18
May
2017

Die Rürup Rente – lohnt sie sich?

Für die finanzielle Absicherung des eigenen Ruhestandes stehen verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Rürup Rente ist neben der normalen Rente über die Rentenversicherung eine Möglichkeit, die finanziellen Freiheiten im Alter zu genießen. Die Rürup Rente wird auch als Basisrente bezeichnet und ist das Gegenstück zur gesetzlichen Rentenversicherung. Sie steht neben der privaten Rentenversicherung, der gesetzlichen Rentenversicherung und der Riester Rente mit zur Auswahl, wenn es um die Absicherung geht. Die Rentenform richtet sich in erster Linie an Selbstständige, Freiberufler und natürlich gut verdienenden Arbeitnehmern. Aber auch Beamte können von der Rente profitieren. Bevor die Rürup Rente in Anspruch genommen wird, sollten ausreichend Informationen vorhanden sein.

Wir haben die wichtigsten Informationen zur Rente zusammengetragen, damit der Abschluss der Rürup Rente ein Erfolg wird.

Die Rürup Rente   lohnt sie sich?

Das wichtigste zusammengefasst

Das wichtigste zu diesem komplexen Thema haben wir schnell und in Stichpunkten zusammengetragen, denn die Rürup Rente ist wie die Riester Rente auch, von der Steuer absetzbar.

Das wichtigste in kurzen Worten:

  • Jährlich können höhere Anteile der Rürup-Rente steuerlich absetzt werden. Geplant sind 100 Prozent bis 2025.
  • Auch der Höchstbeitrag, welcher vom Finanzamt berücksichtigt wird, steigt jedes Jahr. Bereits im Jahr 2017 liegt dieser bei 23.362 Euro und bei Ehepaaren bei 46.724 Euro.
  • Die Basisrente kann mit einer weiteren Zusatzversicherung verbunden werden.
  • Die Unterschiede zur Riester Rente sind, dass bei Rentenbeginn keine Einmalauszahlung stattfindet. Die Rürup-Rente kann nur monatlich empfangen werden. Die Ausnahme besteht nur in Kleinstrenten.
  • Die Beitragsfreistellung ist bei dieser Rentenart möglich.

Mit diesen Kurzinfos haben Kunden bereits die ersten wichtigen Informationen, die wir nun weiter ausbauen wollen, denn ein einfacher Abschluss der Rente ist nicht zu empfehlen. Die genauen Berücksichtigungen sollten unbedingt beachtet werden, denn der Abschluss eines Rentenvertrages ist immer eine längere Investition.

Was versteht man unter der Rürup Rente?

Die meiste Bürger wissen schon gar nicht mehr wie die Rente eigentlich entstanden ist, denn sie gehört seit vielen Jahrzehnten schon zum Leben dazu. 2001 wurde die gesetzliche Rente reformiert. Zu diesem Zeitpunkt kam die Riester Rente auf, mit der die Bürger die Möglichkeit bekamen die finanzielle Absicherung durch den Staat zu erhalten.

Nun konnten Selbstständige, die nicht in die Rentenkasse einzahlten von der Riester Rente nicht profitieren, weshalb die staatlich geförderte Rürup Rente im Jahr 2005 eingeführt wurde. Was steckt nun hinter dieser Rente? Die Rürup Rente ist eine ganz klassische und fondsgebundene Rentenversicherung. Man kann die Rentenversicherung auch als Fondssparplan definieren. Die Beiträge, die bei der Rente eingezahlt werden, können als sogenannte Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden. Die Steuerlast wird dadurch deutlich gesenkt.

Damit ist die Rürup Rente mit der Riester Rente durchaus zu vergleichen. Jedoch kann man sich als Nutzer die Riester Rente mit einem Mal auszahlen lassen. Die Rürup Rente hingehen dient ausschließlich als monatliche Rente.

Wer sollte die Basisrente abschließen?

Grundlegend gilt: Die Altersvorsorge und die Produkte der Altersvorsorge müssen zum Leben und den entsprechenden Lebensumständen passen. Als großes Plus kann der Rürup Rente die steuerliche Vergünstigung zugesprochen werden.

Jedoch kann die Rente in diesem Zusammenhang nicht jedem empfohlen werden, denn die Rürup Rente ist grundlegend an die Gutverdiener gerichtet. Es können zwar auch Geringverdiener von den Steuerentlastungen profitieren, doch die Rürup Rente ist das Gegenstück zur Riester Rente, die den Geringverdienern besser zusagt. Die steuerlichen Vorteile sind bei der Rürup Rente für Geringverdiener nur sehr gering, denn die Einzahlungsbeiträge sind entsprechend geringer.

Für Selbstständige und Freiberufler ist die Basisrente wesentlich sinnvoller, vor allem dann wenn an die Rente noch gar nicht gedacht wurde. Die Riester Rente wird den Freiberuflern und den selbstständigen oftmals verwehrt, weshalb die Rürup Rente die perfekte Alternative darstellt. Die Rürup Rente passt sich den Lebensumständen an, denn die Beiträge können je nach steigendem Einkommen angehoben werden. Damit lässt sich die Rente immer an die Lebensumstände anpassen.

Für die Rürup Rente gibt es keine Einschränkungen wer sie abschließen darf. Demnach können auch Beamte von der Rente profitieren.

Für wen ist die Rente primär sinnvoll?

  • Beamte
  • Selbstständige
  • Freiberufler
  • Arbeitnehmer mit einem besseren Einkommen

Welche Arten der Rürup Rente gibt es?

Die Rente kann in verschiedene Arten eingeteilt werden. Demnach sollten sich also die Interessenten umfassend mit dem Thema befassen, denn nicht jede Art ist für jeden Anwender gedacht. Wir haben die Arten etwas genauer betrachtet.

  • Basisrente als klassische Rentenversicherung:

Der Vorteil an dieser Art ist, dass die Beiträge, welche jeden Monat beanschlagt werden, garantiert verzinst werden. Demnach kann schon zu Beginn der Rentenversicherung gesagt werden, welche Rente im Alter vorliegt. Die Auszahlung kann zusätzlich erhöht werden, in dem Sonderzahlungen vorgenommen werden. Zuwächse durch eine Überschussbeteiligung sind jedoch auszuschließen, denn die Gelder werden sehr sicher durch die Versicherungsunternehmen angelegt. Dadurch wird die Rürup Rente zu einer Planungssicherheit. Wer also sehr viel Wert auf Sicherheit legt, der kann durchaus die vielen Angebote dieser Art nutzen.

  • Fondsgebundene Rürup Rente:

Bei dieser Rürup Renten Form werden die Beiträge in sogenannte Fonds investiert. Das hat den Vorteil, dass sich bessere Renditen im Vergleich zur normalen Variante ergeben. Viele Anbieter geben ihren Kunden eine Beitragsgarantie. Mit dieser Beitragsgarantie können Kunden zu Beginn des Rentenbeginns zumindest die eingezahlten Beiträge zurück bekommen. Demnach werden dem Versicherungsnehmer zu Beginn nicht die wahrscheinlichen Renten ermittelt, sondern der Beitrag der zurückfließt.

  • Rürup-Sofortrente:

Die Rürup-Sofortrente kann vor allem dann genutzt werden, wenn Versicherungsnehmer kurz vor dem Rentenbeginn stehen und die Rente nutzen wollen. Mit einer größeren Einzahlung kann die Basisrente aufgestockt werden. Direkt nach der Einzahlung erfolgt dann die Berechnung der Rentenbeiträge.

  • Rürup-Fondssparplan:

Hierfür gibt es nur sehr wenige Angebote. Im Vergleich zur fondsgebundenen Variante kann diese Möglichkeit jedoch kostengünstiger sein. Der Unterschied zu anderen Rentenmöglichkeiten ist, dass diese Versicherung anfänglich als Ratensparplan angedacht ist und erst später zur Versicherung wird.

Wie sieht die Förderung der Basisrente aus?

Die Rürup Rente   lohnt sie sich?Das Besondere an der Basisrente ist, dass die Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden können. Um einen steuerlichen Vorteil zu erhalten, müssen die Ausgaben in der Steuererklärung unter den Sonderausgaben geführt werden. Bis heute werden nicht alle Ausgaben in der Steuererklärung berücksichtigt. Jedoch ist anzumerken, dass ab 2025 das Finanzamt die Einzahlung bis zum Höchstbetrag gestattet. Bis zu diesem Stichtag wird die Grenze immer um 2 Prozent pro Jahr angehoben. Demnach rechnet das Finanzamt für dieses Jahr 84 Prozent der Beiträge in der Steuererklärung an. Um diese Beiträge zu erhalten, muss unter der Anlage „Vorsorgeaufwand“ die Rürup Rente vermerkt sein. In diese Anlage fließen auch die Beiträge der gesetzlichen Rentenversicherung.

Seit ein paar Jahren wird der anrechenbare Höchstbetrag für die Rente an die Entwicklung der Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung angepasst. Das heißt, dass die Beitragsbemessungsgrenzen gleich sind. Durch diese Beitragsbemessungsgrenze profitieren Sparer noch mehr. In diesem Jahr liegt die Beitragsbemessung bei 23.362 Euro für Singles.

Welche Kosten sind bei der Rürup Rente zu berücksichtigen?

Ein weiteres sehr interessantes Thema sind die Kosten, denn das sind die wichtigsten Aspekte für den Kunden selbst. Grundlegend gilt auch bei dieser Rente, dass die Beiträge von dem Sparziel und natürlich auch von den finanziellen Möglichkeiten abhängen. Einen festgelegten Grundbeitrag, der gezahlt werden muss, gibt es bei dieser Vertragsvariante nicht.

Um einen möglichst hohen Sparanteil zu bekommen, sollten die Kosten der Rürup Rente beachtet werden. Wovon sind die Kosten abhängig? Grundlegend natürlich von den Sonderleistungen. Diese können mit dem Versicherungsvertrag zusammen vereinbart werden. Eine Leistung kann beispielsweise darin bestehen den Hinterbliebenen die restlichen Beiträge zu überlassen. Auch zusätzliche Einzahlungen werden als Sonderleistungen entsprechend gezählt. Für diese Sonderleistungen können Kosten anfallen. Die Anbieter verlangen jedoch auch Gebühren für den Abschluss. Demnach ist es zu empfehlen die Renditefresser zu erkennen und die Anbieter zu vergleichen, damit die besten Angebote vorhanden sind.

Zu beachten ist: Je höher die Kosten sind, desto weniger Rendite fällt am Ende ab. Viele Versicherer geben ein Informationsblatt heraus, in dem die idealen Beiträge vermerkt sind und welche Kosten entstehen. Mit diesem Informationsblatt sollten sich Kunden genauer befassen.

Das sollte bei der Auszahlung berücksichtigt werden

Der Vorteil an der Rürup Rente sichert dem Versicherungsnehmer eine lebenslange private Rente. Es ist wichtig zu wissen, dass die angesparten Beiträge bei Verträgen, die seit 2012 abgeschlossen wurden, erst ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden.

Die Leistungen, welche dadurch entstehen, müssen wie bei der gesetzlichen Rente nachgelagert versteuert werden. Für den Sparer bedeutet dies, dass die Steuern während der Sparphase nicht anfallen. Die Steuern werden erst ab Auszahlung fällig. Wie hoch die Steuern ausfallen, hängt immer davon ab wann und in welcher Höhe die Beiträge erstmalig ausgezahlt werden.

Hinweis: Ab 2040 muss die Rente vollständig besteuert werden. Bis dahin wachsen die Besteuerungssätze jährlich an. Deswegen sollten sich Rentner immer wieder informieren wie die Steuersätze ausfallen.

Was sollten Sparer bei der Rente noch berücksichtigen?

Was gibt es sonst noch bei dieser Rentenform zu beachten? Manche Versicherungsgeber bieten die Rente mit einer Zusatzversicherung an. In diesem Fall muss jeder selber entscheiden, ob die Zusatzversicherung sinnvoll erscheint oder eben nicht. Bei den meisten Zusatzversicherungen werden die Beiträge zwischen der Rürup Rente und der Zusatzversicherung aufgeteilt. Das heißt der Versicherungsbeitrag fleißt nur zu einem Teil in die Rentenversicherung. Experten raten davon ab die Zusatzversicherung zu nutzen.

Was ist besser: Rürup Rente oder gesetzliche Rente?

Ob die Rürup Rente besser ist als die gesetzliche Rente lässt sich nur schwer ermitteln, denn die Basisrente ist hauptsächlich für Selbstständige und Freiberufler gedacht. Vergleicht man nun aber die Basisrente mit der Rürup Rente mit der Grundlage, dass sich die Versicherten freiwillig versichern wollen, dann lässt sich feststellen, dass die gesetzliche Rentenversicherung bei einer Auszahlung einen leicht erhöhten Nettowert hat. Hier punktet also die normale Rente. Werden bei der Betrachtung die Überschüsse der Basisrente mit hinzugerechnet, dann schneidet diese besser ab. Man kann also keinen Gewinner in dem Sinne feststellen, denn die Vorteile und die Nachteile wiegen sich auf.

Die gesetzliche Rente können Freiberufler und Selbstständige als zusätzliches Polster betrachten. Welche der beiden Rentenvarianten jedoch die sinnvollere ist, muss jeder Versicherungsnehmer selber entscheiden. Bei der Auswahl kann es helfen die Versicherungsmodelle miteinander zu vergleichen. Der Vergleich sollte jedoch immer auf die Dauer der Einzahlung ausgelegt sein.

Die Rürup Rente   lohnt sie sich?

Welche Vorteile und welche Nachteile ergibt die Basisrente?

Um die Entscheidung für oder gegen die Rente zu treffen, müssen die entsprechenden Vorteile und Nachteile genauer bedacht werden. Wir haben die Vorteile und Nachteile genauer berücksichtigt.

Vorteile:

  • es gibt keine besonderen Bedingungen für den Abschluss
  • die steuerlichen Vorteile sind enorm
  • Selbstständige haben die Möglichkeit auf eine lebenslange Rente
  • kann neben der gesetzlichen Rente bestehen
  • wird monatlich ausgezahlt
  • die Rente ist flexibel (Beiträge nach Lebenslage bestimmen)

Nachteile:

  • unterliegt der nachgelagerten Besteuerung
  • ohne Hinterbliebenenschutz gehen die Beiträge an die Gesellschaft
  • einige Leistungen kosten extra
  • ist unkündbar / Beiträge können stillgelegt werden
  • wird an die Witwenrente angerechnet

Das Fazit zur Rürup Rente

Was lässt sich nun abschließend zur Basisrente sagen? Die Basisrente in dieser Form ist vor allem für die Gutverdienenden und für Selbstständige gedacht. Alle anderen können die Riester Rente in Anspruch nehmen. Die Basisrente unterscheidet sich enorm von der Riester Rente, denn die Basisrente wird monatlich ausgezahlt, wenn das 62. Lebensjahr erreicht wurde. Die Riester Rente hingegen kann auch in einer einmaligen Auszahlung ausgezahlt werden. Die Rürup Rente ist in vieler Hinsicht eine Erleichterung für Selbstständige, denn sie kann sehr flexibel gestaltet werden. Die Beiträge und die Leistungen bestimmen die Beitragszahlungen. Wenn die Beiträge mal nicht mehr erbracht werden können, dann kann die Versicherung nicht gekündigt werden. In diesem Fall müssen die Beiträge heruntergesetzt oder stillgelegt werden. Je nach Kundenwunsch lässt sich die Versicherung also optimal anpassen.

Zusätzlich lässt sich anmerken, dass die Sparbeiträge erst mit Beginn der Rente versteuert werden. Die steuerlichen Vorteile, welche dabei entstehen, passen sich jedes Jahr aufs Neue an. Demnach haben Versicherungsnehmer wie bei der Riester Rente auch einen Vorteil. Ob die Versicherung einen Sinn macht, muss jeder Kunde für sich selber bestimmen, denn nur bei der genauen Betrachtung der Vorteile und der Nachteile kann ein Vergleich ernst genommen werden.

Ein Verglich der Versicherungsgesellschaften wird dringend empfohlen, denn die Versicherungen unterscheiden sich in den Leistungen sehr. Angebotene Zusatzversicherungen sollten nicht genutzt werden, denn die schmälern häufig den Gewinn. Wer eine solche Versicherung sucht und nutzen will, sollte die hier genannten Informationen ernst nehmen.

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1 Kommentar zu "Die Rürup Rente – lohnt sie sich?"

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Martin F.
Gast

Cool, Danke dass ihr auch mal über solche “nervigen” Themen berichtet, um die man sich eigentlich dringend kümmern müsste, aber vor einem Wirrwarr an Informationen steht und man dauernd die Angst hat, von jemandem über den Tisch gezogen zu werden.
Könntet ihr einen ähnlichen Beitrag bitte für gesetzliche vs. Private Krankenversicherung machen? Gerade für junge Leute(Entwicklung der Preise im Alter, Risiken). Danke!

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