21
Feb
2016

Grill – der große Grill-Ratgeber

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Grillgut Grill – der große Grill Ratgeber

Bild: Einer leckeren Grillmahlzeit kann kaum jemand widerstehen. Quelle: CroMary – 271445342/ shutterstock.com

Grillen ist in Deutschland nicht nur eine Art der Zubereitung köstlicher Speisen, sondern lässt sich hierzulande fast schon dem Kulturgut zuordnen. Eine große Studie von IFAK, Ipsos und GfK ergab, dass im Jahr 2015 deutschlandweit ca. 0,48 Millionen Menschen häufiger als einmal wöchentlich und 5,95 Millionen mehrmals im Monat dem Grillgenuss hingeben. Ob gemütlich im Kreise der Familie, auf einem Betriebsfest oder ein nettes Treffen mit Freunden – Grillen gehört in Deutschland vor allem im Sommer fast schon zum guten Ton. Doch wie wird eigentlich richtig gegrillt? Welche unterschiedlichen Methoden sowie Grills gibt es und was ist dabei zu beachten? Dieser Artikel und große Grill-Ratgeber soll den Fragen etwas genauer auf den Grund gehen, damit Grillfans sich bereits auf die Grillsaison 2016 vorbereiten können.

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Am Anfang steht der Grill – doch welcher ist der Richtige?

Bevor sich zum ersten Mal ein gemütlicher Grillabend mit Freunden oder Verwandten starten lässt, steht natürlich die nötige Hardware in Form eines Grills auf dem Einkaufszettel. Die Kaufentscheidung wird dabei durch die verschiedenen Arten von Grills sowie die riesige Auswahl an einzelnen Geräten nicht unbedingt einfacher. Es gibt jedoch gewisse Kategorisierungen, die sich vor dem Kauf vornehmen lassen:

Gas, Elektro oder Holzkohle – die ewige Frage

Bei der Frage nach der Art des gewünschten Grills scheiden sich regelmäßig die Geister. Während Grill-Romantiker auf Holzkohle-Grills schwören und gerade den Elektrogrill geradezu verpönen, schätzen Praktiker wiederum die einfache Handhabung sowie das gleichmäßigere Grillen beim Gasgrill oder Elektrogrill. In der folgenden Tabelle sind die Besonderheiten der einzelnen Grill-Arten etwas genauer erklärt:

Merkmal Holzkohlegrill Gasgrill Elektrogrill
Preis Ein Grill für Holzkohle ist bereits zu Preisen von 50 – 100 € erhältlich. Wer Wert auf besondere Qualität legt, findet in diesem Segment jedoch auch Modelle (z.B. von Weber) für bis zu 500 Euro. Ein guter Gasgrill ist selten für unter 200 € zu bekommen. Da natürlich auch hier verschiedene Qualitäts- und Preisklassen existieren, schlagen hochpreisige Modelle mit Gas auch schon mal bis zu 700 Euro zu Buche. In Sachen Preis sind sich der Elektrogrill und der Grill für Holzkohle sehr ähnlich. Anfängermodelle lassen sich bereits für 30-100 € erwerben. Im hochpreisigen Segment geht die Spanne ebenfalls bis zu 500 Euro.
Aufbau Der Aufbau eines Holzkohlegrills ist häufig ein Kinderspiel. In den meisten Fällen müssen einige grobe Komponenten einfach zusammengesetzt werden und der Grill ist einsatzbereit. Gasgrills sind deutlich komplexer und müssen nicht selten aus vielen Einzelteilen zusammengebaut werden. Hier ist für den gemütlichen Grillabend definitiv Vorbereitung angesagt. Den geringsten Aufwand müssen Grillfans für einen Grill mit Elektroenergie betreiben. Oftmals ist ein solcher Grill mit wenigen Handgriffen betriebsbereit.
Entzündung Ein Holzkohlegrill benötigt einige Zeit, bis die Holzkohle entzündet ist und sich eine Glut bildet. Bis zum Grillen kann es dabei oft 20-40 Minuten dauern. Die Entzündung eines Gasgrills erfolgt per Knopfruck. Innerhalb von 10-15 Minuten ist die optimale Grilltemperatur erreicht und das Grillgut kann auf den Edelstahl-Rost. Ein Elektrogrill muss lediglich eingeschaltet werden. Je nach Grill ist die gewünschte (eingestellte) Temperatur innerhalb von 10-15 Minuten erreicht.
Grilltemperatur Leider kann ein Holzkohlgrill die einmal erreichte Temperatur nicht lange halten. Der Grill-Fan muss hier stetig nachjustieren und nach einer gewissen Zeit neue Kohle hinzufügen oder die Höhe des Grillrostes verändern. Ein Gasgrill behält die einmal erreichte Temperatur problemlos bei. Da Gasflaschen 6-8 Stunden lang halten, dürfte der Grillabend problemlos verlaufen. Auch beim Elektrogrill muss nach erreichter Hitze nichts mehr gemacht werden. Der Grill sorgt selbst dafür, dass die eingestellte Temperatur beibehalten wird.
Aroma Das echte rauchige Grillaroma schafft nur ein Grill, der mit Holzkohle betrieben wird. Auch wenn das Grillgut sicherlich lecker und saftig gegrillt wird, fehlt bei diesem Grill die rauchige Note. Der Elektrogrill bietet ebenfalls kein echtes Rauch-Aroma.
Vielseitigkeit Direktes und (mit Einschränkung) indirekten Grillen sind bei einem Holzkohlegrill kein Problem. Darüber hinaus wird es bei vielen Grills jedoch schwierig. Ein Gasgrill ist sehr vielseitig und kann auf Wunsch auch als Backofenersatz genutzt werden (mit Abdeckung). Ein Elektrogrill eignet sich bei guter Anti-Haftbeschichtung auch zum fettfreien Braten.
Sonstiges Nur ein Holzkohlegrill sorgt letztlich für das urige Grillgefühl. Eine traditionelle Zubereitungsform über dem Feuer für Fleisch, Gemüse und Fisch. Gasgrills lassen sich verhältnismäßig einfach reinigen. Mitunter können sich einige Komponenten gar in der Spülmaschine gesäubert werden. Elektrogrills punkten vor allem durch ihre Wetterunabhängigkeit. Droht der Grillabend ins Wasser zu fallen, kann mit einem Elektrogrill auch im Haus gegrillt werden.
Fazit (Vor- und Nachteile) -      Günstiger Anschaffungspreis (+)-      Schneller Aufbau (+)-      Echtes Raucharoma (+)-      Klassisches Grillerlebnis (+)

-      Lange Phase der Entzündung (-)

-      Grilltemperatur muss manuell nachjustiert werden (-)

-      Nicht sonderlich vielseitig (-)

-      Aufwendige Reinigung (-)

-      In 10-15 Minuten nach der Entzündung grillbereit (+)-      Grilltemperatur wird problemlos beibehalten (+)-      Sehr vielseitig (+)-      Einfach zu reinigen (+)

-      Hohe Anschaffungskosten (-)

-      Kompliziert aufzubauen (-)

-      Kein Rauch-Aroma (-)

-      Niedrige Anschaffungskosten (+)-      Einfacher Aufbau (+)-      Schnell grillbereit (+)-      Gute Temperaturregulation (+)

-      Zusätzlich fettfrei braten (+)

-      Auch Indoor-Grillen möglich (+)

-      Kein echtes Raucharoma (-)

-      Kein wirkliches „Grill-Gefühl“ (-)

Tabelle 1: Arten von Grills mit ihren Vor- und Nachteilen

Offener Grill oder Kugelgrill?

Während ein herkömmlicher Grill nach oben hin geöffnet ist, kommt beim Kugelgrill ein Deckel ins Spiel. Dies ist vor allem im Hinblick auf indirektes Grillen sehr hilfreich, da das Grillgut nicht direkt über der Glut liegt, sondern durch die zum Deckel aufsteigende Hitze gegart wird. Durch die Löcher im Deckel sowie im Unterteil lässt sich Luftzufuhr und damit die Temperatur im Grill sehr gut regulieren. Ein solcher Grill bringt somit einige Besonderheiten und Vorteile mit sich, die nun genauer ausgeführt wird:

  • Durch das Garen per indirektem Grillen bleibt das Grillgut saftiger
  • Es kann auch Grillgut mit größerem Volumen wie ein ganzes Hähnchen oder eine Lammkeule gegrillt werden
  • Ein Kugelgrill wird sowohl als Variante für Gas als auch als Holzkohlegrill angeboten
  • Ein Kugelgrill bietet ohne zusätzliches Zubehör ebenfalls die Möglichkeit des herkömmlichen direkten Grillens

Wissenswert: Der Kugelgrill wurde übrigens von George Stephen im Jahr 1952 erfunden. Nahezu jeder Grillfan dürfte dabei die von ihm mitgegründete Weber-Stephen Producs LLC kennen, denn auch hierzulande werden hochwertige Grills von Weber sehr geschätzt. Dies kommt nicht von ungefähr, denn Weber gilt bei Kugelgrills als Führer auf dem Weltmarkt.

American BBQ gefällig? Mit einem Barbecue-Smoker kein Problem!

Vor allem in den Südstaaten der USA ist es üblich, ein Barbecue mit einem Smoker abzuhalten. Dabei handelt es sich um eine Art Ofen mit einer separaten Brennkammer, in der Kohle und Holz verfeuert werden. Der Rauch zieht hinüber in die Grillkammer und gart somit das Grillgut. Dabei erhält es durch die Verbrennung bestimmter Holzarten einen besonders rauchigen Geschmack und die Garung erfolgt aufgrund niedriger Temperaturen sehr schonend.

Wer sich für einen solchen Smoker interessiert, findet auch hierzulande passende Angebote. Im Folgenden sollen die wichtigsten Leistungsmerkmale einmal genauer aufgezeigt werden:

Merkmal Ausprägung
Material & Verarbeitung -      Gute und gleichmäßige Schweißnähte-      Guter Zusammenhalt bei selbst zu montierenden Teilen-      Standfestigkeit-      Möglichst dicke Wände

-      Hochwertige feuerfeste Lackierung

Grillfläche -      Die Größe des Smokers und die Grillfläche können stark voneinander abweichen-      Gerade bei einem Barbecue mit vielen Personen sollte der Smoker eine große Grillfläche aufweisen (z.B.: 65 x 35 cm)-      Ein Warmhalterost ist ebenfalls wichtig
Zubehör und Ausstattung -      Thermometer-      Höhenverstellbarer Kohlenrost-      Regulierbarer Kaminzug-      Hochwertige Grillroste (Edelstahl oder emailliert)

-      Zusätzliche Räucherkammer (optional)

Preis -      Sehr einfache Smoker ab 100 Euro-      200 bis 500 Euro als normaler Preisrahmen-      Das Hochpreis-Segment geht bis zu Summen von 3.000 Euro

Tabelle 2: Wichtige Leistungsmerkmale und Zubehör für BBQ-Smoker

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Bild: Vereinfachte Darstellung eines BBQ-Smokers – so wird richtig schonend gegrillt! Quelle: Leo Blanchette – 88108009/ shutterstock.com

Grillen macht Spaß – Tipps für Anfänger und Grillbegeisterte

Ist erst einmal ein eigener Grill angeschafft, besteht jederzeit die Möglichkeit, einen netten Grillabend mit Verwandten oder eine Grillparty mit Freunden im Garten ins Leben zu rufen. Doch natürlich ergibt sich in Bezug auf die Technik des Grillens eine ganze Reihe an Fragen. Diese sollen nun genauer beantwortet werden:

Holzkohle oder Briketts – was ist besser?

Wer einen herkömmlichen Grill nutzt, steht vor dem Grillen stets vor der Frage, ob er lieber typische Holzkohle oder Briketts verwenden sollte. Letztere bestehen aus Kohlenstaub und kleineren Stücken Kohle, die gepresst werden. Als natürlicher Klebstoff fungiert organische Stärke, so dass die Briketts stabil zusammengehalten werden. Doch welcher Brennstoff ist für den eigenen Grill besser? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es kommt immer auf die Umstände und den jeweiligen Grill an. In der folgenden Tabelle werden die Eigenschaften von Holzkohle und Briketts einander gegenüber gestellt, woraus sich auch die jeweilige Nutzung ergibt:

Eigenschaft Holzkohle Briketts
Temperatur Grillkohle wird bis zu 700 Grad Celsius heiß. Deutlich geringere Maximaltemperatur
Einsatzbereitschaft Grillgut kann bereits nach 15-25 Minuten auf den Grill gelegt werden. Briketts benötigen bis zu 50, um die nötige Temperatur für das Grillgut zu erreichen.
Grilldauer Holzkohle ist bereits nach 1 Stunde ausgeglüht und produziert nicht mehr genug Hitze. Mit der richtigen Menge an Briketts lassen ich Grillfeste von 3-5 Stunden feiern.
Geeignet für… -      Kleine Grillabende mit wenigen Personen-      Scharfes kurzes Anbraten von Fleisch -      Große Grillfeste mit viel Grillgut-      Gleichmäßiges Grillen-      Indirektes Grillen

Tabelle 3: Informationen zu Unterschieden zwischen Holzkohle und Briketts für den Grill

Tipp: Beim Kauf von Holzkohle sollten Grillfans auf Produkte achten, dass diese nach DIN-Zeichen EN 1860-2 hergestellt wurde. Auf diese Weise kann man sich sicher sein, dass kein künstlicher Klebstoff verwendet wurde und die Kohle letztlich keine Schadstoffe aufweist!

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Infografik: Die deutschen Grillfans essen am liebsten am Fleisch auf dem Grill, Quelle: mein-deal.com

Wie lässt sich der Grill am besten anzünden?

Während beim Grillen mit Gas und auch beim Elektrogrill der Vorgang des Anfeuerns problemlos verläuft, kann einem der Grill mit Holzkohle oder Briketts durchaus einige Mühe abverlangen. Doch glücklicherweise stellt der Handel heute sehr viel Zubehör zur Verfügung, mit dem sich ein Grill problemlos anzünden lässt. Die wichtigsten Optionen werden nun kurz vorgestellt:

  • Anzündwürfel: Bei Anzündwürfeln handelt es sich um chemische Grillanzünder, die zwischen die Kohlenstücke oder die Briketts gelegt werden. Bei guter Verteilung und ausreichender Menge entzünden diese den Grill in 20 (Holzkohle) bis 40 (Briketts) Minuten. Hierbei ist es allerdings wichtig, die Würfel komplett abbrennen zu lassen, um eine Schadstoffübertragung auf das eigene Grillgut zu vermeiden.
  • Flüssiger Grillanzünder: Auch der flüssige Grillanzünder wird auf chemischer Basis hergestellt und funktioniert ähnlich wie die Anzündwürfel. Der große Vorteil liegt hier jedoch in der deutlich besseren Verteilung des Anzünders. Bei guter Produktqualität kann der Grill also gleichmäßiger entzündet werden.
  • Anzündkamin: Ein Anzündkamin ist heute in jedem Baumarkt erhältlich, jedoch eigentlich echtes Zubehör für den Profi. Die Konstruktion ist so einfach wie genial, denn eigentlich besteht der Kamin lediglich auf einem Blechrohr, welches am unteren Ende Belüftungsöffnungen aufweist. Darin befindet sich zudem eine gelochte Auflage für das Brennmaterial und der Kamin enthält einen Griff mit Hitzeschutz, um bequem gehandhabt zu werden. In den unteren Bereich werden biologische Anzünder oder leicht entflammbares Material gegeben und auf der Auflage können entweder Briketts oder Holzkohle gestapelt werden. Nun muss nur noch der untere Bereich angezündet werden und innerhalb von 20-35 Minuten kann es mit dem Grillen auch schon losgehen.
  • Elektrischer Grillanzünder: Bei der Form des Grillanzünders greift das Prinzip des Tauchsieders. Eine große Metallschlaufe (im Normalfall aus Edelstahl) mit Stromanschluss wird in die Unterschale des Holzkohlegrills gelegt und mit dem Brennmaterial bedeckt. Durch Zuführung elektrischer Energie heizt der Anzünder die Holzkohle oder die Briketts innerhalb von 25-45 Minuten so stark auf, dass diese eine stabile Glut gebildet haben.

Die unterschiedlichen Methoden beim Anzünden eines Grills lassen sich nur schwierig in eine Qualitäts-Rangordnung einreihen. Grundsätzlich kann man jedoch festhalten, dass der Anzündkamin heraussticht und sehr unkompliziert sowie zuverlässig funktioniert.

Wichtig: Die Nutzung von Brandbeschleunigern wie Benzin oder Spiritus zum Anzünden eines Grills wird nicht empfohlen. Es kann zu leicht zu Verpuffungen kommen, die unkontrollierbare Stichflammen zur Folge haben. Die Gefahr eines Brandes sowie schwerer Verletzungen der Person am Grill ist bei diesen Substanzen einfach zu hoch.

Existieren verschiedene Arten des Grillens?

Der Grill ist angezündet und die Kohlen sind durchgeglüht – nun geht es ans Grillen. Doch auf welche Art und Weise soll das Grillgut denn nun erhitzt werden? Es gibt dabei verschiedene Methoden:

  • Direktes Grillen: Beim direkten Grillen liegt das Grillgut nur durch ein Grillrost aus Edelstahl getrennt direkt über der Glut und wird schnell stark erhitzt. Dabei entstehen Temperaturen von bis 270 °C, die für eine leckere Kruste mit Röstaromen sorgen. Diese Methode beschreibt hierzulande das, was die meisten Personen am Grill tun. Die Temperatur an der Oberfläche lässt sich zudem noch steigern, indem das Grillgut mit Marinaden oder Fett eingestrichen wird. Darüber hinaus kann man so das Austrocknen verhindern. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Tropft Fett in die Glut, kommt es zur Bildung von Schadstoffen, die in das Grillgut übergehen könnten.
  • Indirektes Grillen: Das indirekte Grillen zeichnet sich dadurch aus, dass die Speisen auf dem Grill nicht direkt über der Glut liegen. Hier wird also mit Versatz gearbeitet, so dass die Grillkohle zum Beispiel auf der rechten Hälfte in der Glutschale platziert wird, während das Grillgut auf dem Rost sich auf linken Seite befindet. Bei dieser Art des Grillens kommt zudem der Kugelgrill ins Spiel, da für einen effektiven indirekten Grillvorgang ein Deckel benötigt wird. Die Hitze verteilt sich im Innenraum und das Grillgut wird auf diese Weise gegart. Im Innern herrscht dabei eine Temperaturspanne zwischen 130 und 220 °C, so dass sich auch voluminöseres Grillgut über einen längeren Zeitraum garen lässt.
  • American BBQ: Beim amerikanischen Barbecue kommt ein BBQ-Smoker zum Einsatz, der über eine separate Brennkammer verfügt. Hier wird das Fleisch bei Temperaturen von 90 – 130 °C langsam im Rauch gegart. Das Fleisch bleibt besonders saftig und es lässt sich durch das Hinzufügen bestimmter Holzscheite ein interessantes Raucharoma erzeugen.
  • Sizzeling: Das sogenannte „Sizzeling“ ist eigentlich eine Abwandlung des direkten Grillens, denn hier wird ein Fleischstück bei extremer Hitze (bis zu 800 °C) sehr kurz oberflächlich gegrillt, um besondere Röstaromen zu erzeugen. Die endgültige Garung erfolgt daraufhin bei geringer Hitze. Der große Vorteil liegt darin, dass das Grillgut letztlich außen eine köstliche Kruste besitzt und innen noch schön saftig ist. Der ein oder andere Gasgrill besitzt eine speziell dafür angefertigte Brennerzone.
  • Plankengrillen: Wer gerne Fisch grillt, sollte sich unbedingt auch das Plankengrillen genauer anschauen. Hierbei werden kleine Holzbretter (Buchenholz) vorher einige Stunden gewässert und daraufhin auf einer Seite mit Öl eingeschmiert. Nun muss der Grillmeister das Brett mit der geölten Seite nach oben auf den Kugelgrill legen (funktioniert mit Gas oder auch Holzkohle) und den Deckel für 10-15 Minuten schließen. Im letzten Schritt noch das Grillgut (z.B. Lachs) auf der geölten Seite des Holzes platzieren und die „Planken“ in den indirekten Grillbereich des Grills schieben. Der Fisch gart nun auf dem unten glühenden Holzbrett und bekommt durch den Buchenrauch ein besonderes Aroma.

Die verschiedenen Grillmethoden unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander und erzielen auch beim Grillergebnis ganz unterschiedliche Resultate. Bevor sich Grillbegeisterte also für eine bestimmte Grillmethode entscheiden, sollten sie sich vorher folgende Fragen stellen:

  1. Was für ein Grill steht mir zur Verfügung? (Kugelgrill, Gasgrill oder eine Variante des herkömmlichen Grills)
  2. Welches Grillgut soll gegart werden? (Steaks, Würstchen, größere Fleischstücke, Fisch, Gemüse)
  3. Wie viel Zeit steht zum Grillen zur Verfügung? (nur eine kurze Grillpause oder eine Grillparty über mehrere Stunden)
infografik direktes vs indirektes grillen Grill – der große Grill Ratgeber

Infografik: Schematische Darstellung des direkten und des indirekten Grillens, Quelle: mein-deal.com

Wo liegt die optimale Grilltemperatur?

Ob Gasgrills oder Holzkohlegrills – die eine optimale Grilltemperatur existiert nicht. Das Ganze ist immer vom jeweiligen Ziel und den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten abhängig. In der folgenden Tabelle werden die verschiedenen Temperaturstufen etwas genauer erläutert:

Temperatur Erklärung Besondere Vorteile
90 – 110 °C Grillgut kann auf diese Weise sehr schonend gegart werden. Bei einem American BBQ im Smoker erhält das Grillfleisch ein besonderes Grillaroma und bleibt schön saftig! -      Fleisch bleibt besonders saftig-      Intensive Grillaromen-      Vitamine im Grillgut bleiben erhalten
110 – 170 °C Das Garen in dieser Temperaturspanne ist mit nahezu allen Grills möglich (Gas, Holzkohle oder Elektrogrill). Ob nun für große Grillstücke oder nach dem scharfen Anbraten von Steaks – eine Grilltemperatur zwischen 110 und 170 °C sorgt für gleichmäßige Wärmeverteilung und verhindert das Verbrennen des Grillguts. -      Für große Grillstücke mit viel Volumen geeignet-      Gleichmäßiges Garen des Grillguts-      Nach dem scharfen anbraten auch für Steaks und kleine Grillstücke die richtige Wahl.
  • 170 °C
Temperaturen über 170 °C eignen sich vor allem dafür, typische Grillstücke wie Steaks zu Beginn scharf anzubraten. So bilden sich ein schönes Röstaroma und eine köstliche Kruste. Nach kurzer Zeit sollte jedoch die Temperatur gesenkt werden, um das Grillgut nicht zu verbrennen. Dies lässt sich durch eine höhere Stellung des Edelstahl-Grillrosts erreichen. -      Scharfes Anbraten von Grillgut-      Köstliche Röstaromen

Tabelle 4: Grilltemperaturen und die damit verbunden Möglichkeiten

Während beim Grillen mit Gas die Temperatur keine große Hürde darstellt, hängt sie beim Holzkohlegrill von verschiedenen Faktoren ab. Zur Regulierung bieten sich deshalb folgende Optionen:

  • Höhe des Grillrosts verändern: Je höher der Edelstahl-Grillrost über der Glut hängt, desto niedriger fällt die Grilltemperatur aus. Nach dem scharfen Anbraten des Grillguts kann es also sinnvoll sein, die Höhe zu verändern, um ein Verbrennen oder Austrocknen des Grillguts zu vermeiden.
  • Verschiedene Grillzonen schaffen: Bei einer größeren Grillfläche kann es sich selbst während des direkten Grillens lohnen, einige Flächen frei von Glut zu halten. Auch dort erhält Grillgut noch eine gewisse Hitze, ohne dabei jedoch zu verkohlen. Verschiedene Grillzonen sin vor allem bei Grillpartys mit vielen Gästen zu empfehlen, weil dort immer wieder parallel Fleisch scharf angebraten und fertig gegart werden muss.
  • Luftzufuhr verändern: Das Grillen mit Gas in einem Kugelgrill von Weber ermöglicht eine zusätzliche Form der Temperaturregulierung. Durch die Öffnungen im Deckel lässt sich die Luftzufuhr so einstellen, dass unter der Haube genau die richtige Grilltemperatur herrscht.

Fazit

Da das Grillen in Deutschland mittlerweile zu einer Art Volkssport geworden ist, existieren hierzulande mittlerweile auch zahlreiche Arten der Zubereitung und Traditionen. Grillfans sollten dabei nicht nur auf einen hochwertigen Grill setzen und gutes Zubehör kaufen, sondern sich auch ein wenig mit den Methoden des Grillens sowie dem gewünschten Grillgut auseinandersetzen. Wer darauf achtet und die Infos aus diesem Artikel verinnerlicht, kann schon zu Beginn der Grillsaison 2016 im eigenen Garten unvergessliche Genussmomente schaffen.

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