsexperte bin, orientiere ich mich an den offiziellen Maßgaben des StVG und einer Vergleichstabelle.

Für das Fiido werden öfters die Begriffe E-Bike und Pedelec verwendet, wobei es sich hier eindeutig um ein E-Bike und nicht um ein Pedelec handelt. Obwohl das Bike im Wesentlichen die Eigenschaften des Pedelec – welches mit einem üblichen Fahrrad gleichzusetzen ist – nach §1 Abs. 3 StVG einhält, muss es aufgrund des Moped-Mode doch dem E-Bike oder Elektromofa zugeordnet werden. Das hat zur Folge, dass eine Haftpflichtversicherung (§1 PflVG) notwendig ist, ein Helm getragen werden muss und Fahrradwege nur außerorts befahren werden dürfen. Außerdem ist ein Auto- oder Mofa-Führerschein notwendig.

Einige User argumentieren in Bezug auf den Drehgriff, dass auch Pedelecs mit einer Anfahr- oder Schiebehilfe ausgerüstet sein können und diese dennoch als ein Fahrrad – also ohne Helm, auf Radwegen, ohne Versicherung und Führerschein fahrbar – behandelt werden. Hierzu schreibt §1 Abs. 3 StVG jedoch deutlich, dass diese auf maximal 6 km/h beschränkt sein muss. Wie meine Tests jedoch gezeigt haben, schafft das Fiido D1 hier knappe 20 km/h.

Um auch in Deutschland rechtssicher – als Fahrrad –  mit dem Fiido zu fahren, muss nicht nur ein Rücklicht nachgerüstet werden, sondern auch der „Beschleunigungshebel“ deaktiviert werden. Hier wäre es schön, wenn der Hersteller geeignete Maßnahmen für den europäischen Markt ergreifen würde.

Fazit für den Fiido D1 Test

Das Fiido D1 macht insgesamt einen guten Eindruck und mit dem elektrischen Rückenwind viel Spaß beim Fahren. Die Verarbeitung, Ausstattung und besonders der Akku müssen sich nicht vor der wesentlich teureren Konkurrenz verstecken. Allerdings merkt man an einigen Stellen auch deutlich, wo der Rotstift zur Kostenreduktion angesetzt wurde. Warum nun gerade das Rücklicht gestrichen und dafür eine nervige Hupe eingebaut wurde, weiß nur der Hersteller.

Da die EU gerade eine Versicherungspflicht für Pedelecs plant, könnte die vage Rechtslage in Bezug auf das Bike ohnehin bald der Vergangenheit angehören. Denn dann würde die daraus resultierende Helm-, Führerschein- und Versicherungspflicht sicher dazu führen, dass wesentlich weniger Räder mit Hilfsmotor auf den Straßen anzutreffen sind.

Klapprad E Bike Fiido D1 im Test

Modus

Moped-

Pedelec-Manpower-

Moped-Manpower-

V max in km/h

27

2624

33

V min in km/h

20

1614

25

V Ø in km/h

23,5

2119

29

Reichweite (ca.) in km

24

54

32

Zum Angebot

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9 Kommentare zu "Klapprad E-Bike Fiido D1 im Test"

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Gigi
Gast
Gigi

Hallo Micha, dank Dir für die Antwort. Habe das Fiido 3 bestellt, aber noch nicht bekommen. Ich bin seit 55 Jahren nicht mehr Fahrrad gefahren und wollte jetzt wieder anfangen damit, habe aber vor einem 28er so viel Angst, dass ich mit einem kleineren Teil anfangen wollte.
Vor allem die Moped-Schaltung hat es mir angetan. Fahre überwiegend auf sehr gut ausgebauten Feldwegen, gerade Strecke und der Rest bis zum Edeka ist im Notfall zu Schieben.
Brauche das Teil, weil ich im linken Fuß starke Athrose habe und kaum mehr laufen kann.
Und die Kosten für den Bus bringen mich um!
Bin 70 Jahre alt und immer noch neugierig auf Neues!

LG
Gigi

Micha
Admin

Ich habe Steven schon Bescheid gesagt. Finde das toll, dass du dir Alternativen suchst und neugierig bleibst, behalte das bei!

Gigi
Gast
Gigi

Bedeutet der Moped-Manpower-Modus, dass Du im Moped-Modus zusätzlich noch in die Pedale trittst und hat es dann dadurch mehr Reichweite?

Micha
Admin

Steven wird dir die Frage spätestens morgen früh beantworten. Ich kann es dir gerade nicht sagen.

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