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Jun
2014

INFO: Refurbished-Ware – Alles, was Ihr wissen solltet

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Bildschirmfoto 2014 06 05 um 10.16.43 INFO: Refurbished Ware – Alles, was Ihr wissen solltet

Da immer wieder Fragen auftauchen zur Refurbished-Ware, mal ein seeeehr ausführlicher Artikel.

Refurbished Ware – Alles was ihr wissen müssen

Muss es immer das fabrikfrische MacBook, das unbenutzte Samsung Galaxy S5 oder das neue Acer Tablet sein? Wer neuwertige Geräte zum kleinen Preis erwerben möchte, für den stellen Refurbished-Produkte eine gute Alternative da. Viele Händler – insbesondere Online-Shops – unterhalten eigene Refurbished-Rubriken, dank der Verbraucher von qualitativ hochwertigen und dabei günstigen Angeboten profitieren können.

Was bedeutet „refurbished“?

Handy Reperatur INFO: Refurbished Ware – Alles, was Ihr wissen solltet

Bild: Es muss nicht immer alles Fabrikneu sein. Refurbished-Ware wird vom Hersteller oder Händler generalüberholt, gereinigt und überprüft. Bildquelle: Vlad Teodor – 271948178/Shutterstock.com

 

Bei Refurbished-Ware handelt es sich um Artikel, die ein Hersteller oder Händler generalüberholt, gereinigt und überprüft hat. Elektronikartikel stammen in der Regel aus Kunden-Reklamationen (Garantiefälle oder Rücksendungen wegen Nichtgefallens) oder es handelt sich um Leasing-Rückläufer von Firmen. B-Ware hingegen bezeichnet Artikel, die sichtbare Beschädigungen oder technische Fehler aufweisen, etwa ein Flachbildschirm mit Pixelfehlern, ein Blu-Ray-Player mit Schrammen am Gehäuse oder ein Notebook mit defektem Touchpad.

In welchem Zustand ist Refurbished-Ware?

Umfrage zu gebrauchten Produkten INFO: Refurbished Ware – Alles, was Ihr wissen solltet

Statistik: 46 Prozent der Befragten gaben an, innerhalb der letzten 12 Monate gebrauchte Bücher verkauft zu haben.

 

Wenn der gekaufte Artikel nicht gefällt, die Erwartungen nicht erfüllt oder nicht zur vorhandenen Technik passt, machen Konsumenten oftmals Gebrauch von ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht und senden die  Ware an den Verkäufer zurück. Meist wurde das Gekaufte lediglich ausgepackt, kurz ausprobiert bzw. verwendet und wieder retourniert. Daher weist der Großteil der zurückgegebenen Artikel keine oder nur geringe Gebrauchsspuren auf. Nach Erhalt prüft der Hersteller den jeweiligen Artikel gemäß eigener Qualitätsrichtlinien auf volle Funktionsfähigkeit und optische Unversehrtheit. Anschließend wird das Produkt gegebenenfalls repariert, als generalüberholte Ware deklariert und zum Wiederverkauf eingestellt – jedoch zu einem deutlich geringeren Kaufpreis!

Auch sogenannte Vorführware, B-Ware – also Ware zweiter Wahl – und defekte Produkte sind in Refurbished-Shops erhältlich. Jedoch müssen Hersteller etwaige Gebrauchsspuren, Schrammen oder Defekte eindeutig benennen. Bastler können hier noch immer ein Schnäppchen machen, sollten allerdings immer gründlich die Artikelbeschreibungen lesen, um negative Überraschungen zu vermeiden.

Bildschirmfoto 2014 06 05 um 10.17.08 INFO: Refurbished Ware – Alles, was Ihr wissen solltet

 

Woher stammt die Ware? Wichtige Merkmale
Refurbished-Ware - Kunden-Retouren- Rückläufer von Firmen - gereinigt, geprüft- oder kaum Mängel

- nicht immer vorhanden

B-Ware(Zweite Wahl) -Direkt aus der Produktion des Herstellers

- Kunden-Retouren

- Oft fehlt die Originalverpackung- Beschädigungen oder technische Fehler

- Produktionsfehler

C-Ware - Nicht geprüfte Retouren-Ware -          Keine Garantie auf Funktion, Verpackung und Vollständigkeit
Demo-Ware/Vorführware - Neuwertige Vorführgeräte, Muster- und Ausstellungsstücke - Oft fehlt die Originalverpackung- Keine oder geringfügige optische Mängel, die keinen Einfluss auf die Funktionalität haben
Refabrikation - Aufarbeitung gebrauchter Geräte - Gerät wurde teilweise oder vollständig zerlegt, veraltete oder defekte Komponenten wurden ausgetauscht- Gebrauchtes Gerät wird auf Qualitätsstandard eines Neugerätes gebracht
Defekte Produkte - Nicht oder nur teilweise funktionstüchtige Geräte - Keinerlei Reparaturen vorgenommen- Geeignet für Bastler und zum Gebrauch von Einzelteilen

 

 

Vorteile von Refurbished-Produkten

Refurbishing ist eine durchaus sinnvolle Vorgehensweise, um gebrauchte Artikel weiter zu verwerten. Dies gilt auch in punkto Umweltschutz: Durch die Zweitverwertung werden Ressourcen geschont und Materialien effektiv wiederverwendet. Sofern nicht anders ausgeschrieben sind als refurbished gekennzeichnete Produkte einwandfrei und weisen keinerlei funktionale Mängel auf. Dies ist auch dadurch bedingt, dass Refurbished-Produkte länger durchgetestet und auf eventuelle Mängel untersucht werden. Auch beim Kauf von Refurbished-Ware hat der Käufer ein 14-tägiges Rückgaberecht. Zudem besteht eine mindestens 1-jährige gesetzlich festgeschriebene Produktgewährleistung. Nicht zuletzt überzeugen generalüberholte Produkte durch ihren Preis. Verbraucher können je nach Produktkategorie und Artikelzustand bis zu 50 Prozent gegenüber dem Originalpreis sparen und halten trotzdem ein praktisch neuwertiges Produkt in den Händen.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Ressourcenschonung
  • Keine funktionalen Mängel, wenn nicht anders ausgeschrieben
  • Lange Prüfung und exakte Fehlerbehebung
  • Große Preiseinsparungen gegenüber dem Originalpreis
  • 14-tägiges Rückgaberecht
  • Gesetzliche Gewährleistung

 

Nachteile von Refurbished-Produkten

Trotz der vielen Vorteile von Refurbished-Ware müssen sich Verbraucher auch deren Nachteilen bewusst sein. So muss zunächst in Kauf genommen werden, dass die Originalverpackung des Produktes meist nicht mehr vorhanden oder beschädigt ist. Außerdem kann generalüberholte Ware Gebrauchsspuren vom Erstbesitzer aufweisen – diese müssen jedoch immer in der Produktbeschreibung vermerkt sein! Außerdem erhalten die generalüberholten Produkte oftmals keine zusätzliche Herstellergarantie, wie dies bei neuen Produkten der Fall ist.

Die Nachteile auf einen Blick:

  • Keine Originalverpackung
  • Mögliche Gebrauchsspuren des Vorbesitzers
  • Kein Austesten der Produkte vor dem Kauf möglich
  • Oft keine Herstellergarantie

 

Gewährleistung und Garantie auf Refurbished-Ware?

Kaum einem Verbraucher ist die Unterscheidung zwischen der Gewährleistung und der Garantie bei Produkten geläufig. Die Gewährleistung ist eine rechtlich festgeschriebene Mängelhaftung seitens des Verkäufers und meint den gesetzlichen Anspruch, dass nur eine Ware oder Sache verkauft werden darf, die frei von Sach- und Rechtsmängeln ist oder deren Mängel für den Käufer eindeutig festgeschrieben wurden. Anderenfalls haftet der Verkäufer für alle Mängel, die zum Zeitpunkt des Verkaufes bestanden haben und über die der Verbraucher vor Vertragsschluss nicht aufgeklärt wurde, auch wenn diese eventuell erst nach einer bestimmten Zeit sichtbar werden. Üblicherweise beläuft sich die Gewährleistung auf 24 Monate, Refurbished-Produkte erhalten oft nur eine 12-monatige Gewährleistung ab Kaufdatum. Anders ausgedrückt: Die Gewährleistung besagt, dass der Verkäufer für den ausgeschriebenen Zustand bei Übergabe der Ware verantwortlich ist. Zudem besteht Beweislastumkehr: Bei Schäden, die sich innerhalb von sechs Monaten nach Übergabe eines Gutes zeigen, jedoch nicht in der Produktbeschreibung festgeschrieben worden waren, wird vermutet, dass die Sache schon zum Zeitpunkt der Lieferung mangelhaft war. Es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar.

Aber Achtung: Die gesetzliche Gewährleistungspflicht gilt ausschließlich für Händler – wird ein Produkt privat verkauft, fällt diese weg. Besser ist es, sich nur auf die klassischen Vertriebswege zu verlassen und im Refurbished-Shop des Händlers zu kaufen.

Zusätzlich zu der gesetzlichen Gewährleistungspflicht können Händler und Hersteller ihren Kunden eine Garantie zusprechen. Grundsätzlich haben Verbraucher jedoch keinen Anspruch auf diese, außer der Händler bzw. Hersteller hat sie ihm zugesichert. Eine Garantievergabe ist jedoch immer eine freiwillige und frei gestaltbare Leistung des Anbieters. Diese bezieht sich meistens auf die Funktionsfähigkeit bestimmter Teile oder des gesamten Geräts. So gibt es auch spezielle Garantien wie zum Beispiel die „Anti-Rost-Garantie“ bei Autokarosserien oder die „Anti-Laufmaschen-Garantie“ bei Strumpfhosen. Der Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Übergabe spielt hierbei keine Rolle, da die Garantie zusätzlich zur Gewährleistung erfolgt.

Gewährleistung Garantie
- Rechtlich festgeschrieben, muss vom Händler gegeben werden - Freiwillige und frei gestaltbare Leistung des Händlers/Herstellers
- Bei Refurbished-Ware oft 1 Jahr Laufzeit - Bei Refurbished-Produkten oft nicht vorhanden oder Garantiezeitraum bereits angerissen
- Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Übergabe ist entscheidend - Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Übergabe spielt keine Rolle

 

Tipps zum Kauf von Refurbished-Produkten

Worauf sollte man nun beim Kauf von Refurbished-Produkten achten? Vor dem Kauf des generalüberholten Gerätes müssen folgenden Punkten besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden:

-          Informieren Sie sich umfassend über den Artikel. Lesen Sie sich die Produktbeschreibung sorgfältig durch. Gibt es Hinweise auf mögliche Gebrauchsspuren oder Mängel?

-          Erkundigen Sie sich über den genauen Zustand des Produktes – vor allem wenn dieses sehr günstig ist.

-          Vergleichen Sie den Artikel mit Produkten und Preisen anderer Anbieter. Ist der generalüberholte Artikel günstiger als Neuware?

-          Schauen Sie sich Bewertungen des Refurbished-Shops an. Handelt es sich um einen vertrauenswürdigen Anbieter?

-          Wird eine mindestens 1-jährige Gewährleistung sowie eventuell eine Herstellergarantie bestätigt?

-          Sind alle wichtigen Zubehörteile vorhanden?

-          Handelt es sich beim Zubehör um Originalteile?

Gekaufte Refurbished-Ware selbst prüfen

Auch nach Kauf und Erhalt des generalüberholten Produktes sollte man sich genauer mit dem erworbenen Artikel befassen und es auf etwaige Fehler untersuchen. Bevor die Gewährleistung verstreicht, lohnt es sich, folgende Punkte zu prüfen:

  • Entspricht das gelieferte Produkt dem Bestellten?
  • Entsprechen alle etwaigen Mängel der Produktbeschreibung?
  • Gibt es vom Verkäufer nicht genannte Fehler an dem Produkt?
  • Ist der Artikel bzw. das Gerät voll funktionsfähig?
  • Wurden alle Zubehörteile mitgeliefert?

Fazit: Refurbished-Ware lohnt sich

Der Kauf von refurbished Produkten stellt eine gute und vor allem kostengünstige Alternative zum Erwerb teurer Neuware dar. Hier drei Beispiele:

  • Refurbished: ASUS G75VW Notebook für 1.199,00 € statt 1.449,00 €, Ersparnis: 17,3 %, gesehen auf asus.com
  • B-Ware: Sony DSC-RX100 Schwarz für 315,12 € statt 400 €, Ersparnis: 22 %, gesehen auf redcoon.de
  • Vorführware: Lenovo IdeaPad Yoga 2 Pro 59386544 Orange für 1.049,00 € statt 1.249,00 €, Ersparnis: 13,6 %, gesehen auf cyberport.de

Bevor man sich für ein generalüberholtes Produkt entscheidet, sollte dessen Zustand jedoch immer genauestens überprüft werden. So ist es wichtig, sich etwaiger Mängel bewusst zu sein und das Preis-Leistungs-Verhältnis abzuwägen. Wer aber die wichtigsten Hinweise beachtet und kennt, bekommt ein praktisch neuwertiges Produkt zum unschlagbaren Preis und schont dabei noch die Umwelt.

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6 Kommentare zu "INFO: Refurbished-Ware – Alles, was Ihr wissen solltet"

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Mitglied
Altan
2 Jahren 5 Monate her

Danke für euer Feedback! Wir haben die Unterscheidung zwischen Gewährleistung und Garantie nochmal angepasst und auch die Definition von B-Ware überarbeitet. Hoffe das jetzt keine Unklarheiten mehr entstehen.

Gast
Ifm
2 Jahren 5 Monate her

@rkhighlight: Deswegen schrieb ich ja “Faktisch macht das aber keinen Unterschied, denn die Beweislastumkehr gilt nur 6 Monate, was die praktisch nutzbare Laufzeit darauf reduziert.” Wenn es nicht gerade um hohe Werte wie einem Aoto geht, ist es oft zielführender, sich ab dem siebten Monat auf die Garantiebedingungen des Herstellers bzw. des Händlers einzulassen, zumal Händler sich durch die Bank weg konsequent weigern, diese Rechte des Käufers anzuerkennen. ABer das könnte sich jetzt ändern, denn der Händler muss mit der Umsetzung der Verbraucherrechte-Richtlinie in den kommenden Tagen bei Kauf über die Sachmängelansprüche aufklären.

Gast
Ifm
2 Jahren 5 Monate her
Kann eiyeiyei nur zustimmen: B-Ware darf in ihrer eigentlichen Funktion nicht eingeschränkt sein. Der im Artikeltext genannte “Flachbildschirm mit Pixelfehlern” oder das “Notebook mit defektem Touchpad” darf nicht als B-Ware bezeichent werden. Das können Retourenrückläufer, Ausstellungsstücke in der Händlerausstellung, im “Showroom” oder auf Messen sein. Bei Elektroartikel sind Retourenrückläufer allerdings etwas “hakelig”, weil man technische Defekte nicht unbedingt erkennen kann und auch die Erschütterungen auf dem Transportweg einiges “leisten”. Und genau da setzt “refurbished”. Es wird halt technisch geprüft und ggf. Kleinigkeiten nachgebessert. Auch die Sachmängelhaftung ist so nicht korrekt dargestellt. Grundsätzlich geht die über zwei Jahre. Gegenüber einem Verbraucher… weiterlesen »
Gast
rkhighlight
2 Jahren 5 Monate her

Das mit der Beweislastumkehr ist eine heikle Sache. Wie weißt man denn nach mehr als 6 Monaten nach, dass der Mangel schon beim Kaufdatum bestand bzw. dass man selbst das Produkt ordnungsgemäß verwende hat? Einfaches Beispiel: Nach 9 Monaten merke ich, dass sich auf meinem Smartphone gelbe Flecken bilden. Inwieweit kann ich jetzt noch von der Gewährleistung Gebrauch machen? Wenn das nämlich (fast) unmöglich ist, beläuft sich ja die Gewährleistung faktisch auf 6 Monate.

Gast
smartii
2 Jahren 5 Monate her

Insgesamt ein guter Artikel, wobei mir auch die nicht so ganz gelungene Trennung von der Gewährleistung und der Garantie aufgefallen ist, andere Hinweise zu refurbished Artikel sind jedoch hilfreich, Danke !

Gast
eiyeiyei
2 Jahren 5 Monate her

meines wissens hat b-ware nur optische mängel, andernfalls ist es eben defekt.

gewährleistung und garantie sind nicht gut zusammengefasst, da beide zwei völlig unterschiedliche situationen abdecken. die gewährleistung ist eine gesetzliche pflicht, die der händler geben MUSS und bei nicht neuer ware auf 12 monate reduzieren KANN, und basiert auf dem Prinzip der Beweislast (mit Beweislastumkehr nach 6 Monaten). eine garantie hingegen ist eine komplett freiwillige leistung, die der gebende händler/hersteller an seine eigenen bedingungen knüpft, wobei die garantie parallel zur gewährleistung läuft.

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