26
Sep
2015

Datenautomatik beim Handyvertrag – sinnvoll oder Abzocke?

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Datenautomatik Datenautomatik beim Handyvertrag   sinnvoll oder Abzocke?

Die Datenautomatik ist eine Funktion, welche inzwischen von den meisten relevanten Mobilfunkdienstleistern angeboten wird. Die Unternehmen versprechen einen einfachen, sorglosen Umgang mit dem monatlichen Datenvolumen durch eine dynamische Erweiterung der Datenpakete – aber stimmt das auch?

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Was ist die Datenautomatik?

Anteil von Prepaid und Vertragskunden im Mobilfunk Datenautomatik beim Handyvertrag   sinnvoll oder Abzocke?

Statistik: Im Jahr 2014 nutzten rund 33,4 Prozent der deutschsprachigen Mobiltelefonnutzer eine Prepaid-Karte.

 

Hinter Namen wie “SpeedGo” bei Vodafone verbirgt sich ein System, das als Dienstleistung für die Kunden des Unternehmens konzipiert ist: Steht man kurz vor Erreichen des Datenvolumens in diesem Monat, erhält man eine SMS-Nachricht. Darin wird diese Tatsache mitgeteilt und gleichzeitig weist man daraufhin, dass ein weiteres Volumenpaket freigeschaltet wurde. Dieses Paket kostet selbstverständlich Geld und variiert je nach Anbieter in Preis und Volumen.

Das System heißt letztendlich Datenautomatik, weil man als Kunde nicht agieren muss: Dieser “Service” wird automatisch vermittelt, nur bei einem aktiven Widerspruch kann man sich davon befreien. Kommt man dem Widerspruch nicht nach, akzeptiert Vodafone die (eigentlich nicht gegebene) Zustimmung und man erhält mehr Volumen und eine leicht höhere Rechnung.

Auswirkungen der Datenautomatik auf die Kosten

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Bild: Bei der Datenautomatik sollte man darauf achten das man sich nicht abgezockt fühlt. Bildquelle: PathDoc – 263378633/Shutterstock.com

 

Um zu verdeutlichen, wie die Datenautomatik die Preise beeinflusst, mühen wir uns in einem kurzen Rechenbeispiel:

Bei Vodafone kostet das erwähnte “SpeedGo” 3€ für einmalige 250 Megabyte. Maximal nutzt Vodafone diese Funktion derzeit drei Mal, sodass der Verbraucher (also wir) insgesamt 9€ für 750 Megabyte zu entrichten hätten. Dieser Betrag kann sich, bei einer vollständigen Ausnutzung über das gesamte Jahr, also auf dreistellige Summen erhöhen. Es handelt sich also selten nur um die sprichwörtlichen “paar Euro”, sondern um tatsächlich recht hohe Kosten. (Wir verwenden Vodafone nur als Beispiel und möchten darauf hinweisen, dass auch andere Anbieter – auf welche wir noch zu sprechen kommen – die Datenautomatik verwenden.)

Gutgemeinter Service oder Abzocke?

Die Antwort auf diese Frage hängt nicht zuletzt auch von den eigenen finanziellen Mitteln ab: Praktisch ist die Datenautomatik insofern, als dass sie ständige Bedenken hinsichtlich der Volumens aus der Welt schafft. Wer am Ende des Monats jede Stunde ein Adlerauge auf das verbleibende Volumen wirft und bloß nicht zu viel surfen, streamen und herunterladen möchte, wird von der Datenautomatik möglicherweise profitieren.

Allerdings gilt dieser Vorteil nur dann, wenn das Geld wirklich “egal” ist. Die Preise sind hoch und die von vielen Anbietern per Zwang aufgedrängte Methode hat einen bitteren Beigeschmack. Es ist zwar nicht besonders kompliziert, die Datenautomatik per Widerruf zu beenden, aber wieso muss der Kunde überhaupt aktiv werden? Ein Service dieser Art sollte, wenn überhaupt, vom Kunden auf eigenen Wunsch verlangt werden können – und nicht andersrum.

Möglichkeiten zur Deaktivierung

Je nach Anbieter stehen wir vor der Wahl: Einige Unternehmen lassen einen Widerruf per SMS-Nachricht zu, andere hingegen plädieren auf eine Absage über das Kundencenter auf der Webseite des Dienstleisters. Auch das Zusenden einer E-Mail ist möglich, alternativ kann der gute, alte Anruf über den Kundensupport für Klärung sorgen. Beachten sollte man dabei immer, dass bei sowohl schriftlichen als auch mündlichen Widerrufen stets eine Bestätigung verlangt werden sollten. Ansonsten erhält man im nächsten Monat vielleicht eine weitere SMS, welche dann doch wieder auf die Datenautomatik hinweist.

Welche Versionen der Datenautomatik gibt es?

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Bild: Beim Abschluss eines Handyvertrags gilt es auch auf die Datenautomatik zu achten. Bildquelle: Adam Gregor – 189145274/Shutterstock.com

 

Am Beispiel von BASE sehen wir uns an, welche Ausprägungen die Datenautomatik im Alltag annehmen kann. Das Unternehmen verwendet je nach verwendetem Tarif unterschiedliche Varianten der Datenautomatik, welche auf die Namen Light, Classic und Plus hören:

Datenautomatik Light:

In diesem Fall beläuft sich das Volumen auf zusätzliche 50 Megabyte im Monat zu einem Preis von 1,50€ pro Paket (Stand: September 2015). BASE limitiert die Anzahl der Pakete auf maximal drei Stück im Monat, die maximale Ausbeute beträgt also 150 Megabyte für 4,50€ (was noch einmal wesentlich teurer ist als das genannte Beispiel von Vodafone). Der Preis beläuft sich pro Megabyte auf 3 Cent.

Datenautomatik Classic:

Hier bietet BASE immerhin 100 Megabyte pro Paket zu einem Preis von 2€ an (Stand: September 2015). Die restlichen Konditionen bleiben bestehen. Insgesamt betragen die maximalen Kosten somit 6€ für 300 Megabyte, der Preis pro Megabyte reduziert sich damit auf 2 Cent.

Datenautomatik Plus:

Die maximale Ausbaustufe gewährt zusätzliche Pakete mit einem Volumen von jeweils 750 Megabyte zu einem Preis von 5€ (Stand: September 2015). Insgesamt erhält man somit 2.250 Megabyte (2,25 GB) für 15€ (Stand: September 2015), für jedes Megabyte bezahlt der Verbraucher (also wir) dann etwas mehr als 0,6 Cent – die mit Abstand günstigste Lösung.

Außerdem wird BASE den Verbraucher (also uns) automatisch in den nächst höheren Tarif hochstufen, sofern alle drei Pakete in drei Monaten hintereinander voll ausgeschöpft sind. Bezüglich der Preise handelt das Unternehmen hier womöglich tatsächlich im Interesse des Kunden – aber der automatische Prozess ohne Nachfrage beim Kunden ist wieder einmal als fragwürdig einzustufen.

Welche Anbieter setzen auf die Datenautomatik und wie kann ich sie deaktivieren?

Die folgenden Zeilen geben Einblick in einige Hotlines beliebter Anbieter in Deutschland, unter welchen Ihr die Datenautomatik deaktivieren könnt. Die Mobilfunkunternehmen haben kein Recht, Euch dies zu verwehren – lasst Euch sich also nicht “abwimmeln”. Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel. Steht in Eurem Vertrag, dass die Datenautomatik fester Bestandteil des Vertrages ist, habt ihr leider keine Möglichkeiten, um diese deaktivieren zu lassen.

  • BASE: 0177 1271400
  • o2: 089 787979400
  • Drillisch-Reseller wie Simply, maXXim und Smartmobil: Bitte nutzt das Onlineportal der einzelnen Anbieter oder alternativ 06181-783030 für Smartmobil, 06181-7083020 für maXXim, 06181-7083060 für McSIM oder 06181-7083094 für WinSIM
  • Vodafone: Aus dem Vodafone-Netz reicht ein Anruf bei der Hotline des Anbieters unter 1212, außerhalb des Netzes handelt es sich um die 0800 1721212.

Fazit: Datenautomatik oder nicht?

Unserer Meinung nach sollte die Kontrolle über den Tarif in den eigenen Händen bleiben – ohne Einschränkungen. Wäre es ein Opt-in-Feature, welches der Kunde explizit verlangen muss, wäre die Datenautomatik weitaus weniger “beängstigend” – oder überwiegen vielleicht doch die Vorteile dieses Services? Wir sind auf eure Meinungen in den Kommentaren gespannt – was haltet Ihr von der Datenautomatik?

Willkommen im mobilen Internet-Zeitalter

Ein Leben ohne mobiles Internet? Undenkbar in der heutigen Zeit. Und ein Leben ganz ohne Handy? Völlig ausgeschlossen – das kann sich heute nahezu niemand mehr vorstellen. Google in der Hosentasche gehört heutzutage zu den must-haves. Das Smartphone hat sich zu den Grundbedürfnissen der Menschen entwickelt – und das weltweit! Durch die niedrigen Preise ist es nicht mehr nur der finanziellen Oberschicht und Unternehmen zugänglich.

Lieber drei Autos oder ein Handys

Aber es war nicht immer so – als Anfang der 50er Jahre das mobile Endgerät auf den Markt kam kostete es etwa so viel wie drei neue VW Käfer zu der Zeit. Es wog satte 16kg und war somit mehr Autotelefon als Hosentaschen-Telefon. Das erste Flächendeckende Mobilnetz in Deutschland, das A-Netz, wurde 1958 eingeführt und aufgrund der hohen Betreiberkosten Unternehmen und Politikern vorenthalten.

Erstes Handy wog ganze 16kg

Erst 1982 konnten die Hersteller ein kleineres, tatsächlich mobiles Gerät entwickeln, dass aufgrund des damals neuen B-Netzes und einem Gewicht von knapp 10kg sich sogar – im Rucksack – auch außerhalb eines Autos nutzen ließ. Trotz dessen hatte das Nokia Mobira Senator eine sehr geringe Akkulaufzeit von lediglich ein paar Stunden und war somit nur in Notfallsituationen von Nutzen.

Handys, ähnlich wie wir sie heute kennen, entstanden erst 1986 als Nokia das 800gr schwere Mobira Cityman auf den Markt brachte. Michail Gorbatschow war einer der populärsten Nutzer zu der Zeit und machte dieses Telefon weltbekannt.

Weltweite Nutzung erst 1992 möglich

Mit Einführung des GSM-Standards 1992 wurde dann schließlich auch die internationale Netzkompatibilität möglich, sodass Mobiltelefone endlich auch länderübergreifend genutzt werden konnten – was mit dem deutschen A-Netz, bzw. B-Netz nicht ging.

Mobilfunkanschlüsse in Deutschland

Seit 1992 steigt die Anzahl der stetig. Der größte Sprung war zwischen 1999 und dem Jahr 2000 – in diesem Zeitraum haben sich die Mobilfunkanschlüsse in Deutschland mehr als verdoppelt. Der zweite Schub kam 2007 mit Apple iPhone, dass die Zeit der internetfähigen Mobiltelefone erfolgreich eingeläutet hat.

Netzbetreiber in Deutschland

In Deutschland gibt es zurzeit vier große Netzbetreiber, die in sämtliche Untermarken aufgeteilt sind:

Netzbetreiber Untermarken
Telekom Congstar

Lebara

Vodafone allmobil

BildMobil

EDEKA mobil

Fyve

Rossmann mobil

otelo

Lidl connect

E-Plus ADAC Mobilfunk für Mitglieder

Blau Mobilfunk

debitel-light

Ortel

ring

simyo

Telefónica Germany Alice Mobile

Fonic

Netzclub

SimTim

K-Classic-Mobil

Lidl-Mobile

Preise fallen weiter

Der durchschnittliche Minutenpreis sich in den Jahren 2004 bis 2012 um mehr als ein Drittel reduziert – von 35 Cent (2004) zu 10 Cent (2012). Die Tendenz ist weiter fallend, da der Markt weiterhin stark umkämpft bleibt und die Nachfrage nach günstigen Minutenpreisen stark gefallen ist. Heute dominieren Faktoren wie Flatrate-, SMS-, und Internetvolumenpreise den Markt.

Für den Verbraucher bedeutet das, dass in naher Zukunft keine Preissteigerungen zu erwarten sind, sollten die Preise nicht weiter fallen, stagnieren sie.

3 Fakten über Handys die Sie wissen sollten

  • Bevor 1987 Nokia angefangen hat Telefone herzustellen und zu entwickeln, stellte das Unternehmen Autoreifen und Gummistiefel her. Noch heute gibt es Nokia-Fahrradreifen zu kaufen.
  • Die größte Festplatte die einem Handy verbaut wurde hat ein Volumen von unglaublichen 160GB – sie ist in einem Samsung Handy verbaut.
  • Der größte Netzbetreiber ist China Mobile – mit über 330 Millionen Kunden.
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8 Kommentare zu "Datenautomatik beim Handyvertrag – sinnvoll oder Abzocke?"

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Gast
Verbraucher
10 Monate 7 Tagen her

Für mich eine Mogelpackung! Flatrate heißt unendlich, wenn auch gedrosselt. Datenautomatik heißt für mich begrenzt, mit festem Ende. Also keine Flatrate. Das ist bestimmt mal ein Thema für die Verbraucherschützer. Wegen irreführender Werbung. Verarschung des Kunden und Abzocke.

Gast
Suppenkasper Number One SNO
1 Jahr 2 Monate her

Wo steht das? Ich habe andere Erfahrungen.

Gast
Joe
1 Jahr 2 Monate her

Datenautomatik bei Deutschland Sim lässt sich nicht deaktivieren.
Totale abzocke!

Gast
Tom
1 Jahr 2 Monate her

Hallo,

ich wollte nur kurz darauf hinweisen, wenn in dem Angebot “flatrate” steht, dann muss so eine eventuelle Automatik kündbar sein, sollte das Wort nicht erwähnt sein, gilt wie oben es schon angesprochen, als fester Bestandteil des Vertrags und man kann es vermutlich nicht kündigen.
LG

Gast
Prasserie
1 Jahr 2 Monate her

Das ist der einzig beste Weg @dese. Vodafone schickte bei den älteren Tarifen auch so ‘ne SMS. Die Automatik ist doch voll panne! Die haben’s halt auf die höheren Tarife abgesehen. Ich hatte bisher 1,5GB, die ich ab und zu um 500MB erweitert hatte. Das war (auch bei 6€ glaube ich) durchaus ok. Aber pauschal einen über 10€ teureren Tarif mit 3GB zu buchen lohnte sich fürmich nicht. Wer sein Surfverhalten einschätzen kann, ist entsprechend auch mit der Automatik noch besser bedient als mit ‘nem überhöhten Tarif der seltenst mal ausgenutzt wird.

Gast
stuhrer
1 Jahr 2 Monate her

Anzocke!!! Es wurde einfach eingerichtet. Wenn ich sowas will kann ich es buchen aber nicht einfach machen. Kackladen!!

Gast
dese
1 Jahr 2 Monate her

Bei der Telekom bekommste ne sms das du jetzt alles verbraucht hast und mit langsamer Geschwindigkeit surfst.
Kannst dann manuell Aufbuchen per App oder sms…
Gruß

Gast
MokkaHerzog
1 Jahr 2 Monate her

Macht die Drosselkom dabei tatsächlich nicht mit (bisher)?

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