30
Okt
2015

Geblitzt – Der Bußgeldbescheid kam, was kann ich jetzt tun?

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Geblitzt Geblitzt   Der Bußgeldbescheid kam, was kann ich jetzt tun?

 

Bußgeldbescheid flattert ins Haus

Man kennt das ja, wenn man geblitzt wurde und dann der liebe Herr Polizeipräsident schreibt und der gelbe Brief bereits im Briefkasten wartet. Doch was kann man dann noch tun? Einfach den Betrag überweisen, einen Wiederspruch schreiben?

Dafür gibt es jetzt einen Dienst im Internet, Geblitzt.de, bei dem man seinen Bußgeldbescheid einreichen kann und so vielleicht an einer Strafe vorbei kommt.

 

Radarfalle Geblitzt   Der Bußgeldbescheid kam, was kann ich jetzt tun?

Bild: Wer ist nicht schon einmal Radarfalle getappt und hat gespannt auf den Busgeldbescheid gewartet. Bildquelle: r.classen – 284017346/Shutterstock.com

 

Das tolle an dem Service ist, dass dieser komplett kostenlos angeboten wird. Das heißt, dass ihr nichts bezahlen müsst und euer Anliegen trotzdem komplett bearbeitet wird und ihr im besten Fall kein Bußgeld zahlen müsst.

Wie läuft das ab?

Anzahl fester Blitzer in deutschen Städten Geblitzt   Der Bußgeldbescheid kam, was kann ich jetzt tun?

Statistik: In Berlin wurden 14 fest installierte Blitzer gezählt.

 

1. Ihr müsst euch auf der Webseite registrieren, füllt dann alle Unterlagen aus und sendet diese mit dem Bußgeldbescheid per Post an Geblitzt.de.

2. Die Partner-Anwälte prüfen dann den Fall und informieren dich über die Erfolgsaussichten auf Einstellung des Verfahrens.

3. Je nachdem wie die Erfolgsaussichten stehen, wird die Einstellung des Verfahrens durch die Anwälte durchgesetzt. Du zahlst kein Bußgeld und alle entstandenen Kosten werden übernommen.

In welchem Fall werden die Kosten übernommen?

Die Kosten werden übernommen, wenn die Erfolgsaussichten gut sind. Aber genau für den Fall will man den Service ja nutzen. Wenn man etwas eindeutig falsch gemacht hat, dann gibt es auch keine Möglichkeit die Strafe zu umgehen, es sei denn es wurden Verfahrensfehler gemacht. Diese drei möglichen Einschätzungen gibt es laut Webseite:

  • Es bestehen gute Aussichten auf Einstellung Ihres Verfahrens. Ihr Fall wird durch unsere Vertragsanwälte vertreten. Alle Kosten werden übernommen.
  • Es bestehen keine Aussichten auf eine Einstellung Ihres Verfahrens. Ihr Fall wird nicht durch unsere Vertragsanwälte vertreten. Alle bisher angefallenen Kosten werden übernommen.
  • Es bestehen keine Aussichten auf eine Einstellung Ihres Verfahrens. Dennoch besteht die Möglichkeit, einen für Sie vorteilhaften Vergleich zu erzielen. Unsere Anwälte vertreten Sie auch in diesem Falle gern. Dies wird nicht durch unsere Nutzungsbedingungen abgedeckt.

Wieso werden die Kosten übernommen?

Die Partneranwälte arbeiten wohl mit einer Software von Coduka, den Machern von Geblitzt.de. Um diese Software für Mandatsverwaltung zu nutzen, zahlen diese Lizenzgebühren und damit finanziert sich die Seite. Gewinnt ein Anwalt den Fall, bekommt er zusätzlich Geld von der Gegenseite, also den Kommunen.

Kosten können nur entstehen, wenn man diese in Kauf nimmt, also der Anwalt keine Aussicht auf Erfolg sieht und man den Fall trotzdem bearbeiten lassen will. Aber bevor Kosten anfallen, kommt es erst zu einer individuellen Vereinbarung. Wurden die Erfolgsaussichten als gut eingeschätzt und man verliert den Fall trotzdem, übernimmt Geblitzt.de die Kosten.

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Welche Fälle werden übernommen?

Fahranfaenger Geblitzt   Der Bußgeldbescheid kam, was kann ich jetzt tun?

Bild: Vielen Fahranfängern droht nach einem Busgeldbescheid die Nachprüfung. Bildquelle: wavebreakmedia – 254335081/Shutterstock.com

 

Verwarnungs- und Bußgelder sind fester Bestandteil der Haushaltsplanung der Kommunen

Schätzungen zufolge sind in Deutschland etwa 3.8000 feste Radarfallen installiert. Etwa 10.000 mobile Messgeräte kommen noch hinzu. Diese werden nicht nur von der Polizei, sondern auch von Privatfirmen im öffentlichen Auftrag aufgestellt. Da kommt jährlich eine hübsche Summe an Verwarnungs- und Bußgeldern zusammen, die die Städte und Gemeinden fest in ihre Haushaltsplanung mit aufnehmen. Laut einer Studie eines Portals für Preisvergleiche zahlten deutsche Autofahrer im Jahr 2011 knapp eine halbe Milliarde Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern aufgrund falschen Parkens und Geschwindigkeitsüberschreitungen allein in den 116 größten Städten und Gemeinden. Die Gesamtsumme liegt deutlich höher, da die Strafmaße für die folgenden Verstöße noch nicht berücksichtigt sind:

  • Abstandverstöße
  • Handy am Steuer
  • Verstöße beim Überholen
  • Alkohol am Steuer
  • Überfahren einer roten Ampel
  • Nichtgewähren der Vorfahrt

Die Diskussion über den Verdacht der Abzocke ist seit Jahren im Gange

Seit Jahren beschweren sich Verbraucherverbände über das Vorgehen der Kommunen bezüglich der Vergehen im Straßenverkehr. Das Hauptargument der Kommunen war immer, dass die Geschwindigkeitsüberwachung der Verkehrsberuhigung und dem Vermeiden von Unfällen gilt. Inzwischen hat sich das Bundesland Nordrhein-Westfalen jedoch offiziell von dieser Version verabschiedet. Arnold Plickert von der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen äußerte sich dazu besorgt: „Es besteht die Gefahr, dass die Städte und Kommunen vor allem da kontrollieren, wo die Blitzer das meiste Geld in die klammen Kassen spülen, und nicht an Unfallschwerpunkten.“ Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit, in denen Länder und Kommunen Tausende von Flüchtlingen unterbringen müssen, liegt der Verdacht nahe, dass die leeren Kassen mit dem Geld der Autofahrer zwingend aufgefüllt werden müssen. Die im brandenburgischen Crinitz ansässige Firma German Radar GmbH bietet sogar schon einen Rundum-Kassier-Service an, sodass die Polizei nicht einmal Einsatzkräfte für die Verkehrsüberwachung abstellen muss.

Bis zu 680 Euro Strafe bei Geschwindigkeitsübertretungen innerorts

Wer außerhalb von Orten und Gemeinden zu schnell fährt, muss mit einem Bußgeldbescheid bis zu 600 Euro rechnen. Die genauen Strafmaße zeigt die untenstehende Infografik. Innerorts sind sogar Bußgelder bis zu 680 Euro möglich, wenn der Autofahrer mit mehr als 70 km/h als die erlaubte Geschwindigkeit geblitzt wird.

Geschwindigkeit Geldstrafe Punkte Fahrverbot
Bis 10 km/h 15 €
11 bis 15 km/h 25 €
16 bis 20 km/h 35 €
21 bis 25 km/h 80 €
26 bis 30 km/h 100 € 1
31 bis 40 km/h 160 € 1 1 Monat
41 bis 50 km/h 200 € 2 1 Monat
51 bis 60 km/h 280 € 2 2 Monate
61 bis 70 km/h 480 € 2 3 Monate
über 70 km/h 680 € 2 3 Monate

Tabelle: Strafmaße für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts

Generell werden Fälle erst ab 40€ Bußgeld übernommen, darunter sind es meist noch Verwarnungsgelder. Mögliche Bußgeldbescheide sind z.B. Geschwindigkeitsübertretungen, Abstandsverstöße, Rotlichtverstöße und viele mehr.

Was spart ihr durch die Plattform? Normalerweise kommen Kosten wie Erstberatung und dann natürlich auch die Kosten für die Tätigkeiten des Anwalts auf euch zu. Da kommen schnell mal 500€ – 800 € auf euch zu, die ihr ohne Rechtsschutzversicherung selbst tragen müsstet.

Hat den Dienst schonmal jemand von euch genutzt? Dann kommentiert und berichtet uns von euren Erfahrungen.

strafzahlungen im strassenverkehr Geblitzt   Der Bußgeldbescheid kam, was kann ich jetzt tun?

Bild: Laut einer Studie schwanken die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern von 116 deutschen Städten und Gemeinden für Geschwindigkeits- und Parkverstöße zwischen 6 und 63 Euro pro zugelassenes Kfz Bildquelle: mein-deal.com

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